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Schkeuditz Saalekreisbewohner kritisieren Sperrung der Ermlitzer Straße
Region Schkeuditz Saalekreisbewohner kritisieren Sperrung der Ermlitzer Straße
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12:19 16.06.2017
Die Ermlitzer Straße bleibt für Durchgangsverkehr gesperrt. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

In den sachsen-anhaltischen Nachbarorten von Schkeuditz – in Ermlitz, Röglitz oder Raßnitz – herrscht Beunruhigung. Grund sind gleich mehrere Pannen im dortigen Rettungswesen. Als Ursache dafür sehen die Sachsen-Anhalter hauptsächlich die Vollsperrung der Ermlitzer Straße in Schkeuditz an. Wegen der müssten die Rettungskräfte im Saalekreis langsamere Strecken oder Umwege fahren.

Ein fataler Fall ereignete sich gleich kurz nach der Errichtung der Vollsperrung im März: Zu einem Notfall in Ermlitz wird der Rettungsdienst gerufen, startet in Zwintschöna und wählt die schnelle Strecke über die B 6 und Schkeuditz in die Ermlitzer Straße. Dort landen die Rettungskräfte in der Sackgasse, müssen umkehren und sind erst 33 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort. Der Mann, der über Unwohlsein geklagt hatte und deshalb den Notruf wählte, war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, berichtete die Mitteldeutsche Zeitung.

Ende Mai nun ein weiterer Notfall in Oberthau, bei dem die Einsatzkräfte erst nach mehr als 20 Minuten am Ort waren. „Wir haben richtige Angst, dass wieder eine Notsituation entsteht“, schreibt Kathrin Bender, deren Mutter mit akuter Atemnot gerade noch rechtzeitig im Krankenhaus ankam. „Das waren die schlimmsten und längsten Minuten, die wir je erlebt haben“, meinte Bender. Der Arzt auf der Intensivstation hätte am nächsten Tag mitgeteilt, dass es sehr, sehr knapp gewesen sei und, dass akute Lebensgefahr bestanden hätte. Hilfesuchend wandte sich Bender an die Bürgermeister der Kommunen sowie an den Landrat des Saalekreises, Frank Bannert (CDU).

Schkeuditz’ Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) weiß dass die Lage nicht einfach ist. Von den Beschwerden und Bedenken bezüglich der Einsatzzeiten für Rettungskräfte im benachbarten Sachsen-Anhalt habe er auch gehört. „Wir haben sowohl mit dem Straßenbauamt, als auch mit der Polizei im Vorfeld bei den Abstimmungen mit Augenmaß auch über andere Lösungsvarianten gesprochen, doch letztendlich gibt die derzeitige, nicht allzu breite Schotterpiste keine Variante mit Verkehr her“, erklärte Dornbusch. Auch das Ordnungsamt habe sich nach entsprechenden Hinweisen die Lage noch einmal angeschaut, doch es bleibe dabei: „Zur Zeit haben wir keine Alternative.“

Dornbusch wies außerdem darauf hin, dass auch der Saalekreis beizeiten über die Baumaßnahme, Sperrung und Umleitung informiert gewesen ist. Es habe reichlich Zeit gegeben, das Ganze entsprechend zu organisieren. Schon bei den Baubesprechungen im vergangenen Jahr sei auch der Saalekreis mit einbezogen gewesen und war über die Sperrung in Schkeuditz informiert.

Die Leipziger Wasserwerke (LW) liegen laut Dornbusch voll im Zeitplan, stünden mit ihren Restarbeiten kurz vor dem Abschluss. In dieser Woche sollten die Stadtwerke Schkeuditz (SWS) damit beginnen, in beiden Fußwegen neue Strom- sowie auch Glasfaserkabel für schnelles Internet bis vor die Haustüren zu verlegen. Ende Juni/Anfang Juli werde die Stadt die Baustelle mit dem Straßenbau übernehmen. „Wir sind dicht dran und wollen noch dieses Jahr fertig werden“, sagte Dornbusch.

Damit der Zeitplan – der wegen des fehlenden Fördermittelbescheides arg in Gefahr geraten ist (die LVZ berichtete) – nicht über die Maßen überzogen wird, ermächtigen die Stadträte den Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) zur Auftragsvergabe. Momentan findet die Submission statt, in der nächsten Woche sollen die Angebote ausgewertet werden. Nach dem Ende der Einspruchsfrist soll am 4. Juli der Auftrag vergeben werden. Mitte Juli ist dann der Beginn des Straßenausbaus geplant. Der Stadtrat soll darüber in seiner Julisitzung – beziehungsweise der Technische Ausschuss Anfang August – informiert werden. Das Bauende ist jetzt für den 22. Dezember geplant, also etwa drei Wochen später, als ursprünglich vorgesehen.

Von Olaf Barth

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