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Schkeuditzer Norden bleibt Geisterviertel

Schkeuditzer Norden bleibt Geisterviertel

Das Wohnviertel in der Berliner- und Kursdorfer Straße in der Nähe des Walter-Lutze-Stadions im Norden der Schkeuditzer Kernstadt gleicht einem Geisterviertel: Häuser stehen leer, Dachziegel und Fenster sind kaputt oder fehlen ganz.

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Ausschüsse in Schkeuditz sind noch nicht besetzt

Auch um Vandalismus vorzubeugen, sollen seit mehr als zwei Jahren leerstehende Häuser abgerissen werden. Es tut sich aber nichts.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Diese Häuser will der Flughafen Leipzig/Halle seit mehr als zwei Jahren, seit Anfang 2012, abreißen lassen. Bekannt wurde das, weil sämtliche Bäume auf den Grundstücken gefällt worden waren, um Baufreiheit für den Abriss zu schaffen, wie es der Flughafen damals erklärte. Außer, dass zu den anfänglich insgesamt 22 abzureißenden Häusern nun ein weiteres hinzugekommen ist, hat sich allerdings nichts getan. Unter anderem auch, um Vandalismus vorzubeugen, wollte der Leipzig-Halle Airport 2012/2013 mit dem Abriss beginnen.

Alle Häuser befinden sich im Übernahmegebiet des Flughafens. Die in diesem Gebiet befindliche Fläche ist etwa 17 000 Quadratmeter groß, aber nicht zusammenhängend, wie der Airportsprecher schon 2012 erklärte. Dass zwischen den leeren Häusern durchaus noch Menschen auf ihrem eigenen Grundstück leben und ein Übernahmeangebot des Flughafens abgelehnt haben, ist wohl der Grund, weshalb die Fläche zerstückelt ist.

Womöglich auch aus diesem Grund gibt es bisher keine konkreten Vorhaben für das Areal seitens des Airports nach dem Abriss. Diesen Fakt bestätigte Schuhart jetzt erneut: "Konkrete Pläne gibt es nicht." Interessenten, die sich auf der Fläche mit einem Gewerbe niederlassen wollen - denn auf ein Gewerbegebiet läuft es bei dem Areal in unmittelbarerer Nähe zum DHL-Hangar irgendwann hinaus - sind nicht bekannt.

Mehrfach ist der Abriss verschoben worden. Zuletzt war geplant, mit den Ausschreibungen für den Abriss Anfang des Jahres zu starten und Mitte dieses Jahres mit dem Wegreißen der Häuser zu beginnen. Jetzt ist dem Airportsprecher ein neuer Terminplan nicht bekannt. Auch warum seit mehr als zwei Jahren im Wohngebiet nichts passiert, kann er nicht sagen. "Das Verfahren der Ausschreibung und der Einholung von Genehmigungen ist ein langwieriger Prozess", sagte er.

Dass die Häuser in der Zwischenzeit Stück für Stück von Bürgern auseinandergenommen werden, ist beim Flughafen durchaus bekannt: "Das Abdecken der Dächer ist mit dem Flughafen abgesprochen", erwähnte Schuhart. An mehreren Häusern fehlen Dachziegel, die nun wohl woanders Verwendung gefunden haben. Nur noch die Lattung ist zu sehen. Einem Haus fehlt gar der gesamte Dachstuhl. Türen stehen offen und Grundstücke sind verwildert. Dass sich an diesem Bild demnächst etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Wie die LVZ erfuhr, wird an einen Abriss in diesem Jahr wohl nicht mehr gedacht.

Anwohner sind verunsichert und haben auch Angst. An einem Gartentor hängt ein Schild: "Fremden ist das Betreten des Grundstücks untersagt - 24 Stunden Sicherheitsüberwachung" ist darauf zu lesen. Zeugnisse von Vandalismus nämlich sind zu sehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.07.2014
Roland Heinrich

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