Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Pfarrerin Ines Schmidt verlässt nach 32 Jahren Dölzig
Region Schkeuditz Pfarrerin Ines Schmidt verlässt nach 32 Jahren Dölzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 30.08.2018
Pfarrerin Ines Schmidt verlässt Dölzig. Am Sonnabend ist Abschiedsgottesdienst. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Anzeige
Schkeuditz

Es wird voll und vermutlich auch emotional werden, wenn Pfarrerin Ines Schmidt am Sonnabend um 14 Uhr zum letzten Mal in der Dölziger Kirche zu ihrer Gemeinde spricht. Nach 32 Jahren verabschiedet sie sich von der Kirchgemeinde, nachdem sie den Ort Dölzig bereits vor längerer Zeit verlassen hatte.

„Bevor ich es vergesse: Ich möchte allen Mitarbeitern und Helfern, die mich in den Jahren unterstützt haben, herzlich danken“, sagte die Pfarrerin. Schon bei ihrem Amtsantritt 1986 habe sie als 28-jährige Pfarrvikarin große Unterstützung erhalten. Die Dankbarkeit, die bei ihrem Abschied überwiege, betreffe aber auch andere Bereiche.

„Ich konnte 32 Jahre meinen Dienst in einer Gemeinde tun, ohne krank zu werden. Ich habe Menschen auf Lebensstationen begleitet. Das ist die Vorstellung einstiger Pfarrtätigkeit, aber heute nicht mehr selbstverständlich“, sagte Schmidt. Die Gemeinde habe sich während ihrer Tätigkeit immer wieder verändert. Zu Beginn umfasste das Gemeindegebiet Dölzig, Priesteblich und Möritzsch. Eine Zeit lang war Schmidt dann als Pfarrerin für Rückmarsdorf, Lindennaundorf und Frankenheim, für die Kirchgemeinden Markranstädt, Miltitz-Lausen und Quesitz-Kulkwitz zuständig. Jetzt, nach ihrem Weggang, wird Michael Zemmrich aus Markranstädt interimsweise die Vertretung übernehmen, bis eine Entscheidung zu Dölzig getroffen wird. „Wie es mit der Gemeinde weitergeht, ist noch nicht klar. Ich wünsche mir für Dölzig eine mindestens zu 50 Prozent besetzte Pfarrstelle. Aber die Gemeinde muss auch umdenken, sie muss auch aus sich heraus funktionieren“, sagte Schmidt. Die Gemeindemitglieder müssten sich darauf besinnen, dass sie selbst es seien, die die Gemeinde gestalten, die ihrem Glauben, ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten Ausdruck verleihen. „Gemeinde ist das, was man selber draus macht – das war auch immer mein Ziel“, sagte Schmidt.

Noch habe sie den Eindruck, dass ihr Weggang nicht realisiert worden ist. Zwar habe sie in diesem Jahr schon nicht mehr im Dölziger Pfarrhaus gewohnt, dennoch sei sie greifbar gewesen. Jetzt werden die Zelte abgebrochen. „Ich werde die nächsten etwa zwei Jahre, außer wenn ich zu Besuch bei einzelnen Freunden bin, keinen Fuß mehr in den Ort setzen“, sagte sie. So wolle Schmidt es der Gemeinde, ihrem Nachfolger, aber auch sich einfacher machen. Das stimme sie natürlich auch traurig.

„Menschen zu verlassen, mit denen ich die Hälfte meines Lebens zusammengelebt habe, zu denen sich freundschaftliche Beziehungen entwickelt haben, mit denen man versucht hat, gegen manche Widerstände politischer, finanzieller, kirchenpolitischer oder kommunaler Art, christlichen Glauben zu leben, schmerzt“, sagte Schmidt. Was auch noch weh tut, ist der aus ihrer Sicht missglückte Umbau der Kirche in Rückmarsdorf: „Die große Chance, wirklich zukunftsorientiert zu gestalten und die Kirche auch zu einem Treffpunkt für Nicht-Kirchenmitglieder zu machen, wurde vergeben.“ Die Dölziger Kirche, in der Schmidt auch heiratete, ist in ihrer Zeit instandgesetzt und restauriert worden. „Der Altar und die Kanzel müssten noch gemacht werden“, nennt sie als Aufgabe für Nachfolgende.

Von Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sechs Fahrzeuge sind am Mittwoch auf der A9 zwischen Großkugel und dem Schkeuditzer Kreuz in eine Massenkarambolage verwickelt gewesen. Sieben Menschen wurden leicht verletzt. Die Autobahn musste gesperrt werden. 

30.08.2018

Nach wie vor einmalig in Sachsen sei das Jahresjournal „Wörter im Wind“. Die Wohn- und Lebensgemeinschaft für Menschen mit Behinderung im Schkeuditzer Ziegeleiweg gibt sie heraus. In diesem Jahr ist die inzwischen zehnte Ausgabe erschienen.

29.08.2018

Zuwachs für den Flughafen Leipzig/Halle: Die russische Frachtairline Volga-Dnepr, die bisher hier schon ihre Antonows stationiert hat, schickte eine neue Frachtairline mit drei Maschinen an den Start: Cargo Logic Germany. Damit profitiert Leipzig vom Brexit. Bisher saß Cargo Logic in London.

28.08.2018
Anzeige