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Oberbürgermeister-Kandidaten präsentieren sich im LVZ-Wahlforum

150 Besucher im Schkeuditzer Kulturhaus Oberbürgermeister-Kandidaten präsentieren sich im LVZ-Wahlforum

Fast genau zwei Stunden beantworteten am Donnerstagabend die beiden Schkeuditzer Oberbürgermeister-Kandidaten die Fragen der LVZ-Leser. Diese hatten an die Redaktion ihre Fragen geschickt oder sie direkt im Kulturhaus Sonne an Ray Bergner (CDU) und Jörg Enke (FW) gerichtet. Hier ein kleiner Auszug aus dem Themen-Spektrum.

Rayk Bergner (CDU, links) und Jörg Enke (FW, rechts) stellen sich den Fragen der Schkeuditzer und des Moderators Olaf Barth

Quelle: André Kempner

Schkeuditz. Es hatte lange gedauert, bis die Schkeuditzerinnen und Schkeuditzer Klarheit darüber hatten, wer am 14. Mai in ihrer Stadt überhaupt als Oberbürgermeister zur Wahl steht. Sowohl Amtsinhaber Jörg Enke (FW) als auch Rayk Bergner (CDU) ließen sich Zeit: Der eine, weil er sich nach zwei Amtszeiten neuen Rückenwind von den einstigen Nominierern – der SPD, der Linken und den Freien Wählern – abholen wollte. Der andere, weil es ein ungeschriebenes Gesetz sei, dass sich zuerst der Amtsinhaber zur Kandidatur äußert. Am Donnerstagabend nun konnten die Schkeuditzer beim LVZ-Wahlforum im Kulturhaus Sonne den beiden Kandidaten ihre Fragen stellen oder sich einfach nur ein Bild von ihnen machen. Rund 150 Besucher nutzten die Gelegenheit. Den Abend moderierte LVZ-Redakteur Olaf Barth.

Der bat zunächst um Fairness, um konkrete Fragestellungen und nicht um Vorwürfe oder Abrechnungen, bevor sich die beiden Kandidaten vorstellen sollten. Der 44-jährige Rayk Bergner ist gebürtiger Thüringer, hat den Tischlerberuf gelernt und zeitgleich das Abitur abgelegt und war dann 14 Jahre Offizier bei der Bundeswehr. In München hat Bergner studiert, war in Leipzig, in Delitzsch und schließlich neun Jahre als Pressesprecher im Landratsamt Nordsachsen tätig, bevor er Anfang des Jahres Leiter des Eigenbetriebes Bildungsstätten wurde.

Jörg Enke ist ebenfalls in Thüringen geboren, ist in Leipzig aufgewachsen und hat in Jena ein Jurastudium absolviert. Für sein Referendariat ist er für zweieinhalb Jahre nach Bayern gegangen und war 1993 einer der ersten ostdeutschen Volljuristen, die eingestellt wurden. Der heute 52-Jährige war Richter am Verwaltungsgericht Leipzig, bis er 2003 zum Bürgermeister von Schkeuditz gewählt wurde.

Warum fehlt der CDU-Hinweis?

Auf den Wahl-Plakaten, die in Schkeuditz hängen und Rayk Bergner zeigen, ist die nominierende Partei nicht zu lesen. Warum das so ist, wollten LVZ-Leser und Moderator Olaf Barth wissen. „Wir reden hier von Kommunalpolitik. Die zu gestalten heißt für mich, gemeinsam – und das meine ich eindeutig fraktionsübergreifend – ziel- und sachorientiert Politik zu machen. Parteipolitik hat hier nichts zu suchen. Deshalb habe ich ganz bewusst auf den Parteihinweis verzichtet. Ich glaube, das ist bei Kommunalpolitik auch richtig.“

Was macht ein Stadtoberhaupt aus?

Was sind die Eigenschaften und Führungsqualitäten, die ein Stadtoberhaupt mitbringen sollte, was macht einen Oberbürgermeister aus, wollte eine LVZ-Leserin wissen. „Als Oberbürgermeister muss man ein Tausendsassa sein, man muss ein Stadtoberhaupt zum Anfassen sein“, meinte Enke. „Wenn man sich meine Arbeit aber anschaut, ist das ganz anders, als ich es mir 2003 vorgestellt habe: Man ist Arbeitgeber, hat dort mit allem zu tun, was ein Chef zu tun hat. Man ist Chef des Stadtrates und muss die ganzen Sitzungen vorbereiten. Man kann natürlich alles unterschreiben, was einem vorgelegt wird. Aber das ist keine Stadtentwicklung“, sagte der Amtsinhaber. Hinzu kämen Arbeiten in Gremien, in denen auch nicht nur Schriftstücke unterzeichnet werden müssen. Auf Nachfrage verriet Enke sein Handlungsschema und gleichzeitig sein Wahlkampfmotto: „Man muss genau hinhören, gemeinsam nachdenken und entschlossen handeln!“
Das hieße auch, dass man damit leben muss, es nicht jedem Schkeuditzer recht machen zu können. Als Beispiel nannte Enke die Bauarbeiten in der Mühlstraße, die für die Anwohner des Mühlbergs weniger erfreulich waren.

„Völlig klar ist, dass ein Bürgermeister fachliche und kommunikative Qualitäten haben muss“, sagte Bergner. „Man kann aber als Oberbürgermeister das Geschäft nicht allein bewältigen wollen. Man hat die Verwaltung, man hat den Rat, man hat Vereine, die Kirche. Man hat viele Akteure in einer Stadt. Und ein Oberbürgermeister sollte diese Akteure zusammenführen. Wichtig ist ein motiviertes Team im Rathaus.“

Was sind Handlungsschwerpunkte?

„Wir waren davon ausgegangen, dass wir in Straßen investieren. Was dann passierte, war zum einen der Gewerbesteuereinbruch, den wir hatten. Und zum anderen mussten wir wegen des Bevölkerungszuwachses Vorsorgemaßnahmen ergreifen“, sagte Enke. Im Haushalt eingeplant seien jetzt der Neubau einer Kindereinrichtung, die Erweiterung der Leibnizgrundschule sowie die Erweiterung der Kita in Dölzig, um dann Kapazitäten in der Gesamtstadt zu haben.

„Ich freue mich, dass Herr Enke jetzt den Kita-Neubau in der Stadt erwähnt. Aber 2019/2020 ist zu spät. Die Kitas sind voll“, sagte Bergner. „Wir müssen auf das Wachstum jetzt reagieren, deshalb wird ein Kita-Neubau bei mir definitiv Thema sein. Wir brauchen jetzt die Kita.“

„Wir handeln nicht zu langsam“, entgegnete Enke. „Wir müssen langfristig planen und genau überlegen, und der momentane Bevölkerungsanstieg beruht lediglich auf dem Zuzug“, erklärte er. Die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter nehme aber weiter ab. „Mit der Kita-Erweiterung in Dölzig haben wir sofort eine Kapazitätserhöhung auch für die Kernstadt“, sagte Enke.

Konkret an Bergner richtete Frank Sachsenröder seine Frage: „Was möchten Sie für die Finanzierung eines Kita-Neubaus aus dem Haushalt streichen?“ „Hier ist meines Erachtens auch der Stadtrat gefragt. Der künftige Oberbürgermeister und die Stadträte müssen sich hier zusammensetzen. „Ich sehe die Gehwege, die ich auch liebend gern machen würde, als zu verschieben an. Wir müssen uns da entscheiden. Ich kann aber noch nicht sagen, wie ein Vorschlag, den ich machen würde, aussehen würde. Aber etwas muss aus dem Haushalt raus“, sagte Bergner. Die Gehwege aus dem Haushalt zu streichen, dagegen protestierte Konrad Schaf gleich im Namen aller Rentner. „Die Gehwege sind in einem äußerst desolaten Zustand und müssen gemacht werden!“

Weit mehr Fragen kamen beim LVZ-Wahlforum zur Sprache. Nach etwa zwei Stunden war das Wahlforum jedoch beendet. Es bleibt der vom Moderator formulierte Aufruf an die Schkeuditzer, am 14. Mai zur Wahl zu gehen.

Von Roland Heinrich

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