Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Schkeuditzer Berufsschüler diskutieren über Europa
Region Schkeuditz Schkeuditzer Berufsschüler diskutieren über Europa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:32 17.05.2011
Anzeige
Schkeuditz

Als eine wichtigste Aufgabe sieht es König an, die Stabilität des Euro und dessen Stärke zu erhalten beziehungsweise auszubauen.

Im Rahmen eines Projektes hatte Diedrich Lehne, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Schkeuditz (BSZ), zu ­einer Europa-Diskussion mit Auszubildenden neben diesen und dem Staatssekretär weitere kompetente Gesprächspartner eingeladen. Von der Industrie- und Handwerkskammer (IHK)Leipzig war Dagmar Ehnert gekommen, der Geschäftsführer der Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetriebe (LAB), einer Tochter der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Michael Schoppe und Eckerhardt Schladitz, Ausbildungsleiter bei DHL, waren gesprächsbereit. Zögerlich gestaltete sich der Start.

Bei Zimmermännern oder auch bei einigen Tischlern gebe es ja die Tradition der Wanderschaft, wusste Ehnert. Wer der etwa 60 Auszubildenden denn eine Arbeitsaufnahme im Ausland vorhabe, wollte sie deshalb wissen. Lediglich drei Arme gingen in die Höhe. Im Ausland zu arbeiten sei ja gut und schön, dennoch stelle sich immer auch die Frage der Finanzierbarkeit, hieß es aus den Zuhörerreihen. Auch für eine vorherige Meisterprüfung müsse reichlich Geld angefasst werden. „Gibt es dafür Förderung?“ ging die Frage an Ehnert zurück.

„Es gibt Möglichkeiten“, allerdings sei ein Aufenthalt während der Ausbildung zu empfehlen. 2005 ist eine entsprechende Änderung bei der Berufsausbildung erfolgt, die einen dreimonatigen Aufenthalt im Ausland ermöglicht“, sagte Ehnert. Für die Zeit nach der Ausbildung gebe es einen anderen, zuständigen Mobilitätsberater.

„Sie haben es in der Hand“, ergänzte Schoppe. „Nur zu empfehlen“ sei eine Zeit im europäischen Ausland. Um sich allerdings als Europäer zu fühlen, und da müsse man hinkommen, wäre eine Reise ins nichteuropäische Ausland anzuraten. „Hier erkennt man schnell, dass man mit Belgiern oder Franzosen doch mehr Gemeinsamkeiten, als Unterschiede habe“, wusste Schoppe von einer eigenen Asien-Reise aus Erfahrung. „Europa tut viel, dass ein Austausch stattfindet“, ergänzte der Geschäftsführer der LAB auf Fördermöglichkeiten eingehend.

Unsicherheit wurde nicht hinsichtlich einströmender Fachkräfte aus Polen oder Tschechien geäußert. Vielmehr wird unter den Azubis vermutet, dass damit der Verdienst in den Keller gehe. „Von einem Strom nach Deutschland kann keine Rede sein“, sagt Ehnert von der IHK. Es gebe in Chemnitz eine Kooperation mit Tschechien. „Auch hier sind nicht alle angebotenen Stellen besetzt.“

„Erst der Faktor drei bis vier gegenüber des Verdienstes im eigenen Land würde Polen nach Deutschland locken. Familiäre und soziale Bindungen wiegen da doch stärker“, berichtet Lehne und stellt an seine Azubis gleich die Gegenfrage: „Wer möchte denn in Leipzig bleiben?“ Hier nickten mehr, als zu Beginn der Diskussion.

„Was wird getan, um die deutschen Jugendlichen zu einer Fachausbildung zu bewegen?“, ist eine Frage, die Ehnert als äußerst interessant bezeichnet. „Das müssen wir hinbekommen und da arbeiten wir dran“, erläutert sie. Die Betriebe müssten derzeit demografiebedingt umdenken und sich von Bewerbern mit Abitur trennen. „Wir erkennen bei den Haupt- oder Realschülern ein enormes Potenzial, welches die Schulen nicht heben können“, ergänzt Schoppe. Ein Drittel der Azubis beim LAB hätten Hauptschulabschluss.

„Wir sind ein internationales Unternehmen, das weltweit operiert“, erwähnt Schladitz von DHL. 35 Nationen arbeiten im Unternehmen. „Ich bin mit einem Realschulabschluss von 1,9 bei DHL als zu schlecht abgelehnt worden“, sagt eine Auszubildende. „Das kann bei uns nicht gewesen sein“, meint Schladitz.

Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fünf Zentimeter misst das Loch, auf das der Wasserstrahl aus fünf Meter Entfernung gerichtet werden muss. Erst wenn der Behälter zehn Liter gefasst hat, das Lämpchen an der Zielscheibe rot aufleuchtet, bleibt die Uhr stehen.

16.05.2011

Wenn die Dölziger feiern, dann richtig. Hinter den Bewohnern des Schkeuditzer Ortsteiles liegen drei tolle Tage, die Mit-Organisator Nicky Böttcher gestern als vollen Erfolg bezeichnete.

16.05.2011

Brächte tatsächlich der Klapperstorch die Neugeborenen, dann müsste es in Schkeuditz einen einzigartigen Baby-Boom geben. Denn in der Kernstadt und den Ortsteilen freuen sich Storchenbeobachter wieder über vier besetzte Horste, in denen gebrütet wird.

14.05.2011
Anzeige