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Schkeuditz Schkeuditzer „Sonne“-Chef verpasst kein Spiel von RB Leipzig
Region Schkeuditz Schkeuditzer „Sonne“-Chef verpasst kein Spiel von RB Leipzig
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12:04 05.08.2016
Das Fahrtenbuch gehört für Volker Mönnig von den „Sportfreunden Leipzig“ genauso dazu, wie der Schal seines Offiziellen Fanclubs. Der 1:0-Sieg von St. Pauli tat zwar weh, doch das Spiel in Hamburg gehörte zu Mönnigs schönsten Erlebnissen. Jetzt ist er sogar stolzer Besitzer des RB-Leipzig-Tour-Stickers in Gold (kleines Foto). Quelle: Fotos: Olaf Barth
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Schkeuditz

Er war so oft unterwegs und hat trotzdem keine wichtige Veranstaltung im Schkeuditzer Kulturhaus Sonne verpasst. Volker Mönnig, seit 1982 Leiter dieser Einrichtung, konnte seinen Dienstplan mit den Auswärtsspielen von RB Leipzig immer so koordinieren, dass er die gesamte vergangene Zweitliga-Saison keine Auswärtspartie verpasste. 7612 Kilometer legte der 60-Jährige für die 17 Partien zurück und erhielt dafür jetzt vom RB-Fanbetreuungsteam als Dankeschön für die Unterstützung der Mannschaft den offiziellen Tour-Sticker in Gold.

Fahrten penibel dokumentiert

„Ich sehe es als ein Privileg an, dass ich tatsächlich jedes Spiel mitfahren konnte. Bei vielen anderen passte es oft von der Arbeitszeit her nicht oder es ist, wie meist für Jüngere, auch eine finanzielle Frage“, sagt Mönnig. Penibel dokumentierte er im RB-Fahrtenbuch jede Partie – Ort/Datum, Stadionname, Anreise-Kilometer, Torschützen und daneben eingeklebt die jeweilige Eintrittskarte. Natürlich fährt der gebürtige Schkeuditzer nicht alleine. Er ist Mitglied im Offiziellen Fanclub (OFC) „Sportfreunde Leipzig“. Gemeinsam werden die Auswärtsfahrten mit Bussen organisiert.

Geschenk für den treuen Fan: der goldene RB-Tour-Sticker Quelle: Olaf Barth

Fan von RB Leipzig wurde Mönnig nach einem Spiel, dass er sich eher aus Neugierde in der Regionalliga angeschaut hatte. Zuvor habe die im Mai 2009 begonnene Entwicklung von RB zunächst mit einiger Skepsis in den Medien verfolgt. Als klar wurde, dass es sich nicht um eine Eintagsfliege oder das Spielzeug eines einzelnen handelte, sondern das Thema nachhaltig und langfristig angegangen wurde, sei er mal ins Stadion gegangen. „Beim ersten Spiel saß ich im Block A.

Als ich mir die Leute im Fanblock B anschaute, sagte ich mir, zu denen kann man ja auch gehen. Seitdem bin ich dort im Block“, erzählt Mönnig und ergänzt lachend: „Wenn ich nicht mehr springen kann, ziehe ich wieder um. Nach jedem Heimspiel habe ich Muskelkater. Aber bis 70 will ich das schon noch schaffen, dann gebe ich die Karte an einen Jüngeren wieder ab.“

In den 70ern war er Lok-Sympathisant

Der vor einem Jahr gegründete OFC „Leipziger Sportfreunde“ wurde von RB offiziell am 2. April als 25. OFC bestätigt. Rund 250 Mitglieder hat er bisher – von Kindern bis Senioren im hohen Rentenalter. Viele waren wie Mönnig auch früher schon Fußballfans. „Ich habe mir in den 70er Jahren Lok-Spiele angeschaut, auch die ganzen Europa-Cup-Spiele. Das war großartig. Mit der Umbenennung und allem, was dann kam, inklusive des Ausverkaufs im Ost-Fußball, konnte ich nichts mehr anfangen“, erzählt Mönnig. Höherklassigen Fußball gab es dann über 20 Jahre eben nur noch im Fernsehen.

Doch die Freude, als Leipzig-Fan mit RB wieder im Profi-Fußball angekommen zu sein, war bei den ersten Auswärtsspielen nicht ganz ungetrübt. Mönnig: „Es war anfangs schon befremdlich, was uns da an Hass entgegengebrüllt und sonst alles angestellt wurde. Jetzt lächeln wir nur noch darüber, wir haben uns daran gewöhnt und machen unser Ding.“ Gern erinnere er sich an sein erstes Auswärtsspiel in Hamburg beim FC St. Pauli.

Da habe er sogar mit dem privaten Auto in St. Pauli geparkt und sei mit Freunden in voller RB-Fan-Kluft durch den Kiez spaziert. „Nichts ist passiert, St. Pauli Fans haben uns zum Bierchen eingeladen. Das war die schönste Auswärtsfahrt“, schwärmt Mönnig und freut sich schon auf die nächsten Auswärtsfahrten mit seinem OFC. „Wir sind eine richtig gute Truppe. Im Bus sitzen ehemalige Fans oder Sympathisanten von Lok und Chemie einträchtig beim Bierchen nebeneinander. Und viele sind nach wie vor der Meinung, dass eine Fusion damals Leipzig hätte schon viel früher als Macht im Fußball zurückkommen lassen.“

Spiel in Dresden wird brisant

Die nächste Reise führt zum DFB-Pokalspiel nach Dresden. Im Internet wird schon ein äußerst unfreundlicher Empfang der Leipziger Delegation angekündigt. „Angst haben wir nicht. Es sind ja nicht alle Dresdner so verrückt. Es soll wohl einen Sonderzug geben, das ist klug. Da fahren wir geschlossen hin und zurück, fertig. Mit dem Auto würde ich diesmal aber auch nicht fahren“, hält Mönnig dennoch am brisanten Pokal-Spiel fest. Wie es ist, ein wichtiges Auswärtsspiel zu verpassen, hatte er auch schon erlebt und in unguter Erinnerung behalten. „Gerade beim Aufstiegsspiel in Lotte hatte ich Dienst im Kulturhaus.

Das war im Fußball für mich das Schlimmste, das werde ich nie vergessen.“ Auf welche Auswärtspartien er sich in der neuen Saison am meisten freut? „Wie fast jeder auf die Spiele in Dortmund, auf Schalke und bei den Bayern.“ Zunächst seien schon mal die Fahrten für die drei ersten Auswärtsspiele nach Hoffenheim, zum HSV und nach Köln gebucht. Am Ende der Saison wäre Mönnig mit einem gesicherten Mittelfeldplatz der Roten Bullen sehr zufrieden.

Bei jedem Ausswärtsspiel in der ersten Liga? Mönnig ist skeptisch

Dass es nun aber in der kommenden Erstliga-Saison erneut mit jedem Auswärtsspiel klappt, bezweifelt Mönnig. „Da wird sicher oft an einem Sonnabend gespielt, dieser Wochentag ist aber auch bei uns ein Großkampftag. Da werde ich wohl öfter mal Dienst haben“, befürchtet der RB-Fan. Außerdem hat er inzwischen auch seinen Stellvertreter Jens Feig mit der RB-Leidenschaft angesteckt. Der will inzwischen auch regelmäßig zumindest die Heimspiele besuchen. „Na ja, wenn es hart auf hart kommt, dann ist schon klar, wer ins Stadion geht“, sagte Kulturhaus-Leiter Mönnig und lacht wieder.

Von Olaf Barth

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