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Schkeuditz Schafschur bringt Erleichterung
Region Schkeuditz Schafschur bringt Erleichterung
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11:13 10.06.2010
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Schkeuditz

Die Schur von 1500 Schafen soll heute beendet werden.

„Es ist auf jeden Fall eine Erleichterung“, sagt Rudi Bloch, Abteilungsleiter bei der Gundorfer Agrargemeinschaft und meint damit das Befinden der Schafe nach der unfreiwilligen Rasur. „Gerade bei diesen Temperaturen.“ Eigentlich sei der Termin schon drei Wochen verstrichen, erklärt er weiter, „aber die Schafe müssen bei der Schur trocken sein.“

Auch sei es zu kalt gewesen. Wären die Schafe schon geschoren, würden sie eng aneinanderrücken und sich gegenseitig wärmen. „Daher kommt der Begriff ‚Schafskälte‘“, weiß Bloch. Die unterschiedlich schnelle Erwärmung der Wasser- und Luftmassen bringt regelmäßig im Juni – meist nach der Schafschur – Kaltluft aus dem Norden ins Landesinnere. Doch jetzt bei der Hitze ist es wohl eher eine Befreiung. Für die Schur sei das Wetter momentan ideal.

Ein Mal im Jahr müssen alle 1500 Schafe ihre Wolle opfern. „Die Schafe sind ja für die Wolle gezüchtet und wenn diese nicht runterkommen würde, würden die Tiere darunter leiden“, erklärt der seit 1963 in der Agrargemeinschaft Tätige. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch aufgrund des Wollgewichtes. „Pro Schaf erhalten wir immerhin vier Kilogramm Wolle.“

Seit Dienstag sind dafür drei eigens ausgebildete Schafscherer geordert worden. Verschwitzt und selbst am Oberkörper entblößt, helfen die Scherer um Chef Peter Kaminski den Vierbeinern aus ihrer Wintermontur. Dabei hängen sie in einer Art Lederschlaufe, um den Rücken zu schonen. „Es variiert, aber so um die 450 Schafe werden am Tag geschoren“, schätzt Bloch.

Und die Schafe meckern nicht viel. Im Gegenteil: Zwischen den Beinen der Scherer eingeklemmt oder förmlich auf dem Hintern sitzend, halten sie ganz still. „Klar ist es ein momentaner Stress“, weiß Bloch „aber nur kurz.“ Nach der Rasur gehe es wieder in die Aue. Schäferin Katalyn Mühlmann und Schäfer Steffen Mühlmann hüten die beiden Herden dabei. „Sie werden entlang der Flutrinne getrieben, um diese zu pflegen“, sagt Bloch.

Hauptsächlich als Dämmmaterial werde die Wolle verwendet, erklärt der Abteilungsleiter. „Wir haben hier nur Grobwolle“, sagt er weiter, und jetzt müsse man sich kümmern, Käufer zu finden. „Vorbestellt ist hier nichts“, erwähnt Bloch die Schwierigkeit, die Wolle auch an den Mann zu bringen. „In den letzten Jahren ist das immer schwieriger geworden.“ Solange die Wolle nicht verkauft ist, wird sie in Säcken verpackt trocken gelagert.

Die Gundorfer Agrargemeinschaft hat zusätzlich zu den Schafen noch 750 Milchkühe im Bestand. Weiterhin werde hauptsächlich im Aue-Gebiet Feldwirtschaft betrieben, ergänzt der Abteilungsleiter Bloch.

Roland Heinrich

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