Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Neuzugänge im Schkeuditzer Stadtmuseum
Region Schkeuditz Neuzugänge im Schkeuditzer Stadtmuseum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:34 03.01.2017
Diese Gedenktafel zählt zu den etwa 70 Neuzugängen im Schkeuditzer Museum, die Stadtmuseumsleiter Hans Neubert 2016 verzeichnen konnte. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Anzeige
Schkeuditz

Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass das Stadtmuseum am Ende des Jahres auf die Neuzugänge im Museumsbestand schaut und zum Dank Stifter und Spender einlädt. Rund 40 Einladungen hatte Leiter Hans Neubert für die entsprechende Veranstaltung verschickt. „Ich werde nicht nur über die Neuzugänge berichten, sondern auch auf das Jahr zurückblicken und Vorhaben im kommenden Jahr erklären“, sagt er.

Was im Verlauf des Jahres Einzug gehalten hat, bezeichnete Neubert zunächst als nicht unbedingt spektakulär, war beim Aufzählen einzelner Gaben dann aber doch begeistert: So habe ein Schkeuditzer eine Gedenktafel gebracht, die einst die Pflanzung einer Kaisereiche verkündete. Auf alten preußischen Karten ist die 1897 aus Anlass des 100. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. gepflanzte Eiche westlich der Kreuzung zwischen Gärtchen- und Baumschullinie und nördlich der heutigen Neuen Luppe eingezeichnet. Die Gärtchenlinie hieß da noch Sternlinie. „Der Spender hatte sie in einer Garage gefunden und wohl auch aufgearbeitet“, berichtet Neubert.

Ein Zugang ganz anderer Art kam aus dem Schwäbischen: „Wir haben zwei komplette Fotoalben von einer in Schkeuditz legendären Veranstaltung bekommen“, so Neubert freudig. Es gehe um eine Karnevalsfeier, die 1955 in Schkeuditz einmalig stattgefunden hat. Der in Schkeuditz nicht unbekannte Heinz Kretzschmar hatte die Feier organisiert und auch das Schunkelwalzerlied „Auch Schkeuditz feiert Karneval!“, das genauso als Hohelied auf das Sternburg-Bier angesehen werden kann, komponiert. „Ein zweites Fest war für 1956 organisiert, wurde von der Obrigkeit aber verboten“, erzählt der Museumschef. Vermutlich zu ausschweifend verhielt sich der Schkeuditzer bei der ersten Karnevals-Sause. Kretzschmar habe Schkeuditz dann in Richtung Westen verlassen.

Ebenfalls eine Reihe von Fotos habe das Museum zum damaligen Reichsarbeitslager in der Stadt erhalten. „Wir wissen zwar von diesem Lager, haben auch zwei alte Postkarten und auch Baupläne von den Gebäuden. Fotos aber sind bei uns nicht im Bestand gewesen“, erklärt Neubert. Die jetzt ebenfalls aus dem Schwäbischen eingetroffenen 60 Fotografien ergänzen den historischen Fundus. So gibt es etwa Fotografien von Arbeiten an der Luppe-Regulierung und an der Autobahn. „Ich bin immer sehr dankbar, wenn Nachfahren derartige Hinterlassenschaften nicht einfach wegschmeißen, sondern weitsichtig handeln“, betont Neubert.

Auch zur aktuellen Sonderschau zur Sparkassengeschichte hat es eine Schenkung gegeben: Ein Sparkassenbuch eines Schkeuditzers kann im Bestand bleiben. Aus Bad Wimpfen nördlich von Heilbronn trafen ein Lebenslauf, Zeugnisse und Urkunden einer zwischen 1920 und 1940 in Schkeuditz lebenden Frau ein. Auch Neubert hat 2016 eine Erwerbung gemacht: „Ich habe eine Lithographie zum Kürschner-Handwerk gekauft.“ Auch wenn es sich dabei wohl nicht um eine Originalseite aus dem 1568 erschienenen Ständebuch von Hans Sachs handele, so sei es kein billiger Nachdruck.

„Bei den Besucherzahlen haben wir einen Einbruch zu verzeichnen“, blickt Neubert zurück. Das habe hauptsächlich an der Mühlstraßen-Baustelle gelegen, die quasi den Weg zum Museum abgeschnitten hat. Die zwei Sonderausstellungen seien aber gut besucht gewesen. 2017 solle es eine Sonderausstellung zum Maschinen- und Apparatebau geben.

Von Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es ist gerade mal gut 13 Monate her, da gratulierten 40 Kinder aus dem Awo-Kindergarten „Kunterbunte Villa“ der Glesiener Einzelhandelskauffrau Marlies Braunsdorf zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum. Was inklusive der Jubilarin damals noch keiner ahnte: Ende dieses Jahres ist Schluss.

23.12.2016

Die Stadt Schkeuditz hat zusätzliche Ausgaben, die vorher nicht im Haushalt eingeplant waren. Deshalb hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung überplanmäßige Ausgaben von insgesamt fast 100.000 Euro einstimmig beschlossen. Zwei Gründe gibt es für das zusätzlich notwendige Geld.

22.12.2016

Feuerschein am Schkeuditzer Nachthimmel: Am Donnerstagabend sind nahe dem Ortsteil Dölzig 120 Strohballen abgebrannt. Ein Unbekannter hatte das Feuer gelegt.

16.12.2016
Anzeige