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Neuer Spielplatz erregt die Gemüter

Neuer Spielplatz erregt die Gemüter

Am nach dem Umbau gerade erst fertiggestellten Spielplatz erhitzen sich die Gemüter. Als "nicht durchdacht", "ungepflegt" und für kleine Kinder "zum Spielen ungeeignet" wird das neue Areal vor der Lessing-Mittelschule bezeichnet.

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Der Sand am neuen Spielplatz wird getauscht. Eine Kinderrutsche soll noch angeschafft werden, wenn die Mittel dafür da sind.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Dabei hatte es vor Beginn der 55 000-Euro-Umgestaltung im letzten Jahr sogar eine Anwohnerbefragung gegeben. Jetzt haben diese Anwohner sich an Stadträte gewandt.

"Das ist doch nichts: Aus den Sandflächen wächst Gras, da wo Gras wachsen soll, wächst es nicht, Spielgeräte für kleine Kinder gibt es nicht und mein sechsjähriger Enkel weiß nicht, was er hier machen soll", ist Anwohner Detlef Wenzel regelrecht erbost über den gerade erst freigegeben Spielplatz. Das heißt, komplett freigegeben ist der Platz noch nicht. Das sogenannte Bewegungsfeld, das sich zwischen zwei Metallpfosten-Paaren befindet, ist seit Monaten mit Bauzäunen abgesperrt. Hier soll der Rasen noch anwachsen. Noch etwa zwei Wochen werden die Zäune stehenbleiben. Die Baufirma habe Spurrillen erzeugt, die ausgebessert werden mussten, heißt es aus dem Bau- und Schulamt.

Dass dieses Areal "Bewegungsfeld" und nicht "Bolzplatz" heißt ist übrigens Ergebnis einer Anwohnerbefragung, die die Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft bei deren Mietern durchgeführt hatte. Die Ergebnisse dieser Befragung, die unter anderem erbrachte, dass ein Bolzplatz nicht gewollt ist, sind in die Planungen eingeflossen, hatte Bauamtsleiter Wolfgang Walter vor Beginn der Umgestaltung erwähnt.

Hoch kann allerdings die Beteiligung an dieser Befragung nicht gewesen sein. Anwohner nämlich haben sich jetzt mit Beschwerden an die Schkeuditzer SPD-Fraktion gewandt. Hier stießen sie auf offene Ohren, da SPD-Stadtrat Kurt Arnhold schon die Umgestaltungspläne abgelehnt hatte. Beim entsprechenden Beschluss im letzten Jahr stimmte er gegen das Vorhaben.

"Seit dem Umbau haben sich Standard und Attraktivität verschlechtert", heißt es jetzt aus der Fraktion. Die Verwaltung werde um Nachbesserungen nicht umhin kommen. Diese Nachbesserungen sind momentan auch in Arbeit, bestätigte gestern Stadtsprecher Helge Fischer auf Anfrage der LVZ. "Der Sand soll am Spielplatz an der Lessing-Schule und an weiteren Spielplätzen ausgetauscht werden", sagte er. Momentan werde die Liste der betreffenden Plätze erarbeitet. Um eine Nachbesserung oder gar eine Regressleistung handele es sich bei der Sand-Tausch-Aktion so kurz nach der Eröffnung nicht. Neuer Sand sei hier nämlich nicht verwendet worden, der sei noch vorrätig gewesen. "Wir überprüfen turnusmäßig die Spielplätze und dabei ist der Mangel festgestellt worden", erklärte der Stadtsprecher.

Auch sei die Beschaffung einer Kinderrutsche in Vorbereitung. So die Anschaffung im Haushalt auch darstellbar sei, werde sie in der Nähe einer Wippe und eines kleinen Sand-Baggers aufgestellt. "Das Fundament dafür ist schon hergestellt", sagte Fischer.

Dass die maroden Holzspielgeräte ausgetauscht worden sind, hält auch die Fraktion nach wie vor für richtig. Durch die vollständige Neuanlage des Geländes habe der Spielplatz aber seinen Charakter verloren. Vor allem den Nutzen, dass Rasen- und Sandflächen getauscht worden sind und intakte Einfassungen zurückgebaut wurden, sieht Arnhold nicht: "Kosteneffizient war dieses Projekt nicht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2013

Roland Heinrich

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