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Schkeuditz will modernes Wohnen in Industriegebäude etablieren

Schkeuditz will modernes Wohnen in Industriegebäude etablieren

Das von der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig betriebene Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAW) steht vor einer Umstrukturierung (die LVZ berichtete). Betroffen davon ist auch die Schkeuditzer Niederlassung, wo die ZAW GmbH gleich drei Standorte unterhält.

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Oberbürgermeister Jörg Enke (Links) und ZAW-Geschäftsführer Frank Müller besprechen mögliche Nachnutzungen für das Gebäude-Ensemble.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Von zwei davon will sie sich trennen und ist diesbezüglich auch mit der Stadtverwaltung in Kontakt. Die sieht besonders für die ZAW-Immobilie in der Heinrich-Heine-Straße 1 die Chance, zentrumsnah einen modernen Wohnstandort für Interessenten unterhalb des Rentenalters zu etablieren. Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) träumt dabei schon von geräumigen Loft-Wohnungen in dem alten Industriebau sowie von attraktiven Dachterrassen.

"Mit dem Altenheim im Rathauscarré und dem neuen Wohnheim der Volkssolidarität haben wir viel für ältere Menschen getan. Wir wollen aber auch jüngeren Leuten attraktiven Wohnraum anbieten. Und da sehe ich für diesen zentrumsnahen Standort, ähnlich wie es in Leipziger Industriebauten passierte, gute Chancen", sagte Enke diese Woche bei einem Vor-Ort-Termin. Seinen Optimismus bezieht er aus der Tatsache, dass es im Zentrum keinen weiteren Bauplatz mehr gibt, die Attraktivität der Innenstadt gestiegen ist und mit einem Wohnprojekt in dem alten Industriebau weiter zunehmen könnte. "Einen besseren Zeitraum für die Entwicklung modernen Wohnraumes mit unterschiedlichen Facetten gibt es nicht", ist Enke überzeugt. Bisher suche man so etwas in Schkeuditz vergebens, doch jetzt würden die Rahmenbedingungen dafür mehr als vor zehn Jahren stimmen.

Die ZAW GmbH, die sich von dieser Immobilie trennen will, geht mit Enkes Vorstellungen mit. Allerdings sucht sie jetzt eine Entwicklungsgesellschaft oder einen Bauträger, der diese Vorstellungen umsetzt. "Bis Jahresende wird dieser Standort frei gelenkt, auch über die dort noch befindliche Mobilfunk-Antenne wird dann entschieden. Unsere eigenen Aktivitäten konzentrieren wir ab nächstes Jahr in der Industriestraße 34. Sowohl die zehn Lehrkräfte als auch die hier insgesamt 60 Teilnehmer an Aus- und Weiterbildungen in verschiedenen Fachrichtungen werden komplett umziehen, Jobs gehen hier nicht verloren", erklärte ZAW-Geschäftsführer Frank Müller. Der 55-Jährige bestätigte zudem die gestern in der LVZ getroffene Aussage, dass auch der Standort in der Industriestraße 10 geschlossen wird: "Dort befand sich eine Großküche, in der wir viele Jahre Köche und Küchenhilfen ausgebildet hatten. Das passiert künftig in Leutzsch."

Alle anderen in Schkeuditz betriebenen Berufsorientierungs-Projekte für Schüler der 7., 8. und 9. Klassen bleiben der Stadt erhalten. Laut Verwaltungsleiter Jörg Genthe können sich hier auch künftig Interessenten in folgenden Berufsfeldern ausbilden lassen: Bau/Farben, Kosmetik/Körperpflege, Hotel/Gaststätten, Lager/Logistik, Wirtschaft/Verwaltung sowie Hauswirtschaft und Schweißtechnik. Auch der 47-Jährige sieht nach dem Umzug in die Industriestraße 34 für die Gebäude in der Heinrich-Heine-Straße gute Entwicklungsmöglichkeiten: "Der Industriebau ist freitragend und somit frei zu gestalten. Die Decken sind sehr belastbar und es gibt einen Lastenaufzug. Im Hochparterre sowie den drei Obergeschossen stehen jeweils 370 Quadratmeter zur Verfügung. Auch in der nebenstehenden Werkhalle für die Schweißer gibt es viel Platz."

Genthe gewährt auch einen Blick in die Historie des Ensembles: Der Industriebau war 1938 errichtet und bis 1951 von einer Heizungsbaufirma genutzt worden. 1951 ging deren Besitzer in den Westen. 1957 übernahm das Unternehmen MAB den Komplex, um dort seine Betriebsberufsschule zu erweitern. Viele Schkeuditzer wurden hier einst in den Fächern UTP, ESP oder PA unterrichtet.Nach der Abwicklung der MAB hatte die IHK 1991 das Grundstück von der Treuhand erworben und gemeinsam mit dem Kolpingwerk Sachsen-Thüringen die Gewerblich-Technische Bildungsstätte Leipzig als Bildungsunternehmen für die Aus- und Weiterbildung von Erwachsenen und Lehrlingen aufgebaut. Seit Januar 2013 bündelt die ZAW GmbH alle IHK-Bildungseinrichtungen.

 

 

Kontakt: frank-mueller@zaw-leipzig.de oder www.zaw-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Olaf Barth

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