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Schkeuditz Quer durch Bosnien, Montenegro und Albanien
Region Schkeuditz Quer durch Bosnien, Montenegro und Albanien
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06:00 14.03.2011
Natur pur: Extrem schön anzuschauen ist die Region. Ein Durchqueren ist aber nur mit allradbetriebenen Fahrzeugen möglich. Quelle: privat
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Schkeuditz

Von Begegnungen mit den Menschen, aber auch mit der reizvollen Natur, von Anekdoten und vom selbst zusammengebauten russischen Geländewagen soll die Rede sein. Auf dessen vier angetriebenen Rädern begaben sich der 41-jährige Jörg, die 38-jährige Frau Katja und die 13-jährige Tochter Lena auf eine mehrwöchige Reise durch Süd-Ost-Europa.

„Die Landschaft“ ist laut Aussage von Katja Meißner ein Argument, warum sich die Familie nun schon zum wiederholten Mal auf eine Reise durch Balkan-Länder begab. Ihr Mann Jörg bestätigt dies kopfnickend. Auszubrechen und zu genießen seien für ihn die Gründe. „Ich habe sogar schon eine gewonnene Reise nach Malle verfallen lassen“, unterstreicht er seine Abneigung gegen Pauschal-Tourismus und berichtet vom ersten Abenteuer: „Es gibt dort kaum befestigte Straßen. Ohne ein Allrad-Fahrzeug ist man hier aufgeschmissen“, sagt er. Auch gebe es keine Hinweisschilder oder Karten. „Die haben wir uns zuvor im Internet besorgt“, sagt er und berichtet, nun im Besitz von topographischen Karten aus den 40er Jahren zu sein. „An der Topographie ändert sich ja soviel nicht“, weist er schmunzelnd hin. Zudem sei das Auto mit GPS ausgestattet und erstaunlicherweise ist das Handynetz recht gut. „Ein Satellitentelefon haben wir noch nicht gebraucht“, gibt Jörg Meißner zu, gesteht aber, über eine solche Anschaffung nachzudenken.

Natürlich seien neben der Natur auch die Leute interessant, so man welchen begegnete. „Mit Englisch ist man zumindest bei der älteren Generation fehl am Platz. Die Jungen können das besser als wir“, erwähnt der 41-Jährige. Bevor sich die Familie auf eine Reise begebe, und das geschehe ja regelmäßig, lerne man die wichtigsten Worte in der Landessprache. Zusätzlich helfen die acht Jahre Russisch-Unterricht, die Frau Katja genießen durfte. „Dann gibt es ja immer noch die Tramper-Sprache: Die ist international“, scherzt Jörg Meißner und meint die Zeichensprache.

Das Auto, mit welchem die Meißners ihre Reisen unternehmen, ist zumindest beim Kasten-Aufbau eine eigenes Produkt. Grundlage bildet ein russisches Allrad-Modell vom Typ Gazelle. Der Kastenaufbau, in dem auf insgesamt sechs Quadratmetern von der „Küche“ bis zum „Schlafzimmer“ alles integriert ist, ist ein nach eigenen Vorstellungen umgebauter Bausatz, sagt Jörg Meißner.

„Einen Dia-Vortrag zu machen, hatten wir vorher nicht geplant“, sagt der Delitzscher. Freunde hätten die beiden dazu überredet, ergänzt seine Frau. Der Vortrag, der am Freitag in der Sonne zu sehen sein wird, ist eine Zusammenfassung zweier Jahre. Etwa 600 Fotos seien zusammen gekommen. Auch im letzten Jahr begab sich die Familie auf die Balkan-Tour. „Der Tourismus nimmt zu“, sagt Jörg Meißner und erwähnt, dass dies vor allem die junge Generation zu stören scheint. Mit ihr hatte die Familie seltene, negative Begegnungen.

„Es gab auch ein Jahr, in dem unsere Tochter sich auf die Hinterbeine gestellt hat“, sagt Jörg Meißner schmunzelnd. Viele Jahre schon fährt er mit seiner Familie und dem russischen Off-Road-Mobile durch die Prärie und verzichtet dabei auf einen sonst üblichen Vollpensions-Luxus. „Wir haben doch alles“, sagt gleich seine Frau Katja und zählt auf: Wasser sei in den Tanks, eine kleine Küche mit Kühlschrank sei im Auto integriert und außerdem habe das Klappbett im Kastenaufbau sogar einen Lattenrost. „Der Widerstand der Tochter hat sich wieder gegeben“, sagt der 41-Jährige. Jetzt sei sie wieder gern dabei.

Roland Heinrich

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