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Neuer Mischwald soll zukünftig Lärm schlucken

Schutzwald Neuer Mischwald soll zukünftig Lärm schlucken

Allein rund 84 000 Eichen werden nördlich des Schkeuditzer Stadtteils Papitz und westlich des Grenzgrabens Leipzig-Lützschena gepflanzt. Insgesamt kommen mehr als 200 000 Bäume und Büsche in die Erde. Jetzt wurde symbolisch mit der Bepflanzung von rund 28 Hektar begonnen.

Auf rund 28 Hektar soll ein Wald entstehen. Kommunalpolitische Vertreter waren beim Pflanzstart dabei.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Allein rund 84 000 Eichen werden nördlich des Schkeuditzer Stadtteils Papitz und westlich des Grenzgrabens Leipzig-Lützschena gepflanzt. Insgesamt kommen mehr als 200 000 Bäume und Büsche in die Erde. Diese groß angelegte Bepflanzung wurde jetzt symbolisch und mit Beteiligung kommunalpolitischer Vertreter begonnen. Ein sogenannter Lärmschutzwald soll zwischen dem Flughafen Leipzig/Halle, der Bundesstraße 6, dem Bahn-Gleis und dem Stadtteil entstehen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz, Jörg Enke (Freie Wähler) und Johannes Jähn, Sprecher des Vorstands der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG), nahmen auf einer Pflanzmaschine Platz und brachten zwei Jahre alte Eichen und Fichten in den Boden ein. „An der Geschwindigkeit müssen wir noch arbeiten“, meinte Heiko Simon, Einsatzleiter der Firma Stackelitz, scherzhaft. Rund 8000 Pflanzen nämlich kämen normalerweise auf diese Weise pro Tag in die Erde. Im Auftrag der Stadt Leipzig werde die Firma etwa bis April auf einer Fläche von mehr als 28 Hektar Größe – dies entspricht rund 40 Fußballfeldern – zu tun haben. „Das hängt natürlich auch vom Wetter ab“, fügte Michael Hehmke, Bereichsleiter Waldbauliche Maßnahmen, hinzu. Mit vier bis acht Mitarbeitern werde man vor Ort sein und auch Wege anlegen, die allein schon 11 000 Quadratmeter der Fläche ausmachen.

Der Flughafen investiert für den Lärmschutzwald rund 670 000 Euro. Leipzig realisiert die Anpflanzung. Es kommen Traubeneichen, Winterlinden, Hainbuchen, Feldahorn, Vogelkirsche und Ebereschen sowie Sträucher und niedrig wachsende Bäume in den Boden. „Wir werden auch Mammutbäume und andere, selten gewordene Baumarten anpflanzen“, verriet Hehmke. Die Mammutbäume würden hierzulande allerdings nicht die Höhe erreichen, die sie im heimischen Kalifornien erlangen können. Mit etwa 50 Metern müsse man aber rechnen, meinte Bereichsleiter Hehmke

Neben Bäumen kommen auf rund 18 000 Quadratmetern auch Koniferen als sogenannte Lärmschutzhecken in die Erde. Die Auswahl der Bäume und Sträucher erfolgte unter Lärmschutzgesichtspunkten. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hatte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU Dresden sowie mit dem Akustik Bureau Dresden in den vergangenen Jahren in mehreren Studien die schalldämmende Wirkung von Wald untersucht. Die Ergebnisse fließen in die Berechnung möglicher Schutzmaßnahmen gegen Straßen-, Schienen- und Bodenlärm in der Umgebung des Flughafens Leipzig-Halle ein, hieß es am Montag vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

Mit der Pflanzung werde auch einem Anliegen der Fluglärmkommission (FLK) Rechnung getragen, die für eine Aufforstung in diesem Areal plädiert hatte. „Ich kann mich erinnern, dass ich hier einen Vor-Ort-Termin hatte. Das muss 2011 gewesen sein“, sagte Schkeuditz’ OB Enke. Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal sei der Partner bei diesem Termin gewesen. „Wir freuen uns, dass diese Maßnahme im Sinne der Nachhaltigkeit nun umgesetzt werden kann“, sagte Rüdiger Dittmar, Leipzigs Amtsleiter für Stadtgrün und Gewässer.

Bis sichtbar ein Wald entsteht, vergehen etwa fünf bis zehn Jahre, informierte Hehmke noch.

Von Roland Heinrich

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