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Schkeuditz Polizeipräsident bedankt sich bei Schkeuditzer Schülerinnen für Lebensrettung
Region Schkeuditz Polizeipräsident bedankt sich bei Schkeuditzer Schülerinnen für Lebensrettung
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09:32 21.09.2016
Einen Dankesbrief vom Polizeipräsidenten haben Lina Marie (links) und Klara für ihr aufmerksames Handeln erhalten. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Ein Dankesbrief von höchster Stelle erreichte jetzt die beiden Sechstklässlerinnen am Schkeuditzer Gymnasium, Lina Marie und Klara. Der Polizeipräsident Bernd Merbitz höchstselbst hat das fast zweiseitige Papier unterschrieben. Was war passiert?

Mit der Straßenbahn fuhren die beiden Leipzigerinnen an einem Morgen im August in Richtung Gymnasium. „Die Straßenbahn war ziemlich voll, und ich musste stehenbleiben“, sagte Lina Marie. Da habe sie in einem Gebüsch in der Nähe der Haltestelle Modelwitz etwas Blaues entdeckt, das ihr komisch vorkam. „Am nächsten Tag war es immer noch da und sah aus wie ein Mensch“, berichtete Klara. Im Schkeuditzer Gymnasium angekommen, gingen die beiden Schülerinnen zur Lehrerin und teilten ihr das Gesehene mit. Die wiederum unterrichtete die Polizei.

„Ihr dürft Euch tatsächlich ein Stück weit als Lebensretterinnen fühlen“, schrieb Polizeipräsident Merbitz nun an die beiden Mädchen. Polizeibeamte nämlich entdeckten an der angegebenen Stelle einen 80-jährigen, hilflosen Mann, der nicht mehr ansprechbar war und deshalb umgehend medizinisch versorgt werden musste. Bereits im Krankenwagen sei er wieder zu Bewusstsein gekommen. Wie lange der Mann im Gebüsch gelegen hatte und wie er dorthin gekommen ist, konnte er nicht sagen. Allerdings war er schon seit drei Tagen bei der Polizei als vermisst gemeldet. Womöglich genauso lange habe er sich in jener misslichen Lage befunden, heißt es im Dankesbrief. „Angesichts des Zeitraums, des Alters, des Gesundheitszustandes und der Witterungsbedingungen erreichte ihn die Hilfe wahrscheinlich gerade noch rechtzeitig“, unterstrich Merbitz die Bedeutung des Handelns der Mädchen.

Gerade heutzutage, wo die Blicke der Jugendlichen bei jeder Gelegenheit auf das Smartphone gerichtet sind, stellt die Aufmerksamkeit und die Auffassungsgabe der beiden Schülerinnen keine Selbstverständlichkeit mehr dar, schrieb Merbitz. Er wolle gar nicht wissen, wie viele Menschen an jenem Morgen oder an den Vortagen an der Stelle vorbeigefahren sind und entweder nichts gesehen haben oder den Senior als Obdachlosen oder Betrunkenen abgestempelt haben. Lina Marie und Klara haben jedoch „Menschlichkeit und ein großes Herz bewiesen“, schrieb Merbitz.

„Wenn man sich überlegt, wie viele Straßenbahnen mit wie vielen erwachsenen Fahrgästen dort vorbeikamen, ist das unglaublich“, schüttelt auch Lina Maries Vater Jörg Richter mit dem Kopf. Lena Marie und Klara geben allerdings zu, dass auch sie zu den Smartphone-Nutzern gehören. „Weil ich in der Bahn stehen musste, hatte ich mein Handy nicht aus dem Ranzen geholt. Wenn ich gesessen hätte, hätte ich wahrscheinlich auch darauf geguckt“, beschrieb sie die Situation. Das Erlebte habe aber durchaus „wach gerüttelt“: Beide wollen nun nicht mehr so oft mit dem Handy spielen.

Wie es dem 80-Jährigen, der wieder in einem Schkeuditzer Pflegeheim untergebracht sein soll, geht, kann der Polizeipräsident wegen der ärztlichen Schweigepflicht den Schülerinnen nicht sagen. Auch bei den Schülerinnen habe sich niemand gemeldet.

Von Roland Heinrich

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