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Schkeuditz Schkeuditzer Unterkünfte für Asylbewerber bleiben weiter leer
Region Schkeuditz Schkeuditzer Unterkünfte für Asylbewerber bleiben weiter leer
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12:23 08.06.2016
Das ehemalige „Friendly“-Hotel in Kursdorf hat der Landkreis im Dezember erworben. Demnächst soll mit der Belegung begonnen werden. Quelle: Roland Heinrich
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Schkeuditz

„Die Dölziger Unterkunft für Asylbewerber beherbergt momentan 107 Asylsuchende“, heißt es aus dem Landratsamt (LRA) Nordsachsen auf Anfrage der LVZ. Maximal sei im einstigen Magnet-Hotel im Gewerbegebiet des Ortes eine Unterbringung von 120 Personen möglich. Diese Zahl sei aber noch nie erreicht worden. Auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates war von einer 120-Personen-Belegung die Rede, was die Behörde jetzt dementierte.

Die Dölziger Unterkunft funktioniert. An ihr hält der Landkreis auch künftig fest. Im Gebäude wohnen ausschließlich alleinreisende Männern, die aus Syrien, Afghanistan, Irak, Marokko und Pakistan kommen. „Angaben zur durchschnittlichen Verweildauer der Bewohner können nicht gemacht werden, da diese nicht erfasst wird“, teilt das Amt auf Anfrage mit.

Pläne für den Sportplatz noch aktuell

Solange die Asylbewerber aber da sind, solange sollten sie auch Möglichkeiten der Beschäftigung erhalten, hieß es Ende September 2015, als das LRA zu einem Tag der offenen Tür in die Einrichtung eingeladen hatte. Einen Volleyballplatz wollte der Betreiber gemeinsam mit den Bewohnern errichten. „Die Pläne zur Errichtung eines Sportplatzes sind aktuell“, teilt das LRA jetzt mit. Doch will man nun auch den Freistaat mit ins Boot holen.

Der sei wegen einer gemeinsamen Herrichtung angefragt worden, habe aber noch keine Entscheidung mitgeteilt. Das Land Sachsen, das eine Erstaufnahmeeinrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Asylbewerberheim des Landkreises betreibt, will ebenfalls vor Ort bleiben und am Quartier festhalten.

In Kursdorf wurde seit Wochen keine Baufirma mehr gesichtet

In Kursdorf ist der Landkreis sogar Immobilieneigentümer geworden: Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Kreistag dem Kauf des einstigen „Friendly“-Hotels für gut eine halbe Million Euro zugestimmt. Mit der Belegung der Unterkunft sollte eigentlich schon im Februar begonnen werden. Doch im ehemaligen Hotel ist es sehr ruhig. „Aktuell wird die dezentrale Abwasserbeseitigungsanlage ertüchtigt“, informiert das LRA. Nach LVZ-Informationen soll eine Baufirma aber schon Wochen nicht mehr im oder am Gebäude gesichtet worden sein.

Eile scheint nicht geboten zu sein: „Eine Belegung ist für das kommende Quartal geplant“, heißt es vom LRA. Im Objekt könnten aktuell 36 Personen untergebracht werden.

Zu einer Zeit, als das Landratsamt Nordsachsen nicht wusste, wohin mit den ankommenden Asylbewerbern, hatte es ein Auge auf die Ruine in der Edisonstraße in Schkeuditz geworfen. Zwei Dachstuhlbrände und reichlich Löschwasser hatten dem Haus 2013 und 2015 gehörig zugesetzt. Ein Betreiber-Vertrag wurde im September letzten Jahres unterzeichnet, welcher wegen der hohen Kosten für den Landkreis und wegen der

Die Ruine in der Edisonstraße soll nun doch kein Aslybewerberheim werden. Quelle: Roland Heinrich

langen Laufzeit von zehn Jahren medial hohe Wellen schlug. Immerhin sollten in den zehn Jahren insgesamt rund 8,5 Millionen Euro an den Betreiber gezahlt werden.

Ruine in der Edisonstraße steht leer

Nach wie vor steht die Ruine jedoch leer. „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren“, heißt es von der Behörde auf die Frage, ob am Haus noch Interesse als Asyl-Unterkunft besteht. Mehr will man im Amt nicht sagen. Wie die LVZ erfuhr, soll es Gespräche zwischen den Anwälten beider Seiten geben. Ein Prozess werde jedoch nicht geführt. Ein vertraglich vereinbarter Fertigstellungstermin soll seitens des Betreibers nicht eingehalten worden sein. Außerdem soll es seitens des Landkreises kein Interesse mehr am Gebäude geben – auch wegen der entspannten Flüchtlingssituation.

Im vergangenen Monat wurden dem Landkreis Nordsachsen insgesamt 33 asylsuchende Menschen zugewiesen, teilte das LRA auf Anfrage mit. Im gesamten laufenden Jahr seien 478 Personen untergebracht worden. Je nach Bedarf würden durch den Landkreis weiterhin punktuell dezentrale Unterkünfte angemietet.

Von Roland Heinrich

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