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Schkeuditz Schkeuditzer Floorball-Szene verliert engagierten Nachwuchs-Trainer
Region Schkeuditz Schkeuditzer Floorball-Szene verliert engagierten Nachwuchs-Trainer
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00:32 10.08.2015
Die Erstliga-Spieler Max Patzold, Marco Gühlke, René Röder (von links) sowie Toni Smeilus (rechts) verabschieden gemeinsam mit dem Floorball-Experten Michael Gatzke (Zweiter von rechts) den Schkeuditzer Nachwuchstrainer David Schleese. Quelle: Olaf Barth
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Schkeuditz

Doch Michael Gatzke, den Gründungsvater des Schkeuditzer Unihockeys, wie der Floorball früher genannt wurde, ärgert der Verlust ganz besonders. Denn Schleese bewerbe sich jetzt deutschlandweit um einen Arbeitsplatz als Grundschul-Lehrer und habe sicher gute Chancen, in den alten Bundesländern eine ordentlich bezahlte Stelle als Beamter zu finden. "Wir bilden die Leute aus, und dann wandern sie ab, obwohl wir sie selbst hier auch gebrauchen könnten", ist Gatzke sauer auf das System. Er finde es nicht mehr zeitgemäß, dass so eine Berufsgruppe verbeamtet wird.

Der 57-Jährige ist selbst Sportlehrer am Gymnasium und hatte vor zehn Jahren die Abteilung Floorball beim Judokan-Club mit viel Nachwuchsarbeit aufgebaut. Ihm war es gelungen, Schkeuditzer Schüler für diese sehr schnelle und anstrengende Ballsportart zu begeistern. Auch dank der talentierten Schkeuditzer Spieler gibt es seit einiger Zeit ein mit Leipzigern gemeinsam gebildetes und in der ersten Liga spielendes Männerteam: den Mitteldeutschen Floorball Club (MFBC). "Wenn Qualität gehalten werden soll, muss man auch dafür sorgen, dass die entsprechenden Leute hier gehalten werden. Und dazu zählen eben auch kompetente Nachwuchstrainer. Ich gönne David natürlich von Herzen einen tollen Job, aber für uns ist er als Trainer, Schiedsrichter und Mannschaftsbetreuer einfach nicht zu ersetzen", meint Gatzke. Schweren Herzens hatte er zum Abschied den 25-Jährigen und einige Weggefährten und Mitspieler in einen Biergarten eingeladen.

Schleese selbst will nicht lamentieren, er sieht den Abschied nicht so extrem. "Nach meinem Studium an der Leipziger Uni bewerbe ich mich nicht nur in anderen Bundesländern, sondern auch in Sachsen um eine Stelle. Es kann auch sein, dass ich in Görlitz lande und dort an einer Grundschule Deutsch, Mathe, Sport und Sachkunde unterrichte", freut sich der Schkeuditzer bei dem Treffen auf neue Herausforderungen. Dennoch, auch er hänge mit dem Herzen an dieser Sportart und dem Schkeuditzer Verein. Das zeigt auch die Chronik, die er anlässlich der im Mai gefeierten "Zehn Jahre Schkeuditzer Schakale" mit seiner Mutter angefertigt hatte. Und als Nachwuchstrainer habe er immerhin zweimal an Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Dabei erreichte Schleese mit der U 15 voriges Jahr Platz drei, was beim Schkeuditzer Sportlerball mit einer Auszeichnung gewürdigt wurde.

Und auch die Teilnahme an internationalen Turnieren in Schweden, wo Floorball einen hohen Stellenwert genießt, bleibt unvergessen. "Wir hatten mal gegen eine schwedische Mannschaft der A-Division mit 1:0 gewonnen. Für die war das wie ein Weltuntergang, gegen ein deutsches Team zu verlieren", erzählt Schleese lachend. Dann überreicht er seinem Mentor Gatzke zum Abschied eine selbst gebastelte "Floorball-Trophäe". Im Gegenzug schenkt Gatzke seinem Schützling ein Fachbuch: "Floorball - Volltreffer in die kleinsten Tore der Welt". Mitautor ist, natürlich, Michael Gatzke.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2015
Olaf Barth

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