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Schkeuditz Schkeuditzer Eltern verärgert über volle Straßenbahn – Kein Platz für alle Schüler
Region Schkeuditz Schkeuditzer Eltern verärgert über volle Straßenbahn – Kein Platz für alle Schüler
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00:18 04.12.2016
Schnell noch zur Bahn! Für viele Schüler in Schkeuditz ist das Alltag. Doch was, wenn in der Bahn kein Platz mehr ist? Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

„Rutscht mal bitte etwas zusammen, damit die draußen stehenden Schüler auch noch mitfahren können!“ So oder so ähnlich lautete die Ansage in der Straßenbahn Linie 11 am Dienstagmorgen. Aber es half nicht. Einige Kinder, die vom Stadtteil Modelwitz zu den Schulen im Stadtzentrum Schkeuditz’ fahren wollten, mussten zusehen, wie „ihre“ Bahn ohne sie davonfuhr. Die nächste Bahn kam nach Plan erst 20 Minuten später – zu spät, um es pünktlich zum Unterrichtsbeginn zu schaffen. Also riefen die Schüler ihre Eltern an und wurden dann per Auto zur Schule gebracht.

„Das ist völlig inakzeptabel“, sagte Knuth Dzialas, der den Vorfall von seinen Kindern erzählt bekam. Beide besuchen in Schkeuditz das Gymnasium beziehungsweise die Grundschule und müssen jeden Morgen vier Stationen mit der Straßenbahn fahren. Beide hatten am Dienstag aber auch Glück und haben es noch in die Bahn geschafft. „Hat denn bei der Ausarbeitung des Plans mal einer an die Kinder gedacht?“, fragt der Modelwitzer Vater trotzdem erzürnt. Einhellige Meinung unter den Eltern, die sich noch am Dienstag „kurzschlossen“ und informierten, ist es, dass solch ein Zustand nicht hinnehmbar ist, berichtete er.

Überfüllt sei die Bahn am Dienstag hauptsächlich mit Schülern gewesen. „Klar saßen auch ein paar Erwachsene in der Bahn, der Großteil aber waren Schüler mit ihren Taschen und Rucksäcken. Immerhin fahren ja auch noch Schüler zur Lessing-Oberschule“, berichtete Dzialas.

7.01 Uhr fährt die Tram-Linie 11 nach dem seit Montag gültigen Winterfahrplan in Modelwitz los. „Der Unterricht beginnt im Gymnasium 7.25 Uhr und in der Grundschule 7.40 Uhr“, berichtete Dzialas. Die nächste Straßenbahn kommt 7.21 Uhr. Die Bahn vor der „Schülerlinie“ startet in Modelwitz bereits 6.35 Uhr – viel zu früh für die kalte Jahreszeit, meint der Modelwitzer.

In der Schkeuditzer Stadtverwaltung erfuhr man von dem Straßenbahn-Chaos. Man wird sich der Problematik annehmen und gegebenenfalls Kontakt zu den Verkehrsbetrieben suchen, hieß es von dort. Am Dienstagabend noch hatte Dzialas an die Leipziger Verkehrsbetriebe, an eine dortige Adresse für Fahrgastrechte, an den Förderverein des Gymnasiums und an die Stadt Schkeuditz eine E-Mail gesandt. „Sollen wir unsere Kinder mit der Bahn gegen 6.35 Uhr fahren lassen und im Winter fast eine Ewigkeit vor dem kalten Schulgebäude frierend warten lassen?“, fragte er darin. Diese Frage kommt nicht von ungefähr. „Vor einiger Zeit habe ich mich schon einmal über die Zustände bei den LVB oder L beschwert. Es ging damals um den Schienenerstatzverkehr, der die Schüler mit dem Bus ins Schkeuditzer Stadtzentrum brachte. Die Gelenkbusse waren völlig überfüllt. Eine Beschwerde bei den LVB und bei der Stadt Schkeuditz brachte nicht viel. Die Kinder sollten da einen Bus eher fahren, hat man mir auf meine Anfrage geraten“, berichtete er.

Eine solche Empfehlung – auch wenn er sie im Sommer so hinnahm – will er jetzt nicht akzeptieren. „Der Winter steht vor der Tür, und der jetzige Fahrplan der Linie 11 nach Schkeuditz ist eine Katastrophe für uns und eine Zumutung für die Schulkinder“, sagte er. Der Sommerfahrplan sei da wesentlich kinderfreundlicher gewesen. Die Straßenbahnen fuhren um 6.50 Uhr und um 7.07 Uhr in Modelwitz ab. Eine Zeitspanne, mit der Dzialas auch jetzt leben könnte.

Von den Verkehrsbetrieben gab es zum Vorfall zunächst keine Aussagen. „Hierzu muss der Fachbereich genau prüfen“, sagte Sprecher Marc Backhaus und bat um Geduld, um fundierte Aussagen treffen zu können. Grundsätzlich habe der Fahrplanwechsel, der vor allem zu den Sammelanschlüssen der Straßenbahnen im Abendverkehr und im Wochenendfrühverkehr Neuerungen beinhalte, aber nicht nur lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen.

Am Mittwoch sollen die Schüler an der Modelwitzer Haltestelle übrigens wieder in die Straßenbahn gepasst haben. „Ich kann allerdings nicht sagen, wie viele Eltern aufgrund der Erfahrungen vom Vortag schon vorsorglich das Auto zu Hilfe genommen haben“, berichtete Dzialas. Zur Stimmung unter den Eltern sagte er nur: „Es brodelt!“

Von Roland Heinrich

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