Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Ruhe bei umstrittenen Dritte-Welt-Plakaten
Region Schkeuditz Ruhe bei umstrittenen Dritte-Welt-Plakaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:38 17.07.2015
Anzeige
Dölzig

Da nämlich hatten Unbekannte rund um „ihre“ Kirche Plakate an Häuser, Laternenmasten, die Friedhofsmauer und sogar an den Eingang des Jugendclubs geklebt. Immer wieder würde dies in Abständen vorkommen, sehr zum Ärger der Pfarrerin (LVZ berichtete).

Leidtragende war allerdings vor allem Steuerberaterin Karla Helbig. Sie wurde in der dritten Gestaltungsvariante des Plakates, welches sich inhaltlich mit der Arbeit des Dritte-Welt-Shops in der Heilandskirche in Plagwitz beschäftigt, namentlich, mit falscher Berufsbezeichnung, aber mit richtiger Telefonnummer erwähnt. „Hauptsächlich erboste Anrufe von privaten Hausbesitzern, von Erbengemeinschaften oder von Hausverwaltungen sind bei mir mit Anzeigeandrohungen eingegangen“, sagt Helbig, die nichts mit den Klebe-Aktionen zu tun habe. Aber auch sie bestätigt, dass es innerhalb des letzten Monats noch zwei oder drei Anrufe gegeben habe, es sonst aber ruhig geworden sei.

Noch in Variante zwei des Plakates, das auch zur Unterstützung armer Menschen aufruft, ist sie zumindest nur namentlich erwähnt. „Ich habe damals Anzeige erstattet“, blickt sie auf das Jahr 2002 zurück. Der damalige Polizeiobermeister von Grünau allerdings habe ihr nicht viel Erfolgsaussichten versprochen. „Jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen“, erwähnt Helbig ein erneutes Vorhaben, Anzeige zu erstatten. Die Erfolgsaussichten hätten sich aber nicht verbessert, mutmaßt sie.

Eine Variante eins des Plakates, auf dem noch eine Telefonnummer der Urheber zu lesen sei, wäre in Knauthain zu finden, weiß Martin Staemmler-Michael. Als Pfarrer ist er sei 2008 in der Kirchgemeinde Lindenau-Plagwitz, zu der die Heilandskirche gehört, tätig. Hier war der Dritte-Welt-Shop bist 2001 tätig. Den „Fall“ kenne Staemmler-Michael nur aus den Akten, sagt er. „Inhaltlich – arme Menschen in Lateinamerika oder Afrika zu unterstützen – ist ja nichts dagegen einzuwenden“, sagt der Pfarrer. Im Kirchenvorstand habe man zusammen gesessen und die Bereitschaft erklärt, die Arbeit eines Dritte-Welt-Shops zu unterstützen, berichtet er von Ende 2008. „Dafür müssen Rahmenbedingungen erfüllt sein“, sagt Staemmler-Michael. So müsse etwa ein Verein gegründet sein. „Dazu stehen wir noch immer“, sagt der Pfarrer.

Auch Oberkirchenrat Thomas Schlichting, der das Regionalkirchenamt Leipzig leitet, kann seit einem Monat keine weiteren Beschwerdeeingänge zu den verbotenen Plakatklebungen vermelden. An ein dauerhaftes Ende der seit etwa zehn Jahren immer wieder stattfindenden Klebe-Aktionen glauben aber weder Schmidt noch Helbig oder Schlichting.

Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Im Oktober 2005 habe ich mit dem Bau begonnen. Zum Herrentag im Mai 2006 konnte ich aufmachen“, erinnert sich Siegfried Krüger. Der jetzige Besitzer blickt auf die nicht immer einfachen Wiederaufbauarbeiten an dem 1927 errichteten Traditionslokal Domholzschänke im Schkeuditzer Auwald zurück.

07.12.2010

Aus Anlass des 85. Geburtstages von Liesel Schittko-Mutterlose ehrt die Art Kapella Schkeuditz die Künstlerin mit einer Ausstellung ihrer Werke. Noch bis zum 22. Dezember sind die Bilder von einer der letzten lebenden Schkeuditzer Heimatmalerin zu sehen.

07.12.2010

Einmal Prinzessin sein, das hat sich die fünfjährige Alessia Leissner schon immer gewünscht. Schön geschminkt, in einem pinkfarbenen Tüllkleid und mit einer kleinen Krone auf dem Kopf schloss sie sofort Freundschaft mit Schneewittchen, der fünfjährigen Noelle Böhme.

06.12.2010
Anzeige