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Schkeuditzer Airline Aerologic feiert fünften Geburtstag

Schkeuditzer Airline Aerologic feiert fünften Geburtstag

Still und im Prinzip auch heimlich hat jüngst die einzige Schkeuditzer Airline ihren fünften Jahrestag der Erteilung der Betriebsgenehmigung gefeiert. Ein internes Firmenfest hat es, wie die LVZ erfuhr, bei Aerologic gegeben.

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Acht dieser Boeings 777 bilden die Aerologic-Flotte.

Quelle: Aerologic

Schkeuditz. Die Airline selbst ist zwar schon älter, tatsächlich fliegen darf sie aber erst seit 2009. Mehr, als die Nachricht zur Feier, war jedoch nicht zu vernehmen. "Wir haben uns nach außen schon immer zurückhaltend gezeigt und sind noch nie offensiv in die Öffentlichkeit gegangen", erklärte Susann Lehmann, Assistentin der Aerologic-Geschäftsführung.

Die Schkeuditzer Airline ist zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen von Lufthansa Cargo und DHL Express. Bereits 2004 hat es ein gemeinschaftliches Frachtunternehmen gegeben. Der Name Aerologic kam dann erst im Januar 2008 ins Spiel. Ein reichliches Jahr später, am 26. Mai 2009, erteilte das Luftfahrt-Bundesamt der Airline die Betriebsgenehmigung für die Beförderung von Post und Fracht im gewerblichen Verkehr. Den offiziellen Flugbetrieb nahm Aerologic am 19. Juni auf und am 29. Juni startete die erste in Deutschland zugelassene werksneue Boeing 777F zu ihrem ersten kommerziellen Flug über Bahrain nach Singapur.

Die Flotte der fabrikneuen Boeing 777F wuchs in weniger als zwei Jahren auf acht Frachter an. "Wir betreiben heute eine der größten Boeing 777-Frachterflotten weltweit", wird Aerologic-Geschäftsführer Ulf Weber in einer Mitteilung zitiert. Die Boeing 777F gilt als umweltfreundlichster Frachter seiner Klasse. Im Vergleich zu anderen Flugzeugen dieser Größe ist die Maschine leiser und kraftstoffsparender. Eine solche Boeing kann maximal 106 Tonnen Fracht transportieren und darf dabei maximal 347 Tonnen als Startgewicht haben. Ein Flugzeug weist als Listenpreis rund 250 Millionen Dollar auf. Die Flugzeuge der Aerologic-Flotte sind jedoch nicht gekauft, sondern mit langfristigen Verträgen geleast, wie eine Sprecherin 2012 bestätigte.

In den vergangenen fünf Jahren hat Aerologic mit den Boeings für die Muttergesellschafter DHL Express und Lufthansa Cargo insgesamt 25 300 Flüge durchgeführt. Derzeit stehen 21 Ziele in 15 Ländern im Fluplan der Airline, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Insgesamt bediente Aerologic schon 51 verschiedene Destinationen. Genutzt werden die Kapazitäten der Schkeuditzer Airline während der Woche von DHL Express und an den Wochenenden von Lufthansa Cargo.

Rund 280 Mitarbeiter sind bei der Airline, die 2011 in das erste Abfertigungsgebäude des Flughafens Halle/Leipzig umgezogen ist, beschäftigt. Etwa 180 der Beschäftigten sind Piloten. Ob in den nächsten Jahren weitere Arbeitskräfte hinzukommen, ist nicht bekannt. Von rund 400 Arbeitsplätzen, die entstehen sollten, war anfänglich die Rede. Auch ist 2008 die damalige Aerologic-Sprecherin noch von einer Flotte mit zehn Maschinen ausgegangen.

Das Startjahr für die Frachtflüge war für die Frachtbranche durchaus kein leichtes: Wegen der Wirtschaftskrise und heftiger Einbrüche im Luftfrachtgeschäft von um die 20 Prozent hatte das Mutterunternehmen Lufthansa Cargo die eigene Flotte von 19 Maschinen auf 13 Flugzeuge reduziert und abgemeldet. Kurzarbeit war im Kranich-Fracht-Geschäft angesagt. Auch DHL hatte 2009 mit Auftragseinbrüchen zu kämpfen. Dennoch hielten beide Unternehmen an der Tochter fest.

Vor allem die werksneuen und verbrauchsgünstigen Boeings, mit denen Aerologic fliegen kann, sowie niedrigere Entgelt-Tarife als bei Lufthansa Cargo verschafften den Schkeuditzern einen guten Start. Fragen zur derzeitigen Airline-Situation, nach Frachtzahlen oder zu Plänen für die Zukunft bleiben indes unbeantwortet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2014
Roland Heinrich

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