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Noch keine Entscheidung zu geplanter Deponie-Öffnung

Noch keine Entscheidung zu geplanter Deponie-Öffnung

Auch wenn zurzeit das Thema Asylbewerber-Unterkunft im Gewerbegebiet viele Dölziger besonders bewegt, so gibt es auch noch andere Themen, die einer Klärung bedürfen.

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Noch ist nicht entschieden, ob auf der alten Deponie in Dölzig Klärschlamm aufgetragen werden darf.

Quelle: Roland Heinrich

Zum Beispiel, wie es mit der alten Deponie und den für dort öffentlich gewordenen Planungen weitergehen soll. Eine offizielle Mitteilung aus dem Landratsamt (LRA) Nordsachsen ist dem Dölziger Ortsvorsteher Thomas Druskat noch nicht zugegangen. "Nein, wir haben noch nichts Schriftliches bekommen", sagte er auf Anfrage der LVZ. In der erwarteten Mitteilung geht es um die Entscheidung des LRA zur Sanierung der Dölziger Deponie, die seit Jahren brach liegt und von der laut Gutachten aus dem Jahr 2014 keine Gefahr für Natur und Umwelt ausgeht. Eine Ablehnung des Plans wird von allen Seiten erhofft. Denn ein Antragsteller will die Deponie öffnen und dort Klärschlamm ablagern.

Druskat war gemeinsam mit den Ortsräten aufgefordert worden, sich zum geplanten Sanierungsvorhaben auf der Dölziger Deponie zu äußern, hatte sich - wie die Räte auch - gegen diesen Plan ausgesprochen und erhielt auch von der Schkeuditzer Stadtverwaltung und den Stadträten entsprechende Unterstützung (die LVZ berichtete). Ein Schreiben, das die Ablehnung des Vorhabens ausdrückt, wurde als Stellungnahme an das LRA geschickt.

Südlich des Elster-Saale-Kanals gelegen, wurde an der Stelle der Deponie bis 1964 Kies abgebaut. Danach habe eine wilde - also illegale Müllablagerung - im entstandenen Loch stattgefunden. Die systematische Verfüllung habe dann 1973 mit Hausmüll und Asche begonnen, informierte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). Noch vor der politischen Wende sei die Deponie dann im Mai 1989 geschlossen worden. Heute ist das Gelände nur noch als mit Bäumen und Büschen bewachsene Fläche wahrzunehmen.

Einzige von dort ausgehende Gefahr ist das Auswaschen von Schadstoffen durch eindringendes Oberflächen- oder Regenwasser. Doch von den Schadstoffen gibt es wegen der inzwischen vergangenen Zeit laut Gutachten so gut wie keine mehr. Der Sanierer will nun das etwa 125 000-Quadratmeter-Areal roden, die Deponie also öffnen und über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren hauptsächlich Klärschlamm aufbringen - bis zu einer Höhe von zwei Metern. Woher der Klärschlamm kommt, kann man im LRA nicht beantworten. "Dazu sind keine Aussagen möglich", antwortete Antje Brumm, Amtsleiterin im Umweltamt, auch auf die Frage, um welche Art Klärschlamm es sich handelt. Auch, weshalb der Eigentümer überhaupt sanieren will, obwohl weder Notwendigkeit noch Verpflichtung dafür existieren, weiß man im Amt nicht: "Eine Begründung für die Antragstellung wurde nicht gegeben", teilte Brumm mit. Der Antrag des Eigentümers hat nun ein Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt, bei dem Vollzugshinweise des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Anwendung finden würden, wie Brumm mitteilte. Diese Hinweise beträfen das Bundes-Bodenschutzgesetz. Darin heißt es sinngemäß, dass sichergestellt sein muss, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Schon der Lkw-Verkehr, der über fünf Jahre lang in Richtung einstiger Deponie rollen soll, hat das Potenzial, dieses Allgemeinwohl zu beeinträchtigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Roland Heinrich

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