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Schkeuditz Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz bietet Gedächtnissprechstunden an
Region Schkeuditz Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz bietet Gedächtnissprechstunden an
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05:00 08.04.2010
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Schkeuditz

Hell und freundlich sind die Räume im Haus vier des SKH in Alterscherbitz. Künftig empfängt hier Diplompsychologin Christiane Enderlein immer dienstags und donnerstags Patienten zur Gedächtnissprechstunde. Insgesamt kommen die Patienten zu drei Terminen. Als erstes wird in einem Gespräch, der sogenannten Anamnese, die Vorgeschichte des Betroffenen nachvollzogen. „Es geht darum, die Lebenssituation kennenzulernen“, erklärt Enderlein, „und um Fragen wie: Welche Beschwerden treten auf, wann wurden sie zuerst bemerkt und wie äußern sie sich?“ Damit könnten schon erste Hinweise auf Demenz gefunden werden oder Rückschlüsse auf zum Beispiel depressive Erkrankungen gezogen werden. Auch ein naher Angehöriger begleitet den Patienten zum Termin. „Typisch für Demenz ist, dass die Betroffenen gar nicht so sehr klagen. Vielmehr bemerken Angehörige Veränderungen im Verhalten“, sagt Ira Gründel, leitende Psychologin in der geronto-psychiatrischen Abteilung des SKH. Bei einer zweiten Sitzung wird dann die Hirnleistung des Patienten getestet. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denkvermögen sind einige Bereiche aus einer ganzen Testpalette. „Die Ergebnisse werden mit Altersnormen verglichen, die in der Neuropsychologie entwickelt wurden“, erklärt Gründel. Das dritte Treffen dient der Gesamtauswertung. Wenn sich der Verdacht auf Demenz beziehungsweise andere Störungen erhärtet, bespricht Christiane Enderlein gemeinsam mit der spezialisierten Fachärztin Ingrid Sebastian weitere Behandlungsmöglichkeiten mit den Patienten. Demenz ist keine heilbare Krankheit. Bei der Behandlung geht es darum, so lange wie möglich eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Die Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Barbara Richter verdeutlicht: „Die Phase der leichten Demenz lässt sich durch Medikamente und begleitende sozialtherapeutische Maßnahmen bis zu zwei Jahre verlängern.“ Umso wichtiger ist offenbar eine frühzeitige Diagnose. „In unserem stationären und teilstationären Bereich ist uns aufgefallen, dass die Patienten erst spät zu uns kommen, also mit einer mittelschweren bis schweren Demenz. Deshalb war die Einrichtung der Gedächtnissprechstunde ein notwendiger Schritt“, betont die Chefärztin. Wann ist es sinnvoll sich testen zu lassen? „Von Gedächtnisstörungen spricht man, wenn die Auswirkungen über einen längeren Zeitraum den Alltag beeinflussen“, erklärt Psychologin Gründel. „Wenn man die Namen aller Enkel nicht auf Anhieb weiß, mag das für den Betroffenen schlimm sein, das ist aber noch kein Kriterium für eine Demenz. – Auch nicht, dass man mal die Brille oder den Schlüssel sucht.“ Wenn man sich jedoch in einer bekannten Umgebung plötzlich verlaufe oder bestimmte Dinge an Orte verlege, die ungewöhnlich seien, zum Beispiel den Kamm in den Kühlschrank, seien das Anzeichen, um professionelle Hilfe aufzusuchen. „Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen sind zudem Indikatoren, die in einer frühen Phase einer Demenz auftreten können“, ergänzt Ira Gründel. In der Gedächtnissprechstunde wird ausführlich geprüft, ob und welche Form der Gedächtnisstörung vorliegt. „Uns ist wichtig, Patienten Ängste zu nehmen. Die Diagnose Demenz ist für sie nicht leicht zu verkraften“, so die Psychologin. „Mit medikamentösen und sozialtherapeutischen Maßnahmen versuchen wir, so lange wie möglich die Selbstständigkeit und Alltagskompetenz zu erhalten, sodass der Patient so spät wie möglich in eine betreute Einrichtung gehen muss." Zur Sprechstunde können sich die Patienten von ihrem Hausarzt überweisen lassen oder sich selbst anmelden. Beratung mit Rückruf gibt es unter der Telefonnummer 034204/872043.

Susanne Weidner

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