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Schkeuditz Nutzung der Trauerhallen wird teurer
Region Schkeuditz Nutzung der Trauerhallen wird teurer
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00:28 20.12.2015
Ab Januar ändern sich die Friedhofsgebühren in Schkeuditz und den Ortsteilen. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

„Die Liquidität der Stadt ist gegeben“, sagte die Schkeuditzer Stadtkämmerin Sylvia Fechner während der jüngsten Stadtratssitzung, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Im Zusammenhang mit der Friedhofsgebühren-Kalkulation hatte sie von „echten Liquiditätsengpässen“ gesprochen, die mit der noch geltenden Gebührenordnung auftreten und begründete so die jetzt beschlossene, „dringend erforderliche“ Anpassung. „Wir haben in diesem Jahr keine Kassen- oder Investitionskredite aufgenommen und werden wohl auch keine mehr aufnehmen. Wir können unsere Rechnungen bezahlen“, stellte Fechner klar.

„Ich empfinde die Gebührenanpassung im Fall der Trauerhallennutzung als erheblich und zu hoch“, sagte der Stadtrat Frank Sachsenröder (FW Dölzig). Er warf die Frage auf, ob mit den neuen Gebühren und einer dann anzunehmenden Nicht-Nutzung der Trauerhallen nicht eine weitere Kostenunterdeckung konstruiert werde. Diese Frage blieb unbeantwortet. Die Stadtverwaltung sei verpflichtet, kostendeckend – also weder kostenunter- noch -überdeckend – zu kalkulieren. Gemeinsam mit zwei weiteren Stadträten stimmte Sachsenröder dennoch gegen die ab 1. Januar geltenden neuen Gebühren.

Dabei hat die Stadtverwaltung sogar noch einmal zurückgerudert: Waren für die Nutzung der Trauerhallen in Dölzig, Glesien und im Stadtteil Papitz Preissteigerungen um bis über 400 Prozent vorgesehen, sind es nach jetzigem Beschluss maximal etwa 350 Prozent. In Zahlen bedeutet das, dass die Nutzung der Trauerhalle in Glesien statt bisher 30 Euro ab Januar 80 Euro kostet und ab dem Januar 2019 dann mit 140 Euro zu Buche schlägt. Bei den Trauerhallen nämlich gibt es eine zeitlich gestaffelte Gebührenerhöhung. So sind in Dölzig ab Januar statt bisher 200 Euro dann 250 Euro und ab 2019 300 Euro fällig. Die Preise gelten zunächst bis zum 31. Dezember 2020. Bisher kostenfrei war die Nutzung des Vorraumes der Papitzer Trauerhalle. Ab kommendem Jahr werden dafür 100 Euro, ab 2019 150 Euro erhoben. Preislich ist die Nutzung der kompletten Halle mit zunächst 200 Euro, ab 2019 dann 400 Euro am kostenintensivsten. Bisher wurden dafür 150 Euro erhoben.

Auch bei den Bestattungsvarianten ändern sich die Gebühren zum Teil erheblich. „Für die Mehrzahl der Nutzer wird es aber günstiger“, sagte Fechner. Das liege am Nutzerverhalten: Wurde 2003 noch von durchschnittlich 18 Erdbestattungen ausgegangen, liegt die derzeitige Kalkulation bei im Schnitt sechs solcher Fälle. Urnenbeisetzungen sind laut Fechner von 145 auf durchschnittlich 162 gestiegen. Die Nutzung in Gänze ist in etwa gleich geblieben. Am meisten nachgefragt seien Grabstätten in Urnengemeinschaftsanlagen. Hier sei der Erwerb der Begräbnisstätte zirka 55 Euro billiger. Für die Urnenbeisetzung seien rund 130 Euro weniger zu zahlen.

Ende 2004 hatte der Stadtrat eine Friedhofsatzung beschlossen, die planmäßig nach fünf Jahren 2009 hätte nachkalkuliert werden müssen. Dies ist jedoch nicht erfolgt. Über Jahre war der Stadt und dem Stadtrat bekannt, dass die Kosten der Friedhöfe die Einnahmen bei Weitem übersteigen. Allein zwischen 2011 und 2014 wurden die Friedhöfe im Schnitt mit 100 000 Euro pro Jahr bezuschusst. Die Weitergabe der insgesamt 400 000 Euro in Form einer Nachkalkulation an die zukünftigen Nutzer wurde als „nicht angemessen“ abgelehnt.

In der nächsten Kalkulation, die 2020 ansteht, sollen im ab Januar geltenden Gebührenzeitraum eventuell entstehende Kostenüber- oder -unterdeckungen Berücksichtigung finden.

Von Roland Heinrich

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