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Nur geringe Resonanz bei Frischemarkt-Premiere

Nur geringe Resonanz bei Frischemarkt-Premiere

Gähnende Leere herrschte Sonnabendvormittag auf dem Schkeuditzer Rathausplatz, von einem lebendigen Markttreiben nichts zu sehen. Keine schöne Premiere für diese neue Form eines Sonnabendmarktes in der Elsterstadt.

Schkeuditz. Zumal auch die Händlerschaft nicht zahlreich vertreten war.

Denn neben den beiden auch in der Woche hier stehenden beliebten Kreppelchen- und Bratwurstwagen waren gerade mal zwei Anbieter mit Obst und Gemüse erschienen. Doch die Händler nahmen es gelassen. „So etwas braucht Zeit und einen ordentlichen Buschfunk“, meinte Obsthändlerin Andrea Keitel, Angestellte beim Obsthof Pohritzsch in Neukyhna. Auch ihr Standnachbar Harry Thomas sieht für den Frischemarkt eine Zukunft. Denn das Bewusstsein für frische Produkte aus der Region sei nicht zuletzt auch durch die jüngsten Naturkatastrophen gestärkt. Obst und Gemüse vom Bauernhof nebenan schone allein durch die kurzen Transportwege erheblich die Umwelt. „Auch wenn der Markt heute noch nicht von der Bevölkerung angenommen wurde, hoffe ich, er entwickelt sich schnell zu einer attraktiven Einkaufsmöglichkeit als Alternative zu den Supermärkten“, wünschte sich der 51-jährige Thomas, dessen Waren aus dem eigenem Familienbetrieb in Fuchshain stammen. Neben Kartoffeln, Eiern und Pflanzen will er beim nächsten stattfindenden Frischemarkt auch Erdbeeren und Spargel feilbieten.

Organisator Erik Weickert plant, den Frischemarkt vor dem Rathaus an jedem ersten Sonnabend des Monats veranstalten. Zeitgleich dazu laufe auch wie bisher der Trödelmarkt am Straßenbahndepot. Dieser werde zukünftig sogar um einen Tag verlängert. Am Sonnabend fanden dort zwanzig Händler den Weg nach Schkeuditz um ihre antiken Raritäten, aber auch einfache Haushaltswaren zu verkaufen. Aber auch hier blieb ein Besucheransturm aus. „Die Gästezahl ist zum vergangenen Monat aber steigend“, so Weickert optimistisch. Viele kämen zum Trödeln von außerhalb.

Nur durch Zufall entdeckte Norbert Stolle den Flohmarkt in der Flughafenstadt, denn eigentlich war der Oberlausitzer auf dem Weg gen Süden. Bis zum Abflug seines Fliegers war noch genug Zeit zum Stöbern und Feilschen. „Ich wollte schon immer mal auf einen Trödelmarkt, nur geschafft habe ich es nie“, freute sich der 59-Jährige.

Veronika Friedrich hingegen ist Trödlerin aus Leidenschaft. Eine Premiere war ihr eigener Stand. Doch lange verharrte die pensionierte Geschichtslehrerin nicht hinter ihrem Warentisch: „Ich habe schon mehr ausgegeben als eingenommen. Ich trödle halt viel lieber.“ Die alten Bücher von Ines Rum-Mönicke ließen ihr Sammlerherz besonders hoch schlagen. „Hier liegen schon einige Schätze versteckt“, so die Leipzigerin und machte Buchhändlerin Rum-Mönicke gleich ein paar Preisvorschläge. „Einige Bücher sind weit unter ihrem eigentlichen Wert ausgepreist. Ein Kenner legt zum Beispiel für ein Buch aus der Nesthäkchen-Reihe mindestens 30 Euro auf den Tisch“, war sich Friedrich sicher. Ein geschichtlicher Atlas aus dem Zweiten Weltkrieg wechselt schließlich den Besitzer.

Obwohl am Sonnabend die Märkte nicht viele Schkeuditzer in die Innenstadt und in die Halle des Straßenbahndepots lockten, blieb Organisator Weickert positiv gestimmt: „Ich möchte auch weiterhin mit solchen Aktionen Leben in die Innenstadt bringen und bleibe dran.“

Anne Schulze

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