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Rüffel für Schkeuditzer Stadträte

Rüffel für Schkeuditzer Stadträte

Noch sind die Veranstaltungs-Flyer für die 19. Schkeuditzer Kulturtage nicht verteilt, doch die Stadträte kennen jetzt schon einige der Programm-Höhepunkte. Denn die Vorsitzende des Schkeuditzer Kulturkreises, Brita Haferkorn, hatte es sich am Donnerstagabend nicht nehmen lassen, den vom 26. September bis zum 15. November reichenden Veranstaltungsreigen erstmals vor diesem Gremium vorzustellen.

Schkeuditz. Und das nicht aus Sorge, die Stadträte könnten nicht selbst das Programm lesen. Vielmehr meinte sie: "Die Stadträte machen sich schon recht rar, selbst bei den Eröffnungskonzerten habe ich die wenigsten von ihnen gesehen." Und so appellierte sie an die Volksvertreter, doch auch mal mit Familie oder Freunden den einen oder anderen Termin wahrzunehmen.

Danach befragt, warum ihr das so wichtig ist, meinte gestern die 71-Jährige: "Schließlich genehmigen die Stadträte jährlich einen gewissen Geldbetrag für die Kulturtage, da sollten sie sich doch auch mal anschauen, was damit gemacht wird. Und außerdem sind Stadträte immer ja auch Multiplikatoren, wenn sie mit Freunden oder in Familie mal eine Veranstaltung besuchen. Außer Frau Kinski oder Herrn Kabisch habe ich aber kaum mal jemanden gesehen."

Das könnte nach dieser öffentlichen Aufforderung im Stadtrat sich nun vielleicht doch etwas ändern. Denn über Besuche und die Wertschätzung ihrer gewählten Vertreter freuen sich sicher auch Organisatoren und Akteure zum Beispiel der Art Kapella oder der Villa Musenkuss, um nur zwei der Veranstaltungsträger zu nennen. Wobei die Ehrenamtler neben Beruf und Familie natürlich auch in Ausschuss- und Stadtratssitzungen mit ihren Entscheidungen einiges zum Kulturleben und zu anderen wichtigen Entwicklungen in Schkeuditz beitragen. Dennoch, die erste Gelegenheit, kulturell auch in persona bei Veranstaltungen Flagge zu zeigen, gibt es wieder zum Eröffnungskonzert, das am 26. September im Kulturhaus Sonne diesmal vom Ermlitzer Männerchor bestritten wird. Wessen Ding das nun partout nicht ist, der hat bis zum 15. November zig andere Möglichkeiten, sich aus dem bunten Kulturprogramm das eine oder andere herauszupicken. Wozu übrigens laut Haferkorn natürlich nicht nur die Mandatsträger, sondern herzlich alle Schkeuditzer und deren Gäste eingeladen sind.

Besonders nachgefragt scheint erneut das Sonderkonzert am 8. November in der Altscherbitzer Kirche zu sein. Haferkorn empfahl, sich rechtzeitig um Karten zu kümmern. Unter dem Titel "Fantasias flamencas" verspricht das Ramón-Jaffé-Trio ein atemberaubendes Programm. Dass dies ein begeisternder Höhepunkt der Kulturtage wird, darüber waren sich die Organisatoren schon vor Wochen einig.

Mit ihrer Rede überraschte Haferkorn die Stadträte auch mit einem anderen Thema, als sie die Vision von einem Kultur-Campus auf dem Markt lobte. Wann das denn mal den Stadträten vorgestellt werde, wollte man gleich wissen. Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) sprang Haferkorn erklärend zur Seite: "Es geht darum, bei Kulturschaffenden Ideen und Visionen einzusammeln, wie sie sich so einen Campus vorstellen könnten." Bis 2017 passier da nichts Konkretes. Doch vor dem Hintergrund der feuchten Keller von Stadtbibliothek und Villa Musenkuss und des nötigen Sanierungsaufwandes, sei es eine Überlegung wert, an einem neuen Ort die Kultur unter einem Dach zusammenzuführen. Dem trögen Schkeuditzer Markt kann das nur gut tun.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2015
Olaf Barth

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