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Schkeuditz Schkeuditz wirbt offensiver für alte Schule in Glesien
Region Schkeuditz Schkeuditz wirbt offensiver für alte Schule in Glesien
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00:32 25.10.2015
Nach etwa zehn Jahren steht an der alten Schule in Glesien jetzt auch dran, dass sie zu erwerben ist. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Glesien

Es war der Hauptvorwurf, den die Stadtverwaltung Schkeuditz vom Ortschaftsrat Glesien erntete, als es um die historischen Schule im Ort und um deren möglichen Abriss ging: Ungenügend und unflexibel sei die Vermarktung des Gebäudes in den vergangenen zehn Jahren gewesen. „Ungenügend“, weil unter anderem nicht einmal am Gebäude ersichtlich war, das es zu erwerben wäre. „Unflexibel“, weil zur Schule ein weiteres stark sanierungsbedürftiges Haus mit verkauft werden sollte, was Interessenten abgeschreckt habe. Eine ablehnende Stellungnahme zum Abrissvorhaben ist bei der Stadt jetzt eingegangen.

Auf beide Vorwürfe hat die Stadt jetzt reagiert. Ein riesiges Banner wurde vom Nachbargebäude entfernt und an der alten Schule angebracht. Zusätzlich ist seit dieser Woche gleich auf der Startseite der städtischen Internetpräsenz das Verkaufsangebot zu finden. Als „Kleinod der Ortsgeschichte“ wird die Schule angepriesen.

Zum Vorwurf der Unflexibilität reagiert die Stadt ebenfalls und zeigt sich beim Preis verhandlungsbereit. Im Angebot auf der Internetseite ist ein Mindestgebot erst gar nicht angegeben. „Wir haben ein Wertgutachten, das wir natürlich als Grundlage nehmen wollen. Wir sind aber gesprächsbereit“, sagte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). „Klar ist, dass der Interessent das Grundstück nicht umsonst bekommen wird“, ergänzte er. Zur Schule nämlich gehört ein etwa 1000 Quadratmeter großes Gartenstück, das an sich ja schon etwas Wert sei. „Man kann aber auch über eine Erbpacht reden“, sagte Dornbusch überraschend. Doch zusätzlich zur sanierungsbedürftigen Schule wird nach wie vor ein ebenfalls zu sanierendes oder abzureißendes Nachbargebäude angeboten. Bei behutsamer Vorgehensweise bei der Sanierung der alten Schule könne „der größte Teil der Bausubstanz“ erhalten werden, ist jetzt auf der Internetseite zu lesen.

Das klang vor nicht allzulanger Zeit noch anders. Bis zu einer Million Euro würde die Sanierung der 1756/57 errichteten Schule kosten, hieß es. Dem hatte Ortsvorsteherin Ute Mähnert schon damals widersprochen und schätzte die Sanierungskosten auf etwa die Hälfte. „Das Gebäude ist aus unserer Sicht sanierungsfähig“, bestätigte auch Jürgen Liebau vom Denkmalschutz im Landratsamt. Erst im September hatte es eine Begehung der alten Schule gegeben. „Es handelt sich durchaus um eine solide Konstruktion. Der Dachstuhl ist in ausgezeichnetem Zustand“, sagte Liebau.

„Ich habe Kontakt mit der IG Bauernhaus aufgenommen“, teilte die Ortsvorsteherin mit, dass auch sie nicht untätig ist. Die Interessengemeinschaft Bauernhaus ist eine bundesweite Vereinigung mit etwa 6000 Mitgliedern, die sich seit den 1970er Jahren für den Erhalt historischer Baukultur auf dem Land und in Kleinstädten einsetzt. Die IG biete auf der eigenen Internetseite entsprechende Häuser an und werde auch die Schule mit aufnehmen. „Interessenten, die einen Faible für historische Gebäude haben, werden so gezielter angesprochen“, glaubte Mähnert.

Interessant übrigens ist die Positionierung des Verkaufsangebotes auf der städtischen Internetseite: Direkt darunter nämlich wird auf jetzt neue Fördermöglichkeiten im Rahmen der Leader-Entwicklungsstrategie hingewiesen. Die hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft jetzt genehmigt, womit für die Förderperiode bis 2020 jetzt auch jeweils 500 000 Euro für die Um- oder Wiedernutzung von Bestandsgebäuden zu Wohnzwecken oder für die Sanierung von Bestandsgebäuden zu wirtschaftlichen Zwecken zur Verfügung stehen. Vorhabenideen können bis 11. Dezember beim Regionalmanagement Delitzscher Land eingereicht werden. Eine Vorabstimmung unter 034202 35471 vor Einreichung der Unterlagen wird dringend empfohlen.

Infos: www.delitzscherland.de,
www.igbauernhaus.de, www.schkeuditz.de

Von Roland Heinrich

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