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Papitzer Lachen bekommen regulierten Wasserzufluss

Großprojekt „Lebendige Luppe“ Papitzer Lachen bekommen regulierten Wasserzufluss

Am Montag wurde das neue Auslassbauwerk an der Weißen Elster zwischen Leipzig und Schkeuditz in Betrieb genommen. Das Wasser fließt nun wieder in Richtung Papitzer Lachen. Der Zweck des Bauwerks: bedrohte Arten im Auwald retten.

Die Papitzer Lachen zwischen der Weißen Elster und der Neuen Luppe bekommen wieder reguliert Wasser.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Die Papitzer Lachen zwischen der Weißen Elster und der Neuen Luppe bekommen wieder reguliert Wasser. am Montag wurde in einem feierlichen Akt die Öffnung des neu gebauten Auslassbauwerks vollzogen. Jenes Bauwerk wurde im Dezember vergangenen Jahres an der Weißen Elster neu errichtet und löste einen maroden, aus dem Jahr 1997 stammenden Einlass ab. Dieser wies erhebliche Schäden auf, ließ sich nur durch Bretterbohlen per Hand regulieren und war nicht mehr komplett verschließbar. Nichtsdestotrotz war aber auch die Errichtung des alten Auslassbauwerks ein erkämpfter Erfolg des Naturschutzbundes (Nabu).

„Man kann sagen, dass jetzt die Jahrzehnte währenden Bemühungen belohnt worden sind“, sagte Bernd Heinitz, Vorsitzender des Nabu Sachsen. Auch wenn er sich vorstellen kann, bei der Wiederbespannung mit Wasser perspektivisch durchaus noch mehr Lachen einzubeziehen, sei das jetzt Erreichte eine Art Schlussstrich und Lohn für die ehrenamtlichen Mühen des Nabu in der Vergangenheit.

Eingriff in die Natur

Die Wiedervernässung der Auenlandschaft zwischen Leipzig und Schkeuditz, die Reaktivierung alter Flussläufe und auch der jetzt regulierbare Wasserzufluss in die Papitzer Lachen sind Bestandteile des Projektes „Lebendige Luppe“. „Wir haben 2012 den Förderbescheid erhalten. Jetzt ist 2016. Ich habe mir durchaus schon eher Ergebnisse gewünscht“, sagte Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke).

Leipzig ist Projektträger bei der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt geförderten Maßnahme. Gespannt sei Rosenthal auf die weiteren Projekt-Umsetzungen, wie etwa den Nahle-Eingriff in Leipzig. „Das Projekt ist eine Generationsaufgabe“, meinte er. Wie bei unseren Vorderen würde auch jetzt in die Natur eingegriffen. Jedoch werde das Resultat hoffentlich ein Positives sein.

Hauptsächlich der Bau der Neuen Luppe in den 1930er und 1950er Jahren ist im negativen Sinne folgenreich gewesen: Im gesamten Projektgebiet durchschneidet sie alte Flussläufe, entzieht so dem Auwald Wasser und lässt ihn austrocknen. Die ehemaligen Wasserläufe der Luppe sollen nun revitalisiert und wieder zu Fließgewässern verbunden werden. Auf diese Weise soll die Wasserzufuhr des Auwalds langfristig gesichert und Arten erhalten werden.

Die Lachen sind ein wichtiger Lebensraum für Kröten und Amphibien

Die Lachen sind ein wichtiger Lebensraum für Kröten und Amphibien.

Quelle: Harald Lange

Von der verbesserten Wasserversorgung profitieren jetzt auch die Papitzer Lachen. Mit einem überdimensionierten Wasserhahn in Form einer Metallstange drehten Umweltbürgermeister Rosenthal, Schkeuditz’ Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) und auch Matthias Herbert, Leiter der Leipziger Außenstelle des BfN, den Zufluss zu den Lachen auf. Die sind Lebensraum für zahlreiche Amphibien und feuchtigkeitsliebende Pflanzen, wie etwa die seltene Sumpf-Wolfsmilch. Auch das für die Lachen wichtige Trockenfallen ist mit dem Schließen des Zuflusses jetzt wieder möglich.

„Der Auwald ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt“, betonte Herbert vom BfN. Das Vorhaben sei eine beispielhafte Maßnahme, um den Rückgang bedrohter Arten zu stoppen. Das Projekt „Lebendige Luppe“ ist bis März 2018 angelegt und wird mit 6,7 Millionen Euro gefördert.

Von Roland Heinrich

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