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Schkeuditz Pendler zieht es wieder in die alte Heimat
Region Schkeuditz Pendler zieht es wieder in die alte Heimat
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12:06 29.12.2018
Personalreferentin Katrin Marquart (r.) vom Leipziger Personaldienstleister Randstad berät auch diese Interessentinnen über Arbeitsmöglichkeiten. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Berufs-Pendler und Rückkehrwillige nutzten in Delitzsch, Torgau, Oschatz, Eilenburg und Schkeuditz die Gelegenheit, mit kompetenten Ansprechpartnern aus dem Landkreis ins Gespräch zu kommen und sich über aktuelle Berufsangebote in der Region zu informieren. Insgesamt 58 Unternehmen offerierten an 61 Ständen 229 aktuelle Stellenangebote. Gesucht wurde von den beteiligten Unternehmen in einem breiten Spektrum vom Mechatroniker über Berufskraftfahrer, Zerspanungsmechaniker bis hin zu Pflegefachpersonal.

Mit dem Rückkehrertag sollen die regionalen Unternehmen bei der Gewinnung und Sicherung von Fachkräften unterstützt werden, hatte Landrat Kai Emanuel (parteilos) am Standort in Delitzsch gesagt. Die Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Landwirtschaft des Landkreises Nordsachsen, Uta Schladitz, zeigte sich danach mit dem Rückkehrertag im Allgemeinen und der Premiere in Schkeuditz im Besonderen zufrieden: „Natürlich muss so eine Veranstaltung erst einmal eingeführt sein und sich etablieren. Aber Schkeuditz hat viele Unternehmen und wie überall auch offene Stellen“, erklärte die 61-Jährige.

Veranstalter mit Resonanz zufrieden

269 Interessenten seien insgesamt gekommen. „Wir und mehrheitlich die Unternehmer sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Wir hoffen nun, dass die vereinbarten Kontakte in den nächsten Tagen und Wochen intensiviert werden“, sagte Schladitz. Im Durchschnitt hätten die fünf Standorte zwischen 50 bis 64 Besucher gehabt. In Eilenburg waren es mit 78 die meisten, in Schkeuditz als Neuzugang mit 41 die wenigsten. „Aber diese Besucher waren gezielt gekommen, es war keine Laufkundschaft, die mal eben zufällig vorbeischlendert“, so Schladitz, die dazu mit Birgit Gründling aus dem Schkeuditzer Rathaus in engem Kontakt stand. Gründling hatte den Auftritt in Schkeuditz maßgeblich mit organisiert und die Unternehmen dazu eingeladen. Sie kennt den Handlungsbedarf aus der eigenen Familie: „Einer meiner Söhne arbeitete sieben Jahre in Düsseldorf, pendelte an jedem Wochenende. Inzwischen ist er zurückgekehrt und hat hier einen guten Job gefunden.“

Darauf hofft auch eine 59-jährige Besucherin aus Schkeuditz. Ihren Namen wollte sie nicht nennen, doch verriet sie, dass sie sich im Auftrag ihres Schwiegersohns nach Stellenangeboten in der Region erkundigt. Der 40-Jährige arbeite zurzeit in einem Ort an der Nordsee und habe die Absicht zurückzukehren. „Und für mich suche ich etwas im sozialen Bereich. Ich hatte sehr gute und informative Gespräche“, sagte die Frau und zog zufrieden mit reichlich Informationsmaterial von dannen.

„Persönliche Kontakte besser als E-Mail“

Auch Thomas Schöbe-Güther ist von dem Rückkehrertag sehr angetan. „Der persönliche Kontakt mit Ansprechpartnern der Unternehmen ist viel besser, als sich nur per E-Mail zu bewerben“, sagte der 48-jährige Kaufmann, der bald Rückkehrer werden will, und ergänzte: „Ich arbeite in der Nähe von Erfurt und pendle jedes Wochenende in meine Heimatstadt Eilenburg. Hier in Schkeuditz haben mich die Informationen von DHL besonders interessiert. Besser fände ich es, wenn der Rückkehrertag zentral an einem Ort in Nordsachsen mit allen vertretenen Firmen stattfinden würde. Jetzt fahre ich noch zum Eilenburger Standort.“

Der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) sieht sich in der kurzfristigen Teilnahme der Stadt am Rückkehrertag bestätigt: „Es sind viele Interessenten zur Premiere gekommen. Und viele Unternehmen suchen auch hier händeringend Fachkräfte. Unsere Aufgabe als Verwaltung ist es, sie zu unterstützen, Kontakthöfe zu schaffen und Angebote zu vernetzen.“ Die Erfahrungen der Stadt bei Ausschreibungen würden zudem zeigen, dass es viele rückkehrwillige Arbeitnehmer gebe. „Gründe dafür sind hier gestiegene Gehälter und eine bessere wirtschaftliche Entwicklung und soziale Infrastruktur. Andere wollen hier ihre Eltern unterstützen oder einfach in die alte Heimat zurückkommen.“

Arbeitskräfte sind gefragt

Neben der Oschatzer Bundesagentur für Arbeit und dem Leipziger Personaldienstleister Randstad waren mit ihren Ständen auch das Sächsische Krankenhaus Altscherbitz, das DRK, die Post, DHL und EAT, die Reif Baugesellschaft mbH & Co. KG aus Freiroda, Bitzer und der Zentralheizungsbau Fräntzel & Sommer GmbH vertreten.

Für den mittelständischen Schkeuditzer Heizungsbauer führte Mit-Geschäftsführer und Gesellschafter Ronald Sommer die Gespräche. „Wir sind hier, um auf uns aufmerksam zu machen und unter den Rückkehrern Fachleute anzuwerben. Über zwei bis drei neue Arbeitskräfte würden wir uns freuen. Ich hatte gerade einen Interessenten, der wöchentlich nach Stuttgart fahren muss, da könnte was gehen. Einen Rückkehrer haben wir schon in der Firma“, sagte der 58-Jährige. 25 Arbeitskräfte, darunter drei Lehrlinge, beschäftigt die 1993 gegründete Firma. Sommer: „Wir sind froh, immer ausgebildet zu haben, auch zu Zeiten, als andere das nicht mehr machten. Die meisten unserer jetzigen Mitarbeiter haben bei uns gelernt.“

Von Olaf Barth

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