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Säumnisse liegen bei der Stadt

Säumnisse liegen bei der Stadt

Die Stadt Schkeuditz beabsichtigt, auf dem Altscherbitzer Friedhof eine Stätte des Gedenkens an die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zu errichten (LVZ berichtete).

Schkeuditz. Die Langwierigkeit des Prozesses begründete Bürgermeister Manfred Heumos (CDU) mit dem Befürwortungsverfahren seitens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). Dieser wandte sich jetzt an die LVZ.

Alljährlich legt der Vorsitzende des Heimatvereins „Torturm“, Manfred Seidel, in Altscherbitz ein Sonnenblumenfeld an, um an den Opfer der Nazi-Euthanasie zu gedenken. Regelmäßig solle das geschehen, bis eine würdige Stätte auf dem Altscherbitzer Friedhof geschaffen ist. Im Juli letzten Jahres nun verkündete Seidel freudig, dass die Stadt das Vorhaben, endlich diese würdige Stätte schaffen zu wollen, unterstütze. Ein Landschaftsarchitekt sollte Entwürfe liefern. Diese sind von Cathleen Einenkel-Schwager fertig gestellt und auch die Entscheidung für einen Entwurf ist gefallen, wie Heumos unlängst bestätigte. Ein langwieriges Befürwortungsverfahren beim VDK sei jetzt der Grund, der das Projekt verzögere, hieß es.

„Die Verzögerung hat einzig und allein ihre Ursache darin, dass von der Stadt Schkeuditz als der nach dem Gräbergesetz der Bundesrepublik Deutschland zuständigen Kommune ein Antrag auf Finanzierung des Vorhabens bisher nicht gestellt worden ist“, schreibt Günter Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes Leipzig des VDK, in einem Brief an die LVZ. Dies sei völlig unverständlich, heißt es weiter. Voraussetzungen für die Antragstellung seien nicht von der Stadt vorzunehmen gewesen, sondern schon als Vorleistung im ehrenamtlichen Bereich erfolgt, ist Schmidt verwundert. Diese Voraussetzung ist die Erstellung der vorgeschriebenen Gräberlisten mit den über 2000 Namen der Opfer und weiteren Angaben zu ihnen. Hier hatte Seidel schon mehrfach betont, dass diese Listen mit den Namen, den Daten und den Nummern vorhanden sind.

Das Gräbergesetz schreibe für die Errichtung von Kriegsgräberstätten eine völlig eindeutige und klare Verfahrensweise vor, erläutert Schmidt. Damit müsse jene Kommune, auf deren Territorium sich die Grabanlage befindet, einen entsprechenden Antrag auf Errichtung der Kriegsgräberstätte beim Landesverwaltungsamt – in diesem Fall in Chemnitz – stellen. In dem Verfahren ist dann der VDK zu hören.

„Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat seine befürwortende Stellungnahme bei der Vorlage eines diesbezüglichen Antrags durch die Stadt Schkeuditz zugesichert und steht zu seinem Wort“, unterstreicht Schmidt in seinem Schreiben. Die Antragstellung könne und dürfe der VDK jedoch nicht vornehmen. Insofern könne der VDK nicht für Versäumnisse der Stadt Schkeuditz haftbar gemacht werden, betont der stellvertretende Vorsitzende.

Ob der Eigentümer seine Zustimmung gegeben hat, ließ sich nicht in Erfahrung bringen. Nachfragen beim Eigentümer Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) konnten gestern nicht beantwortet werden, da beide Niederlassungen die Kompetenzen in der jeweils anderen Niederlassung vermuteten.

Und so wird wohl, wie in den Vorjahren, auch im nächsten Jahr ein Sonnenblumenfeld der Ort des Gedenkens sein.

Roland Heinrich

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