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Schkeuditz Russischer Künstler stellt in Schkeuditz aus
Region Schkeuditz Russischer Künstler stellt in Schkeuditz aus
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16:05 30.06.2016
Der russische Künstler Alex Belavin lebt seit neun Jahren in Leipzig und stellt derzeit in der Galerie der Art Kapella „utopische Landschaften“ aus.  Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz

 Alex Belavin, ein 1965 in Jekaterinburg geborener Künstler, stellt derzeit in der Galerie der Art Kapella auf dem alten Friedhof in der Teichstraße 7 in Schkeuditz aus. „Utopische Landschaften“ zeigt farbenprächtige Malerei und auch Objekte. Bis zum 24. Juli sind seine Werke zu sehen.

Erst studierte Belavin an der Kunstfachschule in Jekaterinburg. Nach seinem Grundwehrdienst in Mandschurei begann er dann sein Studium an der Kunsthochschule für Malerei, Plastik und Architektur in Sankt Petersburg und schloss es 1993 erfolgreich ab. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen kann Belavin aber schon ab 1983 nachweisen. Werke des Künstlers, der seit 1994 Mitglied des Künstlerverbandes Russlands ist, befinden sich in privaten Sammlungen in England, Mexiko, Deutschland, Frankreich, den USA, Schweden und Russland. Seit 2007 lebt und arbeitet Belavin mit seiner Familie in Leipzig.

„Ich fühle mich immer dazu verpflichtet, wenn ich Landschaften male, mich daran zu erinnern, dass sich die Bäume oder die Weite der Wiesen einmal in Ozeane des Erdöls, in Geldberge, in malerische Berge der Kohle, des Urans und anderer Bodenschätze verwandeln werden“, zitierte Petra Kießling den Künstler während der Ausstellungseröffnung. Belavin habe dies über die Utopie in seiner Landschaftsmalerei gesagt. „Seine utopischen Landschaften sind ebenso Traumbilder in gewebten Strukturen, mit Farben, die in gewisser Weise auf Geheimnisse und Heimlichkeiten hindeuten“, meinte die Kuratorin. Auf seinem Bild „Hotel“ etwa schwimmen die Natur und die Anmutung einer menschlichen Behausung in einem purpurroten Meer. „Er lässt es darauf ankommen, dass Lebensraum und Landschaft in Zeit und Raum ertrinken“, meinte Kießling. Es gehe dem Künstler um die Metamorphose der Materie.

Die Ausstellungseröffnung mit zahlreichen Besuchern wurde mit Pianoklängen untermalt. Zu hören war die Klaviersonate d-Moll von Nikolai Medtner (1879–1951). „Das ist ein relativ unbekannter russischer Komponist“, erwähnte Kießling. Medtner hat nach einem Klavierstudium noch drei Jahre Privatunterricht in Komposition genommen, reiste durch Europa und in die USA und wanderte nach London aus, wo er auch verstarb. Am Klavier spielte Polina Gorn.

„Die Verschmelzung der natürlich gegebenen, vertraut wirkenden Landschaft mit der synthetischen, ja fast künstlich wirkenden Farbpalette Belavins, führt die Betrachter in imaginäre, utopische Landschaften der Träume und Visionen“, meinte die Kuratorin. Besonders bei den Farben, die den Betrachter in den Bann ziehen, orientiere sich Belavin erkennbar an Matisse und Gauguin. In seinen Bildern aus der jüngsten Vergangenheit glaubt Kießling, eine „gewisse demütige Arglosigkeit“ zu erkennen.

Ob dem so ist, kann von interessierten Besuchern direkt hinterfragt werden: Am Samstag, dem 9. Juli, lädt die Art Kapella für 14 Uhr zum Künstlergespräch ein. In der Galerie des Vereins wird dann auch Alex Belavin zugegen sein und kann direkt befragt werden. Die Finissage der Ausstellung findet dann am Sonntag, dem 24. Juli, ebenfalls um 14 Uhr und ebenfalls mit Beteiligung des Künstlers statt.

Die Galerie ist dienstags, mittwochs und samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Roland Heinrich

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