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Schkeuditz Schkeuditz überplant Privatgrundstücke mit eigenen Vorhaben
Region Schkeuditz Schkeuditz überplant Privatgrundstücke mit eigenen Vorhaben
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09:49 10.07.2018
Links neben der Leibniz-Grundschule plant Schkeuditz eine Erweiterung. Das Grundstück ist jedoch in Privatbesitz. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Die Stadtverwaltung Schkeuditz hat es schon wieder getan: Grundstücke, die der Stadt nicht gehören, wurden in der vergangenen Woche per Stadtratsbeschluss mit einem neuen Bebauungsplan versehen, der eine eventuelle Erweiterung von benachbarten städtischen Einrichtungen zum Inhalt hat. Wie berichtet, hat ein solches Verfahren, das von Grünen-Stadträtin Evelyn Hütel als erster Schritt zur Enteignung bezeichnet wurde, bereits für das Gebäude Markt 15 Anwendung gefunden. Über jenes Grundstück war ein Straßenbebauungsplan gelegt worden, um dort perspektivisch die Möglichkeit zu haben, die benachbarte Mühlstraße verbreitern zu können.

Nördlich der Leibniz-Grundschule ist nun ein weiteres Privatrundstück mit einem B-Plan und anschließend auch mit einer Veränderungssperre versehen worden. Das Schulgelände soll dorthin erweitert werden. „Wir haben im Vorfeld sechs Varianten der Erweiterung geprüft“, sagte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). Wie diese Varianten aussehen, bleibt vorerst aber das Geheimnis der Stadt, denn präsentiert wurde keine Variante. Im Resultat der Prüfung ist eine Erweiterung im Norden die einzig sinnvolle, resümierte Dornbusch jedenfalls.

Dass nicht nur der Bau einer neuen Kindertagesstätte dringend geboten ist, sondern auch Grundschulen in der Stadt an Kapazitätsgrenzen stoßen, betonte der Bau-Bürgermeister. Das sei in Sachen Einwohnerentwicklung zwar positiv, zwinge aber auch zum Handeln. Die Leibniz-Schule solle durch einen Anbau mit Fahrstuhl erweitert werden und auch das Schulhofgelände müsse entsprechend vergrößert werden. Während östlich das Gymnasium das Grundstück begrenze, sorgten im Süden der Hort und der Kaufmann-Spielplatz für unmögliches Erweitern. „Für das Areal im Westen gibt es andere Pläne“, sagte Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU), ohne konkret zu werden. Auf Nachfrage von Hütel erwähnte Bergner nur zwischenzeitlich bereits ad acta gelegte Pläne, wie den Bau eines Parkhauses, wofür es aber keinen Investor gegeben hatte.

Zumindest sei aber auch im Westen der Schule eine Variante untersucht und für ungeeignet erachtet worden. Das Privatgrundstück im Norden sei die einzig sinnvolle Fläche für eine Schulerweiterung. Verkaufsgespräche mit dem Eigentümer habe es bereits gegeben. Als Grünen-Stadträtin Hütel erneut ihre Ablehnung zu der „Entwertung“ des Grundstückes formulierte, stellte das Stadtoberhaupt zwischenzeitlich Nichtöffentlichkeit her, um zu den Verkaufsverhandlungen zu informieren. Wie die LVZ erfuhr, gehe es primär und zunächst um die vom Eigentümer eher ungenutzte östliche Fläche des Grundstückes. Auf längere Sicht habe die Stadt aber auch Interesse am Wohnhaus. Mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der neue B-Plan beschlossen.

Auch am Kulturhaus Sonne will sich die Stadt perspektivisch Erweiterungsmöglichkeiten offen halten, weshalb für die Markt-Ostseite ebenfalls ein neuer Bebauungsplan aufgestellt wurde. Hier geht es um den sogenannten Kulturcampus, den Alt-Oberbürgermeister Jörg Enke dereinst thematisierte. Nun scheint jenes Stadtprojekt wieder Aufwind zu erfahren, da Variantenuntersuchungen und Machbarkeitsstudien zu einem Kulturcampus am Markt durchgeführt werden sollen. Ein Grundstück südöstlich der „Sonne“ soll dafür zum Teil noch erworben werden. Mit zwei Gegenstimmen wurde auch der B-Plan beschlossen.

Von Roland Heinrich

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