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Schkeuditz Osteuropäische Begegnungen der literarischen Art
Region Schkeuditz Osteuropäische Begegnungen der literarischen Art
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05:00 23.03.2010
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Kleinliebenau

Fünfmal berichtete der Schriftsteller von seiner fünfwöchigen Reise. „Immer geradeaus – Zu Fuß durch Europas Osten“ heißt der Titel des literarischen Reportagewerkes. Im idyllischen Kleinliebenau, vom Kultur- und Pilgerverein gemeinsam mit dem Berliner Aufbau-Verlag organisiert, hatte vor knapp 100 Zuhörern die Lesehatz ein Ende. Der 68-Jährige schrieb, bevor er über sein Werk redete, was ihm an der Buchmesse nicht behagt hatte: „Der Lärm, überall Lärm, hier ist es dagegen ruhig.“ Vor eineinhalb Jahren war Scherzer auf die Reise gegangen, um den Osten zu entdecken. Ursprünglich sieben Länder enthielt die Route, die der Thüringer mit seinem Kumpel erforschen wollte, per Deutz-Traktor und Bastei-Wohnwagen. In Ungarn sollte Scherzer zusteigen, weil er sich Bayern und die österreichischen Alpen ersparen wollte. Daraus wurde nichts. Gerade als der neugierige Schriftsteller per Rentnerkurbus ins ungarische Harkany aufgebrochen war, drehte der vorausgeeilte Reisebegleiter auf seinem Traktor um. „Es ist ihm zu gefährlich“, nannte Scherzer die Begründung. Mit Kraxe und Diktiergerät zog der doch nicht mehr so junge Herr nun allein los: „Wenn ich schon nicht durch sieben Länder fahren kann, dann will ich mindestens durch drei laufen.“ Und so passierte der nicht zum ersten Mal wandernde Reporter Grenzen in Ungarn, Rumänien, Kroatin und Serbien. Auch wenn Scherzer von weiten Sonnenblumen- und Tabakfeldern, von staubigen heißen Straßen erzählt, geht es ihm vordergründig um die Menschen, die ihren Alltag zwischen High-Tech und Altertümlichkeit irgendwie meistern. Surreal wirkt die Begegnung mit Dabor, der auf dem abgegriffenem Sessel vor seinem Videospiel auf den Fernseher starrend sitzt und Formel 1 spielt, während die Familie von 150 Euro im Monat über die Runden kommen muss. 50 Minuten schildert Scherzer die Begegnungen, die er bis Sânnicolau Mare, dem Ende seiner Reise gemacht hat. Froh darüber, dass die Reise doch per pedes vonstatten ging, sagte er abschließend: „Es war eine Furzidee. Wie hätte ich Menschen kennenlernen sollen, wenn wir im Wohnwagen geschlafen hätten?“

Alexander Bley

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