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Schkeuditz ist kein Kriminalitäts-Schwerpunkt

Revierleiter zu Gast im Stadtrat Schkeuditz ist kein Kriminalitäts-Schwerpunkt

Im Schkeuditzer Stadtrat erläuterte Axel Palitzsch, Leiter des Polizeirevieres Leipzig-Nord, vor Kurzem die Entwicklung der Kriminalität in der Stadt. Die gute Nachricht: Die Flughafenstadt sei kein Schwerpunkt der Kriminalität innerhalb der Polizeidirektion Leipzig. „Der Anteil der Straftaten in Schkeuditz liegt gemessen am Gesamtaufkommen bei 1,8 Prozent.“

Das ehemalige Polizeirevier in Schkeuditz ist jetzt ein Polizeistandort.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Wie bereits in Taucha vor einigen Wochen, folgte der Leiter des Polizeirevieres Leipzig-Nord nun auch einer Einladung in den Stadtrat der Großen Kreisstadt Schkeuditz. Vor dem Gremium erläuterte Axel Palitzsch die polizeiliche Lage und die Entwicklung der Kriminalität in der Stadt. Und ähnlich wie Taucha ist auch die Flughafenstadt nach Einschätzung des Polizeidirektors kein Schwerpunkt der Kriminalität innerhalb der Polizeidirektion Leipzig. „Der Anteil der Straftaten in Schkeuditz liegt gemessen am Gesamtaufkommen in der Polizeidirektion bei 1,8 Prozent.“

Vor diesem Hintergrund erklärte Palitzsch, dass er auf jeden Fall am jetzigen Misch-Kommissariat im Polizeistandort Schkeuditz festhalte, aber darüber hinaus keinen Grund für eine personelle Aufstockung sieht. Die Bürgerpolizisten würden den Kontakt zur Bevölkerung und zu den Behörden halten. „Die Situation in Schkeuditz ist mit dem jetzigen Personal zu beherrschen“, zeigte sich der Polizeidirektor sicher. In anderen Bereichen seines sich über 219 Quadratkilometer erstreckenden Revierbereiches Nord aber könne er sehr wohl personelle Verstärkung gebrauchen, doch wann und wie viele der von Sachsens Staatsregierung versprochenen zusätzlichen 1000 Polizisten im Freistaat seinem Verantwortungsbereich zugeteilt werden, wusste Palitzsch noch nicht zu sagen.

Die Polizei sei sich allerdings auch bewusst, dass jeder einzelne Einbruch in ein Haus, in ein Auto oder in einen Keller einer zu viel ist und die Betroffenen sehr bewegt. Die damit verbundenen Diebstähle unterschiedlichster Art machen auch den größten Teil der Kriminalität in Schkeuditz aus. So nahmen im Vergleich zu 2014 laut der von Palitzsch vorgetragenen Statistik die Einbrüche in Wohnungen von 23 auf 25 erfasste Fälle zu, und jene in Keller und andere Nebenräume von 35 auf 52. „Wir sind dran, aber nicht jede Straftat lässt sich aufklären. Die Aufklärungsquote im Bereich schwerer Diebstähle ist nicht so, wie wir uns das vorstellen“, gestand Palitzsch ein. Er bat deshalb auch noch einmal darum, dass Bürger bei Verdachtsmomenten aufmerksam sind und der Polizei gegebenenfalls mit Beschreibungen oder Autokennzeichen bei den Ermittlungen helfen. Die Aufklärungsquote lag für Schkeuditz 2014 bei 44,3 und 2015 bei 47,1 Prozent. Von dem im Vorjahr 734 ermittelten Tatverdächtigen in Schkeuditz hatten 161 keinen deutschen Pass, wobei es sich da laut Palitzsch oft um Verstöße gegen das Asylrecht und damit verbundene Regelungen handeln würde. Auch diese fließen in die Kriminalitätsstatistik als Straftaten ein.

Einen etwas detaillierteren Einblick in die Schkeuditzer Statistik gab Polizeihauptkommissar Thomas Finsch. Der 45-Jährige ist Chef des Schkeuditzer Polizeistandortes und bearbeitet mit seinen Kollegen in dem ehemaligen Polizeirevier am Markt auch die Straftaten. Er sprach zunächst die Brandserien in den ersten drei Monaten dieses Jahres an. Allein im Februar hatte es 25 Mal gebrannt. „Ich kann Ihnen versichern, wir haben hart gearbeitet, eine Soko gegründet, besondere Streifen eingesetzt und wollten unbedingt die Straftaten aufklären“, sagte Finsch. Doch der oder die Täter konnten nicht ermittelt werden. „Wir hatten viele Hinweise aus der Bevölkerung bekommen. Vielen Dank dafür. Wir sind allen nachgegangen. Aber im Juni haben wir den Vorgang ohne konkrete Hinweise auf Täter an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Sobald es neue Anhaltspunkte gibt, werden wir die Ermittlungen aber fortsetzen“, kündigte Finsch an.

Dass sich Geduld auszahlt und mit Akribie, manchmal mit etwas Glück und Hilfe aus der Bevölkerung auch ältere Straftaten noch aufgeklärt werden können, dafür lieferte der Polizist ebenso Beispiele. So wurde eine Gruppe, die in Schkeuditz für viele Graffiti-Schmierereien verantwortlich war, gefasst. Auch eine fahrlässige Brandstiftung, ein Tankstellen-Einbruch in Glesien, eine Bombendrohung bei DHL, ein Einbruch in den Schkeuditzer Jugendclub und Fahrzeug-Diebstähle konnten aufgeklärt werden.

Stadtrat Rainer Haase (FDP) sprach die ständigen Audi-Diebstähle am Flughafen an. Hier verwies Palitzsch auf die Zuständigkeit des Airports, dort für mehr Sicherheit zu sorgen: „Wir sind als Polizei nicht dazu da, den Parkplatz eines Unternehmens zu bewachen.“

Von Olaf Barth

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