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Schkeuditz Nur auf dem Papier
Region Schkeuditz Nur auf dem Papier
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10:00 21.05.2011
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Schkeuditz

Mit über 400 Kunden und Lieferanten weltweit stehe die Firma in kaufmännischer Beziehung. Momentan werde ein Warenkatalog erstellt und die Beteiligung an der internationalen Messe, bei der im letzten Jahr auch Firmen aus Belgien, Frankreich oder gar Canada teilgenommen hätten, vorbereitet. Zum 20. Mal werde die Lolly-Pop an der jährlich stattfindenden Messe dieses Mal in Dresden Ende September beteiligt sein. Und ebenfalls im September existiere die Lolly-Pop GmbH 20 Jahre.

„Die Firma existiert nur auf dem Papier. Es gibt die Waren, mit denen wir handeln, nicht und auch Geld existiert nur auf Bankbelegen, Kontoauszügen oder Rechnungen, fließt aber nicht“, erklärt Händel und schmunzelt. Dennoch sei der Arbeitsablauf dem eines wahren Unternehmens sehr ähnlich. Die 20 bis 25 Mitarbeiter der Lolly-Pop Übungsfirma sind Erwachsene, die über Fortbildungsmaßnahmen zurück in den Beruf gelangen wollen, Auszubildende (Azubi) aus den kaufmännischen Bereichen aller drei Ausbildungsjahre von der GtB oder aus Unternehmen, mit denen Verbunde existierten.

„Die Firma ist wie eine kleine Volkswirtschaft in der Volkswirtschaft“, beschreibt Händel. Ihr Aufbau orientiere sich an dem realer Unternehmen. Von der Bestellabwicklung, Marktforschung oder der Lagerung von Waren bis hin zur Buchhaltung, dem Mahnwesen oder der Abwicklung des Zahlungsverkehrs müssten die Mitarbeiter die Bereiche durchlaufen. „Welches reale Unternehmen lässt schon einen Azubi die Lohnbuchhaltung erledigen?“, fragt die „Geschäftsführerin“. Im Großraumbüro der Lolly-Pop GmbH seien diese Aufgaben sämtlichst zu erledigen. „Und auch hier müssen die Zahlen stimmen“, sagt Händel und erwähnt, dass es schon eine Steuerprüfung gegeben habe. „Dabei wurde nichts bemängelt“, ist sie stolz.

Als eine der ersten Übungsfirmen in den neuen Bundesländern 1991 gegründet steht die Lolly-Pop GmbH heute mit über 500 Übungsfirmen in Deutschland, aber auch in europäischen oder Ländern in Übersee im geschäftlichen Kontakt. In Deutschland werden die gesamten „Geschäfte“ über den Deutschen Übungsfirmenring abgewickelt. Auch hier gelten, wie in der realen Wirtschaft, betriebswirtschaftliche Grundsätze, wie Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit oder Flexibilität. „Die Zentrale befindet sich in Essen. Hier gibt es die Bank, über die die Buchungen laufen oder das Finanzamt, an welches ja auch Zahlungen fließen. Aber, wie gesagt, nur auf dem Papier“, beschreibt Händel die Struktur. Auch Formulare, die für den Übersee-Handel an das Zollamt geschickt werden müssten, seien in Essen zu erhalten und dort ausgefüllt wieder abzugeben.

„Im Laufe unseres Bestehens, und ich bin seit Beginn an dabei, hat sich die Klientel doch verändert“, berichtet Händel von den „Firmen-Mitarbeitern“. Seien es Anfangs vornehmlich Erwachsene gewesen, die in der Firma Qualifizierungsmaßnahmen absolvierten seien es in den letzten Jahren immer mehr Auszubildende aus den kaufmännischen Bereichen. Auch für soziale Einbindung in die Arbeitswelt eigne sich die Übungsfirma. „Die Spannweite ist da sehr groß“, sagt Händel und erwähnt Spannungsfelder, die schon aufgrund der Herkunft existierten.

Ab Dienstag sollen in Schkeuditz bei einer Tagung der Übungsfirmen auch Erfahrungen im Umgang mit solchen Spannungen ausgetauscht werden. „Wir erwarten 15 Teilnehmer aus ganz Deutschland“, sagt Händel. Bis zum Freitag sind die Vertreter aus Bayern, Bremen oder Baden-Würtemberg zu Gast. Nach einem Bericht zum Entwicklungsstand der Übungsfirmen am Dienstag steht am Mittwoch ein ganztägiger Vortrag von Konrad Reschke vom Institut für Psychologie der Universität Leipzig auf der Tagesordnung. Der Uni-Professor wird darin zu Konflikten, Lernstörungen und deren Umgang im Ausbildungsprozess oder zu neuen Strategien im Stressabbau referieren.

Roland Heinrich

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