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Schkeuditzer Museum hat jetzt einen Dünnpfennig

Neuerwerbung aus dem Mittelalter Schkeuditzer Museum hat jetzt einen Dünnpfennig

Das Stadtmuseum Schkeuditz hat einen sogenannten Halbbrakteaten erworben. Bei der Münze handelt es sich um ein Objekt aus dem Mittelalter. Der Dünnpfennig wird Otto von Schkeuditz zugeordnet.

Stadtmuseumsleiter Hans Neubert hält den mittelalterlichen Dünnpfennig, der jetzt neu erworben wurde.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Das Stadtmuseum Schkeuditz ist um ein Objekt aus dem Mittelalter reicher: Einen sogenannten Halbbrakteaten hat Museumsleiter Hans Neubert nämlich erworben. „Ein Brakteat ist eine Münze, die sehr dünn ist“, erklärte er. Weshalb es sich bei der Neuerwerbung um einen Halb-Brakteaten handele, liege an der Prägung. Während beim Brakteat nur eine Seite geprägt ist, sind beim Halbbrakteat Vorder- und Rückseite mit einem Motiv versehen. Das Besondere für das Stadtmuseum an dem auch Dünnpfennig genannten Metall ist nun, dass es Otto von Schkeuditz, der 1123 bis 1135 Bischof in Halberstadt war, zugeordnet wird.

„Auf der Vorderseite sind ein Gesicht – vermutlich soll es Otto von Schkeuditz darstellen – und ein Krumm- oder Bischofsstab zwischen zwei Türmen zu erkennen. Die beiden Türme könnten die des Halberstädter Domes sein“, sagte Neubert. Außerdem ist noch ein Stern am Himmel zwischen den Türmen auszumachen. Auf der Rückseite ist ein sogenanntes Tatzenkreuz zu sehen. Jene Tatzenkreuze haben an den Enden eine Verdickung, ähnlich dem Kreuz der Bundeswehr oder dem der Seenotretter.

„Ich habe die Münze bei einer Auktionsplattform zu einem Festpreis erworben“, sagte Neubert. Gehandelt würden diese Mittelalter-Münzen zwischen 50 und 500 Euro – je nach Zustand. Einen niedrigen, dreistelligen Betrag habe der Museumschef für das recht gut erhaltene Stück ausgegeben. Der Wert der Münze selbst lasse sich schwer beziffern. „Zu damaliger Zeit waren Münzen so viel wert, wie das Material, aus dem sie gemacht waren“, erklärte Neubert. Um die 0,8 Gramm wiegt die Silbermünze und dürfte wohl auch damals Kleingeld gewesen sein.

Otto von Schkeuditz war in Halberstadt wohl in einer recht unruhigen Zeit im Amt: Sein Vorgänger Bischof Reinhard von Blankenburg (1107 bis 1123) hatte Reformen durchgeführt und Regularkanoniker der Augustiner-Chorherren in der Halber­städter Diözese angesiedelt. Das sorgte für Spannungen innerhalb der Halber­städter Geistlichkeit. Zwei Mal soll Bischof Otto von Schkeuditz, zuletzt 1135, abgesetzt worden sein. Bei der dann anberaumten Bischofswahl soll sich Domherr Wigand mit weiteren drei Gesinnungsgenossen gegen den Dompropst Martin ausgesprochen und so dessen Wahl zum Bischof vereitelt haben. Zehn Jahre später soll er dafür umgebracht worden sei.

Vom Geschlecht derer von Schkeuditz sei nicht so viel bekannt. Dass es in der Stadt eine Burg gegeben hat, die als Sitz des Adelsgeschlechtes diente, wissen die Schkeuditzer indes schon. Wie der Museumsleiter informierte, waren mit Gottschalk von Schkeuditz (1156 bis 1183) und Heinrich von Schkeuditz (1190 bis 1224) zwei Vogte in Leipzig eingesetzt gewesen. Mehrere Dokumente und Urkunden verweisen auf die beiden Schkeuditzer.

Mehr Informationen könnte ein Vortrag vom Domstiftsarchivar zu Merseburg, Markus Cottin, bringen. Am Mittwoch, dem 12. April, spricht Cottin nämlich zu den „Herren von Schkeuditz im östlichen Leipziger Land“. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.

Von Roland Heinrich

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