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Schkeuditz streicht Zuschuss für Schülertickets

Anreiz für auswärtige Schüler fällt weg Schkeuditz streicht Zuschuss für Schülertickets

Ein über Jahre gezahlter Zuschuss zu den Fahrtkosten für die Schüler aus den Ortsteilen, aus Leipzig und aus anderen umliegenden Gemeinden von Schkeuditz fällt ab dem Schuljahr 2017/2018 weg. Das beschlossen die Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung mit nur einer Gegenstimme.

Die Kosten für Bus und Straßenbahn sollen Eltern der von auswärts kommenden und in Schkeuditz zur Schule gehenden Kinder künftig allein tragen.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Ein über Jahre gezahlter Zuschuss zu den Fahrtkosten für die Schüler aus den Ortsteilen, aus Leipzig und aus anderen umliegenden Gemeinden von Schkeuditz fällt weg. Ab dem Schuljahr 2017/2018 soll es soweit sein. Das beschlossen die Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung mit nur einer Gegenstimme. Ein Anreiz, das städtische Gymnasium oder die Lessing-Oberschule zu besuchen, müsse nicht mehr geschaffen werden, begründete die Verwaltung.

Gezahlt wurde der Zuschuss seit dem Schuljahr 2006/07. Maximal 120 Euro waren es seit dem letzten Beschluss im April 2012 pro Schülerticket. Hintergrund dieses Beschlusses – und der Beschlüsse davor – war der Umstand, dass die Mindestschülerzahlen allein durch Schüler aus der Kernstadt nicht erreicht werden konnten. Der gewährte Fahrtkostenzuschuss, der etwa dem Eigenanteil der Eltern – auch der Landkreis zahlt einen Zuschuss – am Schülerticket beziehungsweise an der Schülerregionalkarte entsprach, war bisher ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Schulwahl gewesen. Vor allem auch deshalb, weil Schkeuditz die Erstattung der Fahrtkosten auch für Schüler über die fünfte Klasse hinaus – nämlich bis hin zur achten Klasse – gewährte. Jener Beschluss aus dem Jahr 2012 wurde nun aufgehoben.

Es scheint, ähnlich der Bedarfsplanung für Kinderkrippen und -gärten, ein Umdenken eingesetzt zu haben (die LVZ berichtete). „Zwischenzeitlich haben beide Schulstandorte stabile Schülerzahlen“, heißt es nämlich in der Begründung des jetzigen Beschlusses. Ein Satz, der der Stadtverwaltung in Bezug auf das Gymnasium noch vor gut eineinhalb Jahren nicht ohne Einschränkungen über die Lippen gegangen wäre. Da nämlich strebte die Schkeuditzer Stadtspitze eine Kooperation mit Leipzig in der Form an, dass die benachbarte Großstadt eine verbindliche Zusage macht, was den Besuch Leipziger Schüler am Schkeuditzer Gymnasium betrifft. Die Schülerzahlen am Gymnasium seien zwar stabil, „guckt man aber auf die demografische Entwicklung, muss das nicht so bleiben“, hatte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) im März letzten Jahres jenen Kooperationswillen begründet. Jetzt nun die Kehrtwende: Indirekt trennt sich Schkeuditz mit dem Beschluss sogar von einigen Leipziger Schülern. Denn für Eltern macht es allein aus finanzieller Sicht nun keinen Unterschied mehr, ob ihre Kinder innerhalb Leipzigs oder nach Schkeuditz mit dem Öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind.

Eine Frage, die sich in Bezug auf das Schkeuditzer Gymnasium nun stellt, ist die nach dessen Eigenständigkeit. Seit 2002 gibt es eine Kooperationsvereinbarung mit Markranstädt, nach der ein gemeinsames Gymnasium mit einem Haus in Schkeuditz und einem in Markranstädt existiert. Ein Zusammengehen war für den Erhalt beider Einrichtungen damals unerlässlich. Seit Jahren aber strebt Markranstädt die Eigenständigkeit seines Hauses an und wird von Schkeuditz unter anderem wegen nicht stabiler Schülerzahlen immer wieder auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Ein Argument, welches jetzt zumindest an Aussagekraft eingebüßt haben dürfte.

Neben der für Schkeuditz erfreulichen Entwicklung, was die Schüler- beziehungsweise Bevölkerungszahlen betrifft, dürfte noch ein weiteres Kriterium für die Ausarbeitung des Beschlusses gesprochen haben: Schkeuditz muss sparen. Wie berichtet, fehlen der Stadt 3,5 Millionen Euro bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Auch wenn die gezahlten Zuschüsse für die Schülertickets da bei Weitem nicht heranreichen, sind sie doch nicht unerheblich: Im Jahr 2014 zahlte die Stadt für die Oberschüler 8400 Euro und für die Gymnasiasten gut 17 000 Euro. Ein Jahr später waren es insgesamt fast 26 000 Euro und bis Ende September dieses Jahres – Anträge können noch bis Ende des Monats gestellt werden – gab die Stadt rund 22 500 Euro aus. Die waren für 151 Gymnasiasten und für 82 Oberschüler, teilte die Stadt auf Anfrage mit.

Eine Hintertür bleibt nach dem jetzigen Beschluss aber offen: Sollte sich an der momentan guten Schülersituation in Schkeuditz etwas ändern, heißt es im Beschluss, werde der Stadtrat die Angelegenheit wieder aufgreifen und dann auch zu einem erneuten Zuschuss beschließen können.

Von Roland Heinrich

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