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Schkeuditz Ohne Schkeuditz kein Sotschi
Region Schkeuditz Ohne Schkeuditz kein Sotschi
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14:34 19.05.2015
Olympische Winterspiele am Schwarzen Meer: Damit das funktionieren konnte, hat unter anderem das Unternehmen Bitzer für Kälte in den Eis-Arenen gesorgt. Für klimatisierte Busfahrten der Olympioniken steuerte Schkeuditz entsprechende Bauteile bei. Quelle: Bitzer

Der nach eigenen Angaben weltgrößte unabhängige Hersteller von Kältemittel-Verdichtern betreibt auch eine Produktionsstätte in Schkeuditz. Aus der Flughafenstadt kommen in Sotschi Bauteile zum Einsatz, die für klimatisierte Busfahrten der Olympioniken sorgen.

Sowohl die Eisflächen, als auch die Luft in den olympischen Eis-Arenen werden in Sotschi mit Hilfe von Bitzer-Technik gekühlt. Das teilte jetzt der Unternehmens-Sprecher Patrick Koops mit. "Unsere Verdichter sorgen dafür, dass die Kälte- und Klimaanlagen des finnischen Herstellers Suomen Tekojää Oy zuverlässig funktionieren. Seit Jahren sind wir ein eingespieltes Team", sagte Koops zur Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner, dem eigentlichen Gewinner der Ausschreibung.

Bei der Auftragsvergabe habe die große Erfahrung für die beiden Partner gesprochen. Bitzer sei der weltgrößte unabhängige Hersteller von Kältemittelverdichtern und kann auf 80 Jahre in der Branche zurückblicken. Stammsitz der Firma, die eine Produktionsstätte in Schkeuditz betreibt, ist Sindelfingen.

Der finnische Partner hat sich seit Gründung der Firma 1997 auf den Bau und die Konstruktion von Kälte- und Klimaanlagen in Sportstätten spezialisiert, wusste Koops zu berichten. "Für mehr als 100 Eishallen in Russland und rund 500 weltweit haben wir bereits die Kälteanlagen gebaut", erklärte Timo Mansikkaviita, Managing Director und Eigentümer von Suomen Tekojää Oy. Darunter seien auch mehrere Arenen der kontinentalen Eishockey-Liga gewesen.

Aus diesem Grund ist es naheliegend für die Organisatoren der Olympischen Winterspiele gewesen, sich für die Finnen zu entscheiden, meinte Koops. Die wiederum wollten auf Bitzer nicht verzichten. "Wir haben in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht und wollten für dieses Prestigeprojekt nur hochqualitative Produkte einsetzen", sagte Mansikkaviita. Die Verantwortung sei groß gewesen, schließlich sollten die Sportler in den unterschiedlichsten Disziplinen optimale Bedingungen vorfinden. "Für vier der fünf ­Eissporthallen wurde gefordert, dass sie mitsamt der Kälte- und Klimaanlagen wieder abgebaut und an anderer Stelle neu errichtet werden sollten, berichtete Koops. Mehr als eineinhalb Jahre intensive Arbeit habe der finnische Spezialist in den Großauftrag investiert. "Aufgrund unserer Kompetenz hat alles reibungslos funktioniert", resümierte der Finne. Es habe keine Schwierigkeiten mit der Technik oder Planung gegeben. "Lediglich die strikten Sicherheitsbestimmungen haben uns manchmal das Leben schwer gemacht", sagte Mansikkaviita. So sei es teilweise aufwendig gewesen, in den Olympia-Park hineinzukommen.

Ob Schkeuditz die Aggregate für die Olympia-Arenen geliefert hat, verneinte der Bitzer-Sprecher allerdings: "Nein, die Verdichter wurden in Rottenburg-Ergenzingen gefertigt." Doch der Schkeuditzer Anteil am Gelingen der Winterspiele sei nicht unerheblich: Die Verdichter in den Eis-Hallen kommen zwar nicht aus Schkeuditz, aber die in den Bussen, informierte Koops. Die Schkeuditzer Aggregate sorgen bei subtropischem Klima im russischen Sotschi für kühle Köpfe. Mehr als 400 Busse seien im Einsatz. Vom Badeort an der Schwarzmeerküste hinauf in die Berge nach Krasnaja Poljana fahren diese. Dort, im Gebirgs-Städtchen im Kaukasus, finden bekanntlich die Wettkämpfe statt, die wetterabhängiger sind. Zweistellige Minusgrade sind in dieser Jahreszeit hier eigentlich keine Seltenheit. Doch die Wetterprognosen lauten anders: Während in Sotschi heute 14 Grad Celsius erwartet werden, soll es im Gebirge mit 10 Grad ebenfalls recht mild werden. Für beide Orte wird heute Regen erwartet - da ist ein Platz im klimatisierten Bus wohl (olympisches) Gold wert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2014
Roland Heinrich

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