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Planer sehen keinen Mangel an Parkplätzen

Planer sehen keinen Mangel an Parkplätzen

Während der jüngsten Beratung im Schkeuditzer Stadtrat über das Verkehrskonzept wurde wieder einmal der nicht seltene Widerspruch zwischen Theorie und Praxis deutlich.

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Rund 50 Fahrzeuge finden derzeit noch auf diesem inoffiziellen, innerstädtischen Parkplatz eine Abstellmöglichkeit. Bald soll diese Fläche bebaut werden.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Während das mit der Planung beauftragte Büro keinen Mangel an Parkplätzen feststellen konnte, beschwerte sich ein Stadtrat über stundenlange vergebliche Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt. Mit einigen Anmerkungen wurde das Konzept dennoch ohne Gegenstimmen verabschiedet.

Jan Kaiser von der halleschen Ingenieurgesellschaft Steinbrecher und Partner (ISP) hatte von September 2012 bis Januar 2013 das im Jahr 2001 für die Schkeuditzer Innenstadt erstellte Verkehrskonzept überarbeitet und nun vorgestellt. Mit beteiligt war auch die mit dem Stadtrat eigens dafür gegründete "Arbeitsgruppe Verkehrskonzept". Vorgestellt wurden die Situation und Handlungsempfehlungen sowohl für den ruhenden als auch für den fließenden Verkehr.

Besonders heftig umstritten war in den letzten Monaten die absehbare Reduzierung der innerstädtischen Parkplätze und der noch unklare Ersatz derselben. Umso überraschender das ISP-Fazit nach entsprechenden Zählungen, Begehungen, Befahrungen und Berechnungen. "Die Stellplatzbilanz ist ausgeglichen, es besteht kein Defizit. Auch nicht, wenn die derzeit genutzte wilde Parkfläche überbaut wird. Engpässe treten lediglich zeitlich begrenzt auf", erklärte Stadtplaner Kaiser.

"Theoretisch hört sich das gut an, in der Praxis ist es zwischen 11 und 14 Uhr jetzt schon sehr schwer, in der Innenstadt einen Parkplatz zu finden. Ich habe selbst vergeblich mehrere Runden gedreht. Wenn dann noch die 50 auf der Rathausplatzfläche wegfallen, wird das eine Katastrophe. Wir werden Ärger kriegen mit den Bürgern", sagte Stadtrat Rainer Haase (FDP). Andere Stadträte wie Jens Kabisch (SPD), Bärbel Kinski (Freie Wähler) und Reiner Ehnert (Die Linke) kritisierten, dass die Verkehrsplaner die 92 Tiefgaragenparkplätze unter dem Rathaus-Carrée mit in die Bilanz einbezogen hatten. Diese Plätze würden vermietet und seien gar nicht praktikabel nutzbar für Innenstadtbesucher. Ziehe man diese 92 Plätze ab, gebe es im Bereich des Carrée statt eines Plus von 35 Parkplätze ein dickes Minus. So wurde es dann auch im Protokoll festgehalten.

Doch das Konzept schlägt auch eine Lösung vor, die am Rathausplatz wegfallenden Parkplätze auszugleichen und den in der Innenstadt möglicherweise steigenden Bedarf aufzufangen: Als Vorzugsvariante sollen am Standort Ringstraße/Schulstraße 40 bis 50 Parkplätze entstehen. Dabei handelt es sich um die Fläche, auf der zum Stadtfest die Fahrgeschäfte der Schausteller stehen (die LVZ berichtete).

Bezüglich des fließenden Verkehrs kam auch die oft kritisierte Straßenbreite am Rathausplatz zwischen den Geschäftsstraßen Rathaus-Carrée und Sonnenpassage zur Sprache. Hier deutete Kabisch an, dass die Straße in Zukunft doch baulich verändert und verbreitert wird: "Wir sind da auf einem guten Weg." Offenbar sollen auf einer Seite die Parkplätze etwas in Richtung Fußweg eingerückt werden, um so auch mehr Platz für den Begegnungsverkehr gerade auch mit Feuerwehrfahrzeugen und Bussen des Schülerverkehrs zu gewinnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2013

Olaf Barth

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