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Noch sind die Gewächshäuser leer

Noch sind die Gewächshäuser leer

"Zu Weihnachten lachen wir darüber", hatte Thomas Knauf aufmunternd zu seinem Bruder gesagt, als 2013 der Baustart für ihre neue Gärtnerei in Schkeuditz anstand.

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Auf 8000 Quadratmetern soll in der Gärtnerei Knauf künftig produziert werden. Mitte Februar will das Familienunternehmen in vierter Generation von Kursdorf nach Schkeuditz umziehen. Doch noch sind nicht alle Handgriffe erfolgt.

Quelle: Roland Heinrich

Kursdorf/Schkeuditz. Mit Weihnachten meinte er das Fest des letzten Jahres. Doch Lachen konnten die Knaufs bis kurz vor dem Fest noch nicht. Der Umzug der Familiengärtnerei aus Kursdorf in die Alte Straße nach Schkeuditz verzögerte sich. Jetzt wollen die Brüder in reichlich einem Monat den Gärtnerei-Standort wechseln.

"Ich war wohl etwas zu optimistisch", gab Knauf zu. Bereits im November sollten die Gewächshäuser fertig sein. Schwierigkeiten beim Bau am abschüssigen Gelände und auch Starkregen­ereignisse, die die Baustelle unter Wasser setzten, sorgten für Verzögerungen. "Und wenn eine Firma in Verzug gerät, hat das auch Auswirkungen auf die Nachfolgenden, die dann warten müssen und derweil andere Baustellen bedienen", berichtete Knauf.

Seit 1954 ist die Gärtnerei Knauf in Kursdorf beheimatet. Schon als die beiden Brüder Thomas und Hans-Peter Knauf 2002 die Gärtnerei von ihrem Vater Joachim übernahmen, sollte saniert werden. "Dann kam der Ausbau des Flughafens", berichtete Thomas Knauf. Eine Modernisierung in Kursdorf hatte sich erledigt. Es folgten Jahre, in denen sich der Flughafen und die Knaufs vor Gericht begegneten. Dabei sei es nicht immer fein zugegangen.

"In Kursdorf hatten wir Investitionsstau", erwähnte Knauf. Es musste baulich also etwas passieren. Auf einer doppelt so großen Fläche wie in Kursdorf entsteht nun die neue Schkeuditzer Gärtnerei. 8000 Quadratmeter Produktionsfläche stehen dann zur Verfügung. Gebaut wurde modern: "Die Gewächshäuser sind mit diffusen Glasscheiben gedeckt. Eigentlich sind bei Gärtnereien Klarglasscheiben üblich. Neue Erkenntnisse sehen bei diffusem Glas aber Vorteile", verriet Knauf. Überhaupt sei im neuen Domizil alles modern. Eine Regenwasser-Rückgewinnungsanlage gebe es genauso wie mehrere separat regulierbare Heizkreisläufe und ein innerbetriebliches Transportsystem. "Ich freue mich schon auf die Arbeit hier", sagte Knauf.

Den Weg dahin - also den Bau der neuen Gärtnerei - möchte Knauf so ohne Weiteres nicht noch einmal gehen. "Ich weiß nicht, ob wir, wenn wir gewusst hätten, was auf uns zukommt, dieses Projekt angegangen wären. Ohne kompetente fachliche Hilfe hätten wir das nicht geschafft", gab er zu. Dabei seien die Planungen und der Bau nur eine Seite der Medaille. Hinzu komme, dass sich die Familie enorm finanziell belastet habe. "Wir mussten natürlich einen Kredit aufnehmen. Ohne Fördergeld, mit dem aber auch Auflagen und Prüfungen verbunden sind, hätten wir das Vorhaben nicht realisiert", fügte Knauf hinzu.

Jene Fördergelder, die von der EU und vom Freistaat kommen, oder vielmehr deren Ausbleiben sorgten in den letzten Monaten des vergangenen Jahres beinah für ein Fiasko. "Eigentlich, so war es vereinbart, sollte es Ende Oktober zu einer Zwischenfinanzierung, also zu einer Auszahlung, kommen. Bis Dezember aber ist kein Geld eingetroffen", sagte Knauf. Firmen wollten sogar die Arbeit niederlegen, weil die Bezahlung ausblieb. Am 23. Dezember sei dann das Geld gekommen und vermutlich huschte den Knaufs ein Lächeln über das Gesicht. "Dass wir so lange auf Geld warten müssen, kenne ich aus unserer Selbstständigkeit nicht."

Mitte Februar nun soll der Umzug nach Schkeuditz erfolgen. Im April werde es einen Tag der offenen Tür geben. Wie und wann ein Verkauf errichtet wird, sei noch nicht klar. Auch ein geplantes Wohnhaus gilt es noch zu bauen. Vielleicht können die Knaufs zu Weihnachten dann darüber lachen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.01.2015
Roland Heinrich

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