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Schkeuditz will seine Straßen in den nächsten zehn Jahren sanieren

Infrastrukturkonzept Schkeuditz will seine Straßen in den nächsten zehn Jahren sanieren

19 Millionen Euro will Schkeuditz künftig in die Infrastruktur investieren. Welche Straßen erneuert werden sollen, darüber gab es im technischen Ausschuss der Stadt allerdings heftige Diskussionen.

Frischer Glanz für Schkeuditzer Straßen: In der Stadt sollen in den nächsten Jahren einige Wege saniert werden.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Die erste Hürde für das von der Schkeuditzer Stadtverwaltung erarbeitete und vorgeschlagene Verkehrsinfrastrukturkonzept ist genommen. Der Technische Ausschuss (TA) hatte es jetzt mit zwei Enthaltungen mehrheitlich beschlossen, so dass es im April nun auch dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann. Einziger Änderungspunkt: Statt der in den nächsten zehn Jahren geplanten mindestens 17,7 Millionen Euro sollen nun mindestens 19 Millionen Euro investiert werden.

Dass der Aus- und Neubau der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur als prioritäres Ziel in den nächsten Doppelhaushalten berücksichtigt wird, darüber herrschte bei den Ausschussmitgliedern Übereinstimmung. Doch zur Auswahl der Straßen gab es – vermutlich auch schon in den nichtöffentlichen Vorberatungen – eifrige Diskussionen. „Ich möchte Ihnen einen von acht Stadträten unterschriebenen Antrag überreichen und entsprechend um Aufnahme der genannten Straßen in die Liste bitten“, wandte sich Evelyn Hütel (Bündnis 90/Die Grünen) an den Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler).

Schlagloch ade

Schlagloch ade: Schkeuditz investiert in seine Straßen.

Quelle: Wolfgang Sens

Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung in zwei Jahre währender Arbeit an der Erstellung einer Liste gearbeitet, die Straßen, Fuß- und Radwege und sonstige Wege im gesamten Stadtgebiet erfasst und nach einer selbst erstellten Matrix bewertet. „Wir haben die Bewertung nach objektiven Maßstäben angesetzt“, wies Enke hin. So sei etwa das Kriterium, wie viele Anwohner an einer Straße wohnen, als Bewertung der Straßen und Fußwege wieder abgewählt worden, weil es mit dem objektiven Zustand der Infrastruktur nicht zusammenhänge. Nach jener Bewertungsmatrix entstand eine Liste mit den daraus resultierenden dringlichsten Arbeiten in den nächsten zehn Jahren.

„Ich warne davor, jetzt zusätzlich Straßen in die Liste aufzunehmen, die nach subjektiven Maßstäben bewertet wurden“, sagte der Oberbürgermeister. Dies könne dem Bürger nicht erklärt werden. „Es ist uns bewusst, dass wir großen Handlungsbedarf haben. Wir können aber nicht alles gleichzeitig machen”, erwähnte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). Aus diesem Grund sei ja jene Liste nach objektiven Maßstäben erarbeitet worden. Wenn eine Änderung gewünscht ist, so muss die in der Art der Bewertung erfolgen, um alle Straßen gleich zu behandeln, erwähnte Enke.

Entscheidung liegt bei den Stadträten

An der Art der Bewertung wollte Stadträtin Hütel aber nichts ändern. „Ich finde es legitim, diesen Antrag einzubringen“, sagte sie. Enek erwiderte: „Ich habe damit kein Problem. Am Ende entscheiden die Stadträte.“ Sollten jedoch die zusätzlichen Straßen mit in die Dringlichkeitsliste aufgenommen werden, würde das Konzept in Gänze ad absurdum geführt.

Bemängelt wurde im TA auch, dass die Daten der Straßenbewertung aus dem Jahr 2010, also von der letzten Straßenbefahrung, stammen. „Nicht, dass hier der falsche Eindruck entsteht: Die Straße sieht lange nicht mehr so aus“, bemerkte Stadtrat Chris Bageritz (Freie Wähler), als er Bilddaten einer Glesiener Straße sah. „Eine neue Straßenbefahrung ist in Auftrag gegeben worden“, sagte Bauamtsleiter Wolfgang Walter. Deren Daten würden aber erst Ende nächsten Jahres ausgewertet sein, zu einem Zeitpunkt also, wenn der nächste Doppelhaushalt 2017/2018 schon längst beschlossen sein muss. Mit den neuen Daten könnte dann auch die Liste aktuell angepasst werden.

Von Roland Heinrich

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