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Schkeuditz Nur ein Jungstorch sitzt im Schkeuditzer Horst
Region Schkeuditz Nur ein Jungstorch sitzt im Schkeuditzer Horst
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09:28 08.07.2016
In luftiger Höhe zeigt Dietmar Heyder den von ihm gerade beringten Jungstorch. Quelle: Foto: Olaf Barth
Schkeuditz

Zurzeit ist es in der Schkeuditzer Mühlstraße wegen der Großbaustelle nicht gerade einfach, einen Laster in eine Einfahrt zu manövrieren. Doch Maschinist Gerald Pretzsch von der Freiwilligen Feuerwehr Schkeuditz lenkt das große Drehleiterfahrzeug zentimetergenau am Bauzaun und an ein Baufahrzeug vorbei auf das Grundstück mit den Storchenschornstein. Die beiden Experten Manfred Seifert und Dietmar Heyder schauen erleichtert zu, denn nun steht dort der Beringung des Jungstorches nichts mehr im Wege.

Zweiter Anlauf für die Storchenberingung

„Das ist schon der zweite Anlauf, beim ersten Mal musste die Feuerwehr abbrechen, da sie zu einem anderen Tiereinsatz gerufen wurden. Ein Wasserbüffel musste aus der Elster gezogen werden“, sagte Seifert. Der
73-Jährige ist ehrenamtlicher Horstbetreuer und nutzt oft die Auwaldstation in Lützschena als Arbeitsbasis. Die Storchenbilanz für dieses Jahr sieht in der Region nicht so rosig aus, sagt Seifert. „Im Raum Leipzig gibt es zahlreiche Ausfälle und oft nur Einer-Bruten oder totale Horst-Ausfälle wie zum Beispiel in Dölzig“, erzählt der Betreuer.

Storch im Glück in Schkeuditz Quelle: Olaf Barth

Grund zur Freude gebe es allerdings in Kleinliebenau, wo das Storchenpaar gleich vier Jungvögel groß zieht. Dagegen sind die Jungen in Wehlitz aus ihm nicht bekannten Gründen umgekommen. „Es gibt ja auch Storchenkämpfe, Genaues kann man da nicht sagen“, so Seifert. Aus der Region im nahen Sachsen-Anhalt wisse er, dass dort zahlreiche Vierer-Bruten gezählt wurden. Vielleicht gleiche sich das alles wieder aus.

Auf dem Schornstein in der Mühlstraße hat sich dieses Jahr ein neues Pärchen niedergelassen und den Horst gegen die Vorbesitzer verteidigt. „Das lässt sich an den Ringen erkennen. Einer der jetzigen Vögel kommt aus dem über 300 Kilometer entfernten Vogelpark Biebesheim am Rhein“, hat Seifert festgestellt.

Echter Einsatz: Reporter leiht T-Shirt

Nach oben zum Horst fährt mit der Feuerwehr-Drehleiter dann aber Dietmar Heyder. Der ehrenamtliche, geprüfte Storchenberinger staunt, wie groß der Jungvogel schon ist, die Elterntiere haben sich derweil entfernt. „Jetzt habe ich keine Decke dabei, können Sie mal Ihr T-Shirt ausziehen?“, fragt der
72-Jährige den LVZ-Reporter neben ihm. Gesagt, getan – im nächsten Moment bedeckt er mit dem Stoff den Kopf des Vogels, der sich daraufhin ganz ruhig einen Ring mit der Nummer AK85 an sein Bein anbringen lässt. Im Nest findet Heyder außerdem ein nicht ausgebrütetes Ei.

Heute will Heyder den letzten Storch dieser Saison beringen. Dazu wird er sich in Lützschena wieder in luftige Höhen begeben. Mit diesem Vogel wird er dann in diesem Jahr 45 Jungstörche beringt haben.

Von Olaf Barth

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