Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Schkeuditzer Stadtrat soll Stellung nehmen
Region Schkeuditz Schkeuditzer Stadtrat soll Stellung nehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:40 19.05.2015
Im Zuge der DHL-Erweiterung kommt jetzt die 10. Änderung des Planfeststellungsbeschlusses zur Stellungnahme in den Schkeuditzer Stadtrat. Als Lärmkanal wird die Lücke zwischen bisherigem und geplantem Gebäude (rechts) angesehen. Auch wird durch Reflektion zusätzlicher Lärm von der B 6n befürchtet. Quelle: Grafik DHLPatrick Moye

Dabei geht es um die Erweiterung von DHL (die LVZ berichtete). Auswirkungen der Änderung, etwa durch mehr Lärm, sieht die Landesdirektion Sachsen (LDS) nicht.

Der Planfeststellungsbeschluss vom 4. November 2004 zum Ausbau der Start- und Landebahn Süd mit Vorfeld am Schkeuditzer Flughafens soll zum 10. Mal geändert werden. Grund ist die geplante Erweiterung von DHL. Wie die LDS als zuständige Behörde gestern auf Anfrage mitteilte, handele es sich um geringfügige Änderungen: Die bisher maximal mögliche Fläche, die überbaut werden darf, soll von 90 000 Quadratmeter auf 110 000 Quadratmeter erweitert werden. "Die maximal zulässige Bauhöhe, die maximal zulässige Baumasse und die Größe sowie die Lage bleiben dabei unverändert", heißt es aus der LDS. Weiterhin geht es bei der Planänderung um neue Abgrenzungen der Straßen vom Schienenverkehr auf dem Gelände des Flughafens. Diese werde in der Höhe eines bereits vorhandenen Kreisverkehrs im Zusammenhang mit einer Zufahrtsstraße zum Tanklager und zur Veterinärgrenzkontrollstelle notwendig, heißt es.

Erst am 14. Januar beantragte der Flughafen Leipzig/Halle die Zulassung der 10. Planänderung bei der LDS. Die reagierte prompt und leitete das Anhörungsverfahren mit Schreiben vom 21. Januar ein. Jetzt sollen die Beteiligten am Planänderungsverfahren - dabei geht es um das Landratsamt Nordsachsen und um Schkeuditz - ihre Stellungnahme bis einschließlich zum 25. Februar abgeben. "Die Möglichkeit der Verlängerung der kurzen Frist ist im Anschreiben der Landesdirektion faktisch ausgeschlossen worden", heißt es in der Beschlussvorlage. Da die Stellungnahme nach Prüfung der Unterlagen aber kein Geschäft der laufenden Verwaltung sei, habe man sich kurzfristig entschlossen, die Tagesordnung der morgigen Stadtratssitzung zu ergänzen. Während der Sitzung werden die von der LDS übersandten Pläne vom Schkeuditzer Fachamt vorgestellt werden. Die Stadträte sollen dann entscheiden.

"Aufgrund der Geringfügigkeit der Planänderung - auch im Vergleich zu anderen Planänderungsverfahren - wird die Frist aus Sicht der LDS als ausreichend eingeschätzt", teilte Sprecherin Jana Klein mit. Im Übrigen sind die Bedenken der Stadt Schkeuditz nicht bekannt, weder als "einfache Aussage" noch als Antrag auf Fristverlängerung, ergänzte sie.

"Eine öffentliche Auslegung der Planänderungsunterlagen ist nicht erforderlich, weil die genannten Änderungen weder mit der unmittelbaren Inanspruchnahme bisher unbeplant gebliebener Flächen verbunden sind noch mittelbare Wirkungen - etwa durch Lärm und Luftschadstoffe - auslösen", heißt es aus der LDS. Die Vorprüfung habe ergeben, dass das Änderungsvorhaben keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen haben kann, die nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) zu berücksichtigen wären. "Daher scheidet für dieses Änderungsvorhaben eine Beteiligung der Öffentlichkeit aus", informierte LDS-Sprecherin Klein. Da mit den beantragten Änderungen auch keine Eingriffe in den Naturhaushalt und in das Landschaftsbild verbunden sind, ergänzte sie, besteht auch kein Mitwirkungsrecht für die anerkannten Naturschutzvereinigungen.

Torsten Glasneck von DHL hatte im Januar zugesichert, Gutachten zu befürchteten Schallreflektionen, die zusätzlich Lärm in die Stadt tragen sollen, anfertigen lassen zu wollen. Auch, ob in einer Lücke zwischen den dann zwei Gebäuden ein sogenannter Lärmkanal entsteht, soll betrachtet werden (LVZ berichtete).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.02.2014
Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

"Es ist spannend bis zum Schluss. Wir sind immer noch neugierig, wenn wir den Ofen öffnen", sagte Gabriele Thibault. "Das Brennen bei 1150 Grad ist ein Prozess, den man nicht hundertprozentig steuern kann.

19.05.2015

Die Bürgerinitiative Gegenlärm Schkeuditz hat sich in ihrer jüngsten Zusammenkunft mit dem geplanten DHL-Anbau und mit den Aussagen von Nordsachsen Landrat Michael Czupalla (CDU) befasst.

19.05.2015

Zu einem Mekka für Senioren könnte Schkeuditz werden: Wie bereits berichtet, wird im Stadtzentrum ein Gebäude der Volkssolidarität für eine altersgerechte Unterbringung vermutlich bis zum Ende des Jahres hochgezogen werden.

19.05.2015
Anzeige