Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schkeuditzer Künstler widmen sich dem Thema Flucht

Neue Ausstellung in der Art Kapella Schkeuditzer Künstler widmen sich dem Thema Flucht

Die neue Schau in der Art Kapella lädt Besucher ein, in den Botschaften von 30 Künstlern und Autoren aus elf Ländern gemeinsam Antworten auf Fragen zum Thema Flucht zu finden und Grenzen im Denken zu überwinden. „Botschaften an Europa – to Europe“ heißt die Ausstellung in der Teichstraße.

„Botschaften an Europa“ senden Petra Kießling, Wolfgang A. Horwath, Katrin Kunert und Gudrun Schüler (v.l.) in der Ausstellung der Art Kapella Schkeuditz.

Quelle: Ingrid Hildebrandt

Schkeuditz. Die Botschaft ist klar: Schaut genau hin, hört zu, denkt nach. Die neue Ausstellung in der Art Kapella Schkeuditz zeigt, widmet sich dem Thema Flucht. Wie zur Vernissage am Sonntag deutlich wurde, kann Kunst helfen, konkrete Schicksale besser zu verstehen und vertiefen, was manchmal abstrakt und oberflächlich bleibt. Die Schau lädt Besucher ein, in den Botschaften von 30 Künstlern und Autoren aus elf Ländern gemeinsam Antworten auf Fragen zum Thema Flucht zu finden und Grenzen im Denken zu überwinden. „Botschaften an Europa – to Europe“ heißt die Ausstellung, die auf dem Alten Friedhof in der Teichstraße eröffnet wurde.

Eine Arbeit von Katrin Kunert fällt durch ihren Symbolcharakter besonders ins Auge: Umhüllt von Mänteln, umrahmt von Ästen, sitzen Mädchen und Frauen in einem Baum. Bietet er ihnen Schutz mit seinen starken Wurzeln? Oder formen sich die Zweige eher zu einem Boot? Eines von jenen Booten, wie sie tausendfach über das Mittelmeer trieben?

„Bootschaft voll?“ lautet die Frage eines anderen Künstlers, der mehr Empathie für Flüchtlinge fordert. Geschichten aus der Sicht eines Syrers helfen dabei: „Hört euch bitte meine tragische und schmerzvolle Geschichte an, wie ich zu einem Asylanten wurde und wie ich vor dem brutalen Krieg flüchten musste, während ich spüre, dass die ganze Welt einfach nur zuschaut. Nehmt euch ein bisschen Zeit, damit ich euch meine schicksalhafte Geschichte erzählen kann“, beginnt der Text von Jamil Gharibi, der von einem Land berichtet, „welches geografisch gesehen, nicht allzu weit weg von Europa liegt, und vom syrischen Volk erzählt, das Opfer eines diktatorischen, brutalen Systems und Opfer von terroristischen und menschlich abgestumpften Organisationen wurde“. Angekommen in Europa, bauen sich neue Grenzen für ihn auf, die der österreichische Künstler Wolfgang Horwath sichtbar macht.

Die Gedanken an jene Menschen, die zusammengepfercht in einem Kastenwagen starben, lässt Gudrun Schüler nicht los: „Keine Zäune!“, möchte sie mahnen. Und: „Wir müssen erst einmal schauen, dass so viele Menschen wie möglich überleben, die zu uns kommen.“ Rätsel gibt ein Bild auf, welches Europas Grenzen verschiebt und geografische Namen in immer anderen Sprachen nennt. „Ein Gemälde zum Innehalten“, findet Robert Ommer: „Will es sagen, wie scheinbar willkürlich Grenzen im Lauf der Geschichte entstanden sind?“, fragt sich der Lützschenaer und denkt an die Eiszeit: „Das Eis hat nicht interessiert, wo Grenzen sind“.

„Absolut großartig und spannend“, findet Elke Cibulka die brandaktuelle Ausstellung. Erstmals besucht die Gohliserin die Art Kapella. Mitgenommen hat sie nicht nur viele Anregungen, auch das neue Kunstmagazin des Vereins nimmt sie mit. Zusammengestellt von der Art Kapella-Vorsitzenden und Grafikerin Petra Kießling, finden sich in dem „Cahier d’art“, dem Kunstheft, Arbeiten der ausstellenden Künstler mit ihren individuellen Botschaften und anrührenden Bildsprachen. Motto: „Was berührt, erreicht unsere Sinne“. Das traf auch wieder auf die von Dietmar Nawroth organisierte Musik zur Ausstellung zu.

Von Ingrid Hildebrandt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Schkeuditz
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

19.09.2017 - 17:36 Uhr

Der FC International engagiert sich aktiv bei den kulturellen Wochen in Leipzig und veranstaltet am 20. September am offenen Freizeittreff Rabet ein Fußball-Tennis-Turnier.

mehr
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr