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Schkeuditz Raumsuche für Dölziger Wäscherolle
Region Schkeuditz Raumsuche für Dölziger Wäscherolle
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10:44 16.02.2016
Acht kräftige Kerle braucht es, um die Dölziger Wäschemangel umzulagern. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
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Dölzig

Die meisten jüngeren Menschen werden mit den Begriffen „Wäscherolle“ oder „Wäschemangel“ nichts mehr anfangen können. Dabei spielten diese Apparate zum Glätten zum Beispiel von großen Leinentüchern in vielen Dörfern eine wichtige Rolle. Nicht nur, weil zwischen den Rollen Bettlaken und anderes beispiellos glatt gewalzt wurde, sondern sich an der „Rolle“ Bewohner auch auf ein Schwätzchen begegnen konnten. In Dölzig suchen nun Heimatverein, Feuerwehr und Ortschaftsrat einen Raum, in dem die historische, elektrische Wäschemangel aus den 1960er Jahren wieder präsentiert und betrieben werden kann.

Vergangenes Wochenende aber wurde die bisher in einer privaten Scheune untergestellte Wäscherolle innerhalb des Grundstückes zunächst erst einmal umgelagert. Denn die neuen Besitzer des Hauses und der Stallungen in der Auenstraße am Kanal wollen ausbauen und in der dann sanierten Scheune eine Werkstatt sowie ein Ladengeschäft einrichten. Dafür hatte die Patchworkfamilie Katrin Richter und Jörg Dubielzig Ortsvorsteher Thomas Druskat kostenlos einen anderen Standort auf ihrem Grundstück angeboten. Druskat dankte mit einer kleinen Aufmerksamkeit für das Entgegenkommen. Er hatte bereits in der letzten Ortschaftsratssitzung appelliert, nach einem geeigneten, endgültigen Standort für die Wäscherolle Ausschau zu halten. „In der Nähe des Ortsteilzentrums wäre schön“, formulierte er einen Wunsch. Der Raum müsste trocken sein, einen Stromanschluss haben und zwischen 40 und 50 Quadratmeter groß sein.

Weil das aber noch nicht so weit ist, trafen sich Mitglieder des Heimatvereins, der Freiwilligen Feuerwehr und des Ortschaftsrates, um mit einem gemeinsamen Kraftakt die schweren Teile der Rolle umzulagern, womit dieses historische Stück Kulturgut weiterhin erst einmal sicher und trocken untergebracht ist. Allein das Unterteil der Rolle wiegt fast zehn Zentner. Ortswehrleiter Lutz Bransdor und seine Kameraden hatten Trageschlingen aus dem Einsatzfahrzeug geholt, mit deren Hilfe je vier Mann an einer Seite und mit vereinten Kräften das Unterteil der Wäschmangel aus dem Gewölbe gehoben und in einen anderen Raum transportiert werden konnte.

Die Vorsitzende des Heimatvereins, Rosmarie Tauchnitz, war mit dem Umzug zufrieden. Sie bestätigte, dass die Rolle aufgearbeitet und später wieder als Wäschemangel in neuen Räumen Interessierten zugänglich gemacht werden soll. Gefunden wurde bei der Umlagerung auch die alte Mangelordnung und eine Liste der Gemeindeverwaltung Dölzig über die Höhe des „Rollgeldes“. Kostete anfangs eine Stunde Rollen 60 Pfennig, erhöhte sich der Preis später auf zwei Mark.

„Früher hatten wir in Dölzig drei Wäschemangeln und eine in Kleinliebenau. Jetzt müssen wir uns erst einmal damit beschäftigen, wie das Ganze funktioniert hat“, sagte Druskat. Deshalb plant der Heimatverein einen Besuch in Wolteritz, wo so ein historisches Stück zu besichtigen ist.

Von Olaf Barth und Michael Strohmeyer

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