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Schkeuditz Schkeuditz hat Europas ältestes Kleeblatt
Region Schkeuditz Schkeuditz hat Europas ältestes Kleeblatt
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15:20 19.05.2015
Nach dem Umbau des Schkeuditzer Kreuzes im Jahr 2002 werden die drei größeren "Blätter" für den öffentlichen Verkehr genutzt. Das kleine ist der Autobahnmeisterei Halle vorbehalten. Quelle: Armin Kühne

Eine Erfindung der Nationalsozialisten waren die Autobahnen aber keineswegs. Die erste deutsche Schnellstraße, die als reine Autobahn geplant war, entstand bereits von 1929 bis 1932 zwischen Köln und Bonn (heute A 555).

Eine Legende ist auch, dass der Bau der Autobahnen die Arbeitslosigkeit beseitigt habe: Nur fünf Prozent der sechs Millionen Arbeitslosen (Stand 1933) sollen Beschäftigung an den Trassen gefunden haben. Zum Arbeitsdienst einberufene junge Männer schufteten als Billiglöhner, auch KZ-Häftlinge wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Für das NS-Regime war der Ausbau des Streckennetzes ein Teil seiner logistischen Vorbereitung auf den im Jahr 1939 mit dem Überfall auf Polen beginnenden Zweiten Weltkrieg.

Der Nutzwert der Trassen für den zivilen Verkehr war damals eher gering. Mitte der 1930er Jahre gab es im Deutschen Reich nur 600 000 zugelassene Straßenfahrzeuge. Auf 75 Deutsche war ein Auto zugelassen. Der weltweite Fahrzeugbestand lag bei rund 38 Millionen Fahrzeugen. Heute sind es allein in Deutschland rund 46 Millionen, weltweit etwa 1,1 Milliarden.

Im Jahr 1936 wurde die Fernstraßen-Kreuzung zunächst als Abzweig der Autobahnstrecke von Halle-Peißen nach Leipzig-Wiederitzsch in Betrieb genommen. Er führte zur Teilstrecke zwischen Schkeuditz-Leipzig und Merseburg.

Christoph Krelle, Fachbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt für die Region Süd, ist Experte fürs Schkeuditzer Kreuz. "Es gibt eine Verwaltungsvereinbarung mit Sachsen, die die Zuständigkeit regelt", erklärte er, weshalb mit der Autobahnmeisterei in Halle-Peißen - übrigens die älteste Autobahnmeisterei Deutschlands - eine sachsen-anhaltische zuständig ist. Das Schkeuditzer Kreuz liegt eigentlich auf sächsischem Territorium. "Mit der Zuständigkeit hat es vermutlich auch zu tun, dass das Willkommen-in-Sachsen-Schild auf der Autobahn 14 von Halle kommend erst hinter dem Schkeuditzer Kreuz aufgestellt ist", vermutet der 60-Jährige.

Heute ist das Kreuz im Landkreis Nordsachsen in Kombination mit dem benachbarten Flughafen vor allem für die Logistikbranche attraktiver denn je. Es wird täglich von etwa 120 000 Fahrzeugen passiert. "Der Verkehr auf den viel befahrenen Autobahnen hat sich von 1990 bis heute verdoppelt", erklärte Krelle. Dabei hat sich die Fertigstellung der Autobahn 38, die eine südliche Umfahrung des Kreuzes ermöglicht, auf die Verkehrszahlen in Schkeuditz kaum ausgewirkt. "Für rund 160 000 Fahrzeuge pro Tag ist der derzeitige Ausbau angelegt. Mit etwa 120 000 sind wir da noch nicht angekommen. Die nächste amtliche Verkehrszählung finde wieder im Jahr 2015 statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2013
Roland Heinrich, Armin Görtz

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