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Schkeuditzer Künstler widmen sich dem Thema Flucht

Neue Ausstellung in der Art Kapella Schkeuditzer Künstler widmen sich dem Thema Flucht

Die neue Schau in der Art Kapella lädt Besucher ein, in den Botschaften von 30 Künstlern und Autoren aus elf Ländern gemeinsam Antworten auf Fragen zum Thema Flucht zu finden und Grenzen im Denken zu überwinden. „Botschaften an Europa – to Europe“ heißt die Ausstellung in der Teichstraße.

„Botschaften an Europa“ senden Petra Kießling, Wolfgang A. Horwath, Katrin Kunert und Gudrun Schüler (v.l.) in der Ausstellung der Art Kapella Schkeuditz.

Quelle: Ingrid Hildebrandt

Schkeuditz. Die Botschaft ist klar: Schaut genau hin, hört zu, denkt nach. Die neue Ausstellung in der Art Kapella Schkeuditz zeigt, widmet sich dem Thema Flucht. Wie zur Vernissage am Sonntag deutlich wurde, kann Kunst helfen, konkrete Schicksale besser zu verstehen und vertiefen, was manchmal abstrakt und oberflächlich bleibt. Die Schau lädt Besucher ein, in den Botschaften von 30 Künstlern und Autoren aus elf Ländern gemeinsam Antworten auf Fragen zum Thema Flucht zu finden und Grenzen im Denken zu überwinden. „Botschaften an Europa – to Europe“ heißt die Ausstellung, die auf dem Alten Friedhof in der Teichstraße eröffnet wurde.

Eine Arbeit von Katrin Kunert fällt durch ihren Symbolcharakter besonders ins Auge: Umhüllt von Mänteln, umrahmt von Ästen, sitzen Mädchen und Frauen in einem Baum. Bietet er ihnen Schutz mit seinen starken Wurzeln? Oder formen sich die Zweige eher zu einem Boot? Eines von jenen Booten, wie sie tausendfach über das Mittelmeer trieben?

„Bootschaft voll?“ lautet die Frage eines anderen Künstlers, der mehr Empathie für Flüchtlinge fordert. Geschichten aus der Sicht eines Syrers helfen dabei: „Hört euch bitte meine tragische und schmerzvolle Geschichte an, wie ich zu einem Asylanten wurde und wie ich vor dem brutalen Krieg flüchten musste, während ich spüre, dass die ganze Welt einfach nur zuschaut. Nehmt euch ein bisschen Zeit, damit ich euch meine schicksalhafte Geschichte erzählen kann“, beginnt der Text von Jamil Gharibi, der von einem Land berichtet, „welches geografisch gesehen, nicht allzu weit weg von Europa liegt, und vom syrischen Volk erzählt, das Opfer eines diktatorischen, brutalen Systems und Opfer von terroristischen und menschlich abgestumpften Organisationen wurde“. Angekommen in Europa, bauen sich neue Grenzen für ihn auf, die der österreichische Künstler Wolfgang Horwath sichtbar macht.

Die Gedanken an jene Menschen, die zusammengepfercht in einem Kastenwagen starben, lässt Gudrun Schüler nicht los: „Keine Zäune!“, möchte sie mahnen. Und: „Wir müssen erst einmal schauen, dass so viele Menschen wie möglich überleben, die zu uns kommen.“ Rätsel gibt ein Bild auf, welches Europas Grenzen verschiebt und geografische Namen in immer anderen Sprachen nennt. „Ein Gemälde zum Innehalten“, findet Robert Ommer: „Will es sagen, wie scheinbar willkürlich Grenzen im Lauf der Geschichte entstanden sind?“, fragt sich der Lützschenaer und denkt an die Eiszeit: „Das Eis hat nicht interessiert, wo Grenzen sind“.

„Absolut großartig und spannend“, findet Elke Cibulka die brandaktuelle Ausstellung. Erstmals besucht die Gohliserin die Art Kapella. Mitgenommen hat sie nicht nur viele Anregungen, auch das neue Kunstmagazin des Vereins nimmt sie mit. Zusammengestellt von der Art Kapella-Vorsitzenden und Grafikerin Petra Kießling, finden sich in dem „Cahier d’art“, dem Kunstheft, Arbeiten der ausstellenden Künstler mit ihren individuellen Botschaften und anrührenden Bildsprachen. Motto: „Was berührt, erreicht unsere Sinne“. Das traf auch wieder auf die von Dietmar Nawroth organisierte Musik zur Ausstellung zu.

Von Ingrid Hildebrandt

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