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Schkeuditz kaufte heutiges Museumshaus schon 1908

Museum wird 90 Jahre Schkeuditz kaufte heutiges Museumshaus schon 1908

Wenn das Stadtmuseums Schkeuditz am morgigen Sonnabend zu einer kleinen Feier des 90-jährigen Bestehens einlädt, sind im dortigen Hof keine Fasane oder Schafe mehr zu sehen. Tierhaltung gibt es in der Mühlstraße 50 nicht mehr. In den frühen 1990er Jahren war das anders ...

Das Foto des „Heimatmuseums“ in der Mühlstraße 50 stammt aus den frühen 1990er Jahren.

Quelle: Repro: Roland Heinrich

Schkeuditz. Wenn das Stadtmuseums Schkeuditz am morgigen Sonnabend zu einer kleinen Feier aus Anlass seines 90-jährigen Bestehens einlädt, sind im Hof der Einrichtung keine Fasane in einer Volliere oder Schafe in einem Stall mehr zu sehen. Tierhaltung gibt es in der Mühlstraße 50 nicht mehr. In den frühen 1990er Jahren, als das Haus noch „Heimatmuseum“ hieß, war das anders, berichtete Museumsleiter Hans Neubert jetzt. „Ich war damals Zivildienstleistender im Museum. Neben den Fasanen gab es ein Mutter-Schaf, das ein kleines weißes Lamm hatte. Die Mutter hieß Sophie und das Lamm war Max“, erinnerte sich Neubert.

Eines Tages sei das Lamm nicht mehr zu sehen gewesen. „Man hörte es nur aus Richtung Elster blöken“, erzählte der heutige Museumschef. Das Jungtier war in die Weiße Elster gesprungen, eine etwa 1,50 Meter hohe Mauer hinunter. In einem halsbrecherischen Akt sei das Lämmchen aus dem Wasser gezogen worden: „Nur noch das Gesicht war weiß. Der Rest war durch das verdreckte Gewässer schwarz und hat gestunken“, erinnerte sich Neubert. Trotz einer Lamm-Wäsche nahm das Muttertier ihr Junges nicht mehr an, berichtete er. „Max“ sei dann mit der Flasche großgezogen worden.

Erster Museumsraum im Rathaus

Zu jener Zeit hieß das Museum noch „Heimatmuseum“. Wohl auch deshalb, weil es dem 1925 gegründete Heimatverein zu verdanken ist, dass es ein Museum gibt. „21 Gründungsmitglieder um Hermann Vater und Otto Abitzsch haben das Gründungsprotokoll unterschrieben“, berichtete Neubert. Die hätten zwar schon vorher Mineralien, archäologische Funde oder Tierpräparate gesammelt, eine richtige Form erhielt das Unterfangen aber erst mit der Vereinsgründung. Schon ein Jahr später, am 18. April 1926 wurde im Rathaus ein Raum in der zweiten Etage als Museum eröffnet. Ein zweiter Raum kam später hinzu. „In die Mühlstraße zog das Museum erst 1937. Hier wurden vier Räume im Erdgeschoss als Museum eingerichtet“, wusste der heutige Museumschef zu berichten. Das Obergeschoss sei da noch eine Wohnung gewesen.

Amtsmüllerhaus fünf Jahre saniert

Das ehemalige Haus des Amtsmüllers, in dem sich noch heute das Museum befindet, ging mit der Mühle und dem Maschinen- und Speicherhaus, das später zum Stadtbad wurde, 1908 in den Besitz der Stadt über, berichtete Neubert. Mit einem Alter von mehr als 350 Jahren gehört das Gebäude zu den ältesten in Schkeuditz. Erst von 2007 bis zur Wiedereröffnung 2012 wurde es umfassend saniert. Die seitdem „Stadtmuseum“ heißende Einrichtung erhielt ein neues Ausstellungskonzept und ist nach wie vor Treffpunkt des heutigen Museums- und Geschichtsvereins.

Zum 90-jährigen Jubiläum lädt der Museumschef morgen, ab 15 Uhr, in den Museumshof zu Kaffe und Kuchen ein. Ab 16 Uhr wird es einen Vortrag über das Entstehen und Wachsen des Museums geben. Freunde des Museums und Neugierige sind herzlich eingeladen.

Von Roland Heinrich

Schkeuditz, Mühlstraße 50 51.3899864 12.2207974
Schkeuditz, Mühlstraße 50
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