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Schkeuditz S-Bahn voll – Polizei wirft Fahrradfahrer raus
Region Schkeuditz S-Bahn voll – Polizei wirft Fahrradfahrer raus
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10:30 22.09.2017
Fahrgäste diskutieren mit den von der Bahn herbeigerufenen Bundespolizisten. Quelle: Foto: privat
Schkeuditz

Weil einem Zugführer die S-Bahn von Halle nach Leipzig zu voll war, weigerte er sich am Haltepunkt Schkeuditz West, die Fahrt fortzusetzen. Proteste der Passagiere waren vergebens, die Bundespolizei holte schließlich alle mit Fahrrad eingestiegenen Bahnkunden aus der S-Bahn wieder raus. Die Bahnkunden waren empört. Das Unternehmen bedauere den Zwischenfall, Sicherheit gehe aber vor, teilte es mit.

Die Leipzigerin Diana Grahl arbeitet bei einem Unternehmen am Schkeuditzer Roßberg und nutzt mit Kolleginnen täglich die zwischen Leipzig und Halle verkehrende S-Bahn 3. Die Züge seien im Berufsverkehr sehr voll und meist mit nur einem Waggon ausgestattet. „Das führte am Dienstag bei der 15.30-Uhr-Bahn zum Eklat. In Schkeuditz stiegen auch Fahrradfahrer ein, woraufhin der Zugführer brüllte, dass der eine nicht mehr mitgenommen werden kann, da der Platz nicht reiche“, berichtet die 32-Jährige.

Dennoch stiegen alle ein und weigerten sich, den Waggon zu verlassen. „Die Fluchtwege waren frei, jeder hatte Platz, die Passagiere baten den Zugführer, weiterzufahren. Einer flehte ihn sogar mit gefalteten Händen an. Der Mann verpasse seinen ICE nach Frankfurt und seinen Flug. Alles half nichts. Der Zugführer war so gestresst, er schaltete auf stur und rief die Bundespolizei“, erzählt Grahl. Unter heftigen und lauten Protesten der Betroffenen hätten die Polizisten dann alle rund 15 Fahrradfahrer aus der S-Bahn geschmissen. „Erst dann fuhren wir weiter, es war nach 16 Uhr“, so Grahl. „Ich zahle 86 Euro für die Monatskarte, da kann man doch erwarten, dass S-Bahnen pünktlich und mit ausreichender Kapazität eingesetzt werden“, versteht die Leipzigerin das Agieren der Bahn nicht.

Die Deutsche Bahn (DB) verweist auf LVZ-Anfrage darauf, dass die Kunden aufgrund der Baumaßnahmen gebeten wurden, zwischen dem 9. und 29. September auf das Mitführen von Fahrrädern zu verzichten. „Grundsätzlich besteht keine Fahrradmitnahmepflicht und daher haben der Triebfahrzeugführer oder die Kundenbetreuer grundsätzlich den Ermessensspielraum, eine Fahrradmitnahme zu verweigern. Auch unter Zuhilfenahme der Bundespolizei. Wir bitten generell, in Stoßzeiten auf die Fahrradmitnahme zu verzichten“, erklärt die DB.

Grundsätzlich würde versucht, „alle wesentlichen Leistungen auf der S 3 mit zwei Zugteilen zu fahren.“ Aktuell gebe es aber aufgrund von Baumaßnahmen und auch eines hohen Anteils von Fahrzeugen mit Werkstattaufenthalten „gelegentliche Fahrzeugengpässe“. Das will man zwar vermeiden, doch im Einzelfall sei das nicht auszuschließen, heißt es weiter. Entschädigungen für Betroffene nach dem Vorfall in Schkeuditz würden im Einzelfall geprüft. „Wir bedauern diesen Zwischenfall. Es ging aber nicht um eine Eskalation, sondern darum, die Sicherheit der Fahrgäste in der S-Bahn zu gewährleisten“, teilte die Deutsche Bahn mit. Beschweren können sich S-Bahn-Kunden jederzeit beim Kundendialog der S-Bahn Mitteldeutschland, dort werde das Anliegen geklärt oder weitergegeben.

Kontakt: Tel.0341 26696622 oder im Internet www.s-bahn-mitteldeutschland.de

Von Olaf Barth

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