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Schkeuditz Neues Anflugverfahren soll von Lärm entlasten
Region Schkeuditz Neues Anflugverfahren soll von Lärm entlasten
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14:23 19.05.2015

Wie die DSF gestern auf LVZ-Anfrage nun bestätigte, wird dieses sogenannte Continious-Descent-Operations (CDO)-Verfahren tatsächlich seit Donnerstag im Raum Leipzig-Halle angewandt. Die betreffenden Maschinen könnten in einer bestimmten Flughöhe die Triebwerksleistung auf etwa 30 Prozent reduzieren und bis zum Endanflug eine Art Gleitflug praktizieren. Das reduziere vor allem im Außenbereich des Flughafens die Lärmbelastung und den Kerosinverbrauch. Nachteil: Je dichter der aus verschiedenen Richtungen kommende Flugverkehr ist, und das ist ja nachts in Schkeuditz der Fall, desto weniger lässt sich dieses Anflugverfahren anwenden. Doch das soll sich bald ändern. In einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung der Fluglärmkommission (FLK) stellte die DFS am Mittwoch ein weiteres neues Anflugverfahren vor, das mit CDO kombiniert werden und dann auch bei höherem Verkehrsaufkommen greifen soll.

Dieses neue Verfahren nennt sich Point Merge (frei übersetzt Sammelpunkt). Es bedeutet, dass die aus allen Richtungen ankommenden Flugzeuge von den Fluglotsen zu einem bestimmten Punkt in sehr großer Höhe geleitet werden. Dort ordnen sich nach Reißverschlussprinzip und mit dem richtigen Sicherheitsabstand zueinander die Maschinen ein. Nacheinander geht es dann wie in einem Trichter kreisförmig auf die Reise nach unten. Am Ausgang dieses Point-Merge-"Trichters" können die nun im korrekten Abstand einsortierten Maschinen geordnet den störungsfreien, kontinuierlichen Sinkflug gen Flughafen beginnen. "Maschinen aus anderen Richtungen stören den Sinkflug nicht mehr, da sie vorher alle zum Point Merge gelotst werden. Der Pilot muss damit auch nicht mehr die Klappen ausfahren um zu bremsen und danach neu beschleunigen, was natürlich Lärm verursachen würde", erklärte gestern DFS-Pressereferentin Kristina Kelek. Dieses System sei von der Euro Control, der Europäischen Flugsicherungsorganisation in Brüssel entwickelt worden.

Zur Zeit wird es laut Kelek in Norwegen und Irland angewendet. In England, Frankreich und Italien laufen wie in Deutschland Untersuchungen. Ursprünglich war als deutsches Pilotprojekt der Flughafen Frankfurt/Main geplant, doch dort sei das Verkehrsaufkommen zu groß. Nun will die DFS Erfahrungen an weniger frequentierten Flughäfen sammeln. Erstmals angewendet wird das Verfahren demnach ab 11. Dezember in Hannover. Zirka ein Jahr später soll Leipzig folgen. Wo und in welcher Höhe sich der Point Merge im Großraum Leipzig-Halle befinden soll, stehe noch nicht fest. Das wird für jeden Standort individuell berechnet und festgelegt, erläuterte Kelek. Die Höhe des "Trichters" könne in Leipzig anders als in Hannover sein.

Die hiesige FLK hat sich zu den Plänen noch keine Meinung gebildet, stehe ihnen aber offen gegenüber, sagte Vorsitzender Manfred Heumos. Man wolle nun die Berechnungen und Betroffenheitsanalyse der DFS abwarten. Im Januar sollen diese in einer zweiten Sondersitzung vorgelegt werden. Heumos: "Es überwiegt die Hoffnung gegenüber der Skepsis, dass das Verfahren zur Lärmentlastung führen wird. Alles was mehr Menschen entlastet als belastet, ist ein Fortschritt." Die nächste reguläre Sitzung der FLK findet am Mittwoch, dem 12. November statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.10.2014
Olaf Barth

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