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Neues Regenrückhaltebecken für Dölziger Gewerbegebiet

Fassungsvermögen wird erhöht Neues Regenrückhaltebecken für Dölziger Gewerbegebiet

Die Leipziger Wasserwerke wollen jetzt für eine zukunftssichere Entwässerung des Dölziger Gewerbegebietes sorgen. Die beiden momentan vorhandenen Becken sollen durch ein großes Regenrückhaltebecken ersetzt werden. Bis Ende August nächsten Jahres sollen die Arbeiten dauern.

Das alte Versickerungsbecken für das Dölziger Gewerbegebiet hat wegen des gestiegenen Grundwasserspiegels nahezu keine Funktion mehr.

Quelle: Roland Heinrich

Dölzig. Es war eine Starkregenperiode im Herbst 2010, die den Leipziger Wasserwerken (LW) den Anlass gab, über eine bauliche Ertüchtigung der beiden Regenbecken im Dölziger Gewerbegebiet ernsthaft nachzudenken. Anlieger dürften sich noch gut an jenen Herbst erinnern, als die beiden Becken übergelaufen, die Gärten in unmittelbarer Nachbarschaft geflutet waren und Pumpen das Wasser in den Saale-Elster-Kanal befördern mussten. Lange wurde dann geplant.

Als durchaus aufwendig ist nun das zu bezeichnen, was laut LW für eine zukunftssichere Entwässerung des Gewerbegebietes sorgen soll. Die beiden momentan vorhandenen Becken sollen durch ein großes Regenrückhaltebecken ersetzt werden. Dessen Überlauf wird durch eine Rohrleitung, die unter dem Saale-Elster-Kanal hindurchführen wird, in einen alten Flusslauf – den Mittelgraben – geführt. Bis Ende August nächsten Jahres sollen die Arbeiten dauern.

„Die Planungen und Abstimmungen haben unter anderem so lange gedauert, weil so viele Behörden beteiligt waren beziehungsweise gehört werden müssten“, erklärte der LW-Projektverantwortliche Torsten Kröll. In unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze galt es nicht nur die Interessen der Kommunen, sondern auch die Sachsens und Sachsen-Anhalts unter einen Hut zu bekommen. Hinzu kamen Naturschutzbelange: „Das Thema Umwelt hat uns viel Nerven gekostet und zeitlich nach hinten geworfen“, sagte Kröll. Mit dem Saale-Elster-Kanal – die offizielle Bezeichnung ist übrigens Saale-Leipzig-Kanal – war sogar eine Bundesbehörde, nämlich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, mit im Boot. „Die Kommunen haben Angst vor mehr Wasser, das Bundesamt achtet auf den Zustand des Kanals und die Umweltbehörden wollen die Schutzgebiete schützen. Wir haben viele Varianten diskutiert und jetzt wohl die wirtschaftlich und technisch sauberste Lösung gefunden“, sagte der Projektverantwortliche.

„Die beiden bestehenden Becken sind 1994/95 gebaut worden. Schon da waren sie für die Fläche des Gewerbegebietes knapp bemessen. Heute ist deren Größe nicht zukunftssicher; die Aufnahmemenge ist grenzwertig“, führte Kröll aus. Sollte zusätzliche Fläche im Gewerbegebiet versiegelt werden, würden die Becken definitiv nicht mehr ausreichen. Das liege vor allem auch daran, dass das Versickerungsbecken quasi keine Funktion mehr habe. „Im Allgemeinen liegen zwischen der Sole eines Beckens und dem Grundwasser 1,5 bis zwei Meter“, sagte Kröll. Das mag in den 1990er Jahren auch noch so gewesen sein. Doch seitdem ist das Grundwasser stetig angestiegen: „Laut den Daten der Grundwassermessstelle des Bundesschifffahrtsamtes befindet sich es sich heute 1,5 bis zwei Meter höher“, erklärte Kröll. Deshalb sei eine Versickerung nicht mehr möglich.

Was nun neu entstehen soll, ist ein reines Regenrückhaltebecken, das in der Größe die jetzigen beiden Becken zusammenfasst. „Das Speichervolumen des neuen Beckens beträgt etwa 9500 Kubikmeter Wasser. Das entspricht etwa 65 000 Badewannenfüllungen“, merkte Marten Sperling, der für die Projektsteuerung zuständig ist, an. Das Becken werde etwa 175 Meter lang und rund 80 Meter breit. Überschüssiges Wasser soll über eine Rohrleitung etwa 150 Meter auch unter dem Saale-Elster-Kanal hindurch in den alten Mittelgraben geleitet werden. Dafür wird dieser alte Flusslauf naturnah und in mäandernder Form bis zum Augraben ausgebaut. Knapp zwei Millionen Euro geben die LW für das Projekt aus. Durch das Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird das Vorhaben mitfinanziert.

Von Roland Heinrich

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