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"Noch keine konkreten Bauvorhaben bekannt"

"Noch keine konkreten Bauvorhaben bekannt"

Dass das Leipziger Stadtplanungsamt derzeit zwei Bebauungspläne entlang der Radefelder Allee zwischen dem Flughafen Leipzig/Halle und Porsche erarbeitet, hatte Schkeuditz' Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) während der jüngsten Stadtratssitzung mitgeteilt (die LVZ berichtete).

Schkeuditz. Während auf der einen Seite der Allee bei Porsche relativ klar ist, wer hier bauen will, sorgt der Bebauungsplan "Radefelder Allee West" in den in unmittelbarer Nähe befindlichen Stadtteilen von Schkeuditz seit Längerem für unruhige Spekulationen.

Angaben zu Investoren aber gibt es auf der Airport-Seite der Allee noch nicht. Das bestätigte jetzt auch das Leipziger Stadtplanungsamt: "Die Bearbeitung der Planungen befindet sich noch in einer frühen Phase. Die Stadt Schkeuditz ist in die aktuelle Erarbeitung der Planungsgrundlagen frühzeitig einbezogen. Für den zukünftigen Geltungsbereich des B-Planes Nr. 422 "Radefelder Allee West" sind noch keine konkreten Bauvorhaben bekannt."

Ganz anders indes auf der Porsche-Seite. Obwohl der Automobilhersteller in letzter Zeit einiges an Erweiterungsbauten hochgezogen hat, scheint das Ende der Fahnenstange namens Investition noch nicht erreicht. Auch wenn es laut dem Leipziger Stadtplanungsamt noch keinen konkreten Zeitpunkt für ein Bauvorhaben gibt, wird in dem Gebiet des einen neuen B-Planes wohl der Grundstückseigentümer Porsche bauen.

Anders beim zweiten B-Plan-Gebiet auf der gegenüberliegenden Seite der Radefelder Allee. Hier ist der Flughafen der Besitzer, will aber primär nicht selbst bauen. "Der Flughafen strebt die Entwicklung zum Industriegebiet an, um luftfahrt- beziehungsweise flughafenaffine Industrie am Standort anzusiedeln", sagte Airportsprecher Uwe Schuhart auf Anfrage der LVZ. Primär also sollen Investoren hier Geld ausgeben. "Es gibt immer wieder Interessenten mit Anfragen für Gewerbe- und Industrieflächen in Airportnähe, die nach deren Vorstellungen aber bisher leider nicht positiv beantwortet werden können", sagte Schuhart. Zwar habe der Airport noch weitere Flächen in der Vermarktung, Investoren aber hätten konkrete Maßgaben, denen entsprochen werden müsste. "Für den Flughafen steht - ganz im Sinne der Anteilseigner - die Ansiedelung von Investoren mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen und Wertschöpfungstiefe am Standort im Vordergrund", führte der Airport-Sprecher noch aus.

Was den Bebauungsplan für die Flughafenfläche betrifft, sagte Schuhart: "Man befindet sich in der Phase 1 des Verfahrens, also vor einem Aufstellungsbeschluss durch den Stadtrat." Beim Leipziger Stadtplanungsamt erklärt man, an welcher Stelle der B-Plan-Entwicklung man momentan ist: "Zur Zeit erfolgt die Grundlagenermittlung zur Entwicklung des Gebietes. Danach wird ein städtebauliches Nutzungs- und Erschließungskonzept erarbeitet, welches frühzeitig der Öffentlichkeit vorgestellt wird."

Weiter fortgeschritten ist das Leipziger Amt indes bei dem Bebauungsplan für das Porsche-Areal. "Bereits vor geraumer Zeit wurde eine Planung zur Erweiterung des Güterverkehrszentrums begonnen. Nach einem Eigentümerwechsel wird diese nun fortgeführt, mit dem Ziel, das am Standort bestehende Automobilwerk für die Zukunft gut aufzustellen und die Voraussetzungen zum Erhalt und zur Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze zu schaffen", heißt es aus dem Amt.

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit findet, wie berichtet, schon heute, um 18 Uhr im Gebäude der Tüv-Süd Industrie Service GmbH, Wiesenring 2, in Leipzig-Lützschena ein Bürgerforum statt. Dieses wird vom Leiter des Stadtplanungsamtes, Jochem Lunebach, moderiert und wohl nicht nur Lützschenaer Bürger anziehen. Die Planungsunterlagen liegen seit Dienstag und bis zum 20. Februar im Neuen Rathaus in Leipzig aus. Für den B-Plan auf Flughafen-Seite gibt es noch keine Termine.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2015
Roland Heinrich

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