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Rackwitz und Schkeuditz erarbeiten Masterplan

Entwicklung am Schladitzer See Rackwitz und Schkeuditz erarbeiten Masterplan

Beim Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen läuft momentan die Anpassung des Regionalplans an den Landesentwicklungsplan. Dabei spielt auch der Sanierungsrahmenplan für den ehemaligen Tagebau Delitzsch-Südwest/Breitenfeld eine Rolle. Für den Schladitzer See wurden deshalb diesbezügliche Vorstellungen von Rackwitz und Schkeuditz in einem Papier verankert.

Liegen sich gegenüber und sollen zusammenwachsen: Der Haynaer Strand und die Schladitzer Bucht (hinten).

Quelle: Archiv/Roland Heinrich

Schkeuditz, . Eine Kooperation zwischen dem Haynaer Strandverein mit seinem kulturellen Angebot und der in Sachen Freizeitsport aktiven All-on-Sea-Firma in der Schladitzer Bucht gibt es bereits„Das Gute ist, dass wir uns wegen unserer Ausrichtung keine Konkurrenz machen. Insofern profitieren wir beide von der Zusammenarbeit“, sagte Christoph Zwiener vom Haynaer Strandverein. Für den Strandweg, der zwischen beiden Freizeitzentren existiert, gebe es nun ein neues, konkretes Projekt: „Wir wollen mit Info-Tafeln auf dem Weg eine Art Zeitreise gestalten. Am Biedermeierstrand fängt sie zu eben jener Zeit an und endet in der Schladitzer Bucht in der Gegenwart“, verriet Zwiener. Viel mehr wäre laut jetziger Planungen baulich auch nicht möglich.

Wie berichtet, läuft beim Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen momentan die Anpassung des Regionalplans an den Landesentwicklungsplan. Dabei spielt auch der Sanierungsrahmenplan für den ehemaligen Tagebau Delitzsch-Südwest/Breitenfeld eine Rolle. Im letzteren Gebiet – das des Schladitzer Sees – hat die intensive Nutzung insbesondere von Besucher aus dem Nordraum Leipzig in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. „Das resultiert zum einen aus der Tatsache, dass der Werbeliner See nur noch für naturnahe Nutzungsmöglichkeit geeignet ist und zum anderen auch aus den vielfältigen Angeboten am Schladitzer See. In der gleichnamigen Bucht auf dem Gebiet der Gemeinde Rackwitz hat das bereits zu Kapazitätsengpässen geführt“, stellte Schkeuditz’ Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) fest. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine bauliche Erweiterung schon in den jetzt in Bearbeitung befindlichen Planungen zumindest als Möglichkeit verankert werden müsse.

Zu einem Rohentwurf der Regionalplanung hatte Schkeuditz bereits im Oktober Stellung genommen und darin Nachbesserungen verlangt. „Wir haben die Kommunen aufgefordert, uns ihre Vorstellungen zur Entwicklung darzulegen“, sagte der Leiter der Regionalen Planungsstelle, Andreas Berkner. Dieser Aufforderung seien die Kommunen Schkeuditz und Rackwitz auch nachgekommen.

Gemeinsam haben Schkeuditz und Rackwitz nämlich die Aufstellung eines Masterplanes für die touristische und Infrastrukturelle Entwicklung des Schladitzer Sees beauftrag. Auch in Absprache mit dem Seenkoordinator Eckhard Müller wurde ausgehend vom Bestand der künftige Bedarf analysiert. „All-on-Sea ist an der Kapazitätsgrenze und will das Angebot ganzjährig ausbauen“, sagte Müller. Ergebnis: Ein Zusammenwachsen der Schladitzer Bucht und des Haynaer Strandes wird als notwendig angesehen und auch die Strandabschnitte dazwischen sollen für Beherbergung, Gastronomie und Ferienhäuser als Vorranggebiet für Erholung genutzt werden können. Dieses Vorranggebiet war im ursprünglichen Braunkohlen-Sanierungsplan bereits verankert, wurde aber durch die jetzigen Planänderungen eingeschränkt.

Für die touristische Gebietserschließung sei die gerade neu gebaute Südumfahrung hervorragend geeignet. Die im Braunkohlenplan an der Stelle vorgesehenen neuen Waldgebiete können mengenmäßig entsprechend verlagert und angepasst werden, hatte Enke geäußert. Der inzwischen fertige Masterplan wurde an die Regionale Planungsstelle mit der Bitte um Berücksichtigung im weiteren Änderungsverfahren übergeben.

„In den letzten Tagen des alten Jahres ist mir dieses Papier vom Planungsbüro Knoblich zugestellt worden“, sagte der Leiter der Regionalen Planungsstelle. Den Willen der beiden Kommunen in dieser Form auf den Tisch zu bekommen, sei eine legitime Angelegenheit. „Ich habe ja um Zuarbeiten gebeten“, bemerkte Berkner. Was den Inhalt des Papiers angeht, scheinen die Aussichten auf dessen Verankerung in den neuen Planungen nicht schlecht zu sein: „Im Großen und Ganzen passt das. Über Einzelheiten rede ich da jetzt nicht“, schätzte Berkner ein.

Das förmliche Beteiligungsverfahren zur Fortschreibung des Braunkohlen-Sanierungsplanes ist für das Frühjahr angekündigt. Dann werden auch Schkeuditz und Rackwitz zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert werden. Womöglich gibt es dann keine Beanstandung.

Von Roland Heinrich

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