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Schkeuditz Schkeuditzer Wohnungsgesellschaft weiter auf Konsolidierungskurs
Region Schkeuditz Schkeuditzer Wohnungsgesellschaft weiter auf Konsolidierungskurs
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12:32 04.01.2010
Diese Fläche in der Halleschen Straße gilt als Vorzeigeprojekt. Trotz komplizierter Rahmenbedingungen konnte das Areal an eine Firma verkauft werden, welche den einstigen Schandfleck neu herrichten wird. Quelle: Olaf Barth
Schkeuditz

Für SWV-Geschäftsführer Gerald Fritzsche gibt es sowohl im Rückblick auf das Jahr 2009 als auch in der Vorschau auf 2010 vier Schwerpunkte, das unter seinem Vorgänger in Schieflage geratene Unternehmen (wir berichteten) zu gesunden: die Optimierung der Betriebskosten, unter anderem durch Energieeinsparungen; Beteiligung am Stadtumbau durch Verkauf von Objekten und geförderten Abriss sowie Instandsetzungen und Image-Wandel.

„Schließlich müssen wir uns auch um das Stadtbild kümmern“, sagte Fritzsche mit Blick auf die Veräußerung unsanierter, brachliegender Immobilien. Denn einige davon verschandelten den Anblick in Schkeuditz und den Ortsteilen. So wurden in Dölzig die Lautzschke 10a und die Auenstraße 8 veräußert. In Schkeuditz die Merseburger Straße 137, Käthe-Kollwitz-Straße 1, Mühlstraße 41 und die Hallesche Straße 65. Letztere gilt sogar als Vorzeigeprojekt. „Hier wurden eine scheinbar unveräußerbare Fläche innerhalb kürzester Zeit an eine ortsansässige Firma verkauft und ganz nebenbei in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtentwicklung und Wirtschaft ungelöste Grundstücks-, Weg- und Grenzverwerfungen bereinigt“, begründet Fritzsche das Besondere bei dem Projekt. All das erbrachte Einnahmen in Höhe von rund 170000 Euro.Abgerissen wurde der unsanierte Teil des ehemaligen „Rentengutes“ in der Herderstraße. 17 Wohneinheiten mit rund 1100 Quadratmetern Wohnfläche kamen dabei unter den Bagger. In der Dölziger Paul-Wäge-Straße 44 bis 46 wurden am Standort des künftigen neuen Feuerwehr-Gerätehauses sieben Wohneinheiten mit rund 300 Quadratmetern Wohnfläche abgerissen. Insgesamt wurden 2009 27 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit abgerissen. Für die Gesellschaft bedeuten nach eigenen Angaben diese Maßnahmen eine Entlastung in Höhe von jährlich rund 15000 Euro.Das so eingesparte und durch Verkauf eingenommene Geld wird in die Werterhaltung anderer Objekte investiert, berichtet Fritzsche. So werden in der Herderstraße 1 bis 5 im nun dritten Bauabschnitt energiesparende Fußbodenheizungen eingebaut. Außerdem sollen nächstes Jahr in der Theodor-Heuss-Straße 24 bis 42 Entwässerung, Wege sowie Außen- und Hofbereiche instand gesetzt werden. Geplant ist in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken auch die Umstellung der Nachtspeicherheizungen in der Goethestraße auf andere Versorgungsformen.Mit einer Image-Kampagne will Fritzsche auf den gesellschaftlichen Wertewandel reagieren. „Die Mietergemeinschaften zerbröseln, man spricht nicht mehr miteinander, kennt sich kaum noch. Dagegen kommt es wegen Kleinigkeiten schnell zum Streit und zu Beschwerden“, schildert Fritzsche die vielfach vorhandene Situation, „Wir wenden viel Zeit auf, um zu schlichten.“ Deshalb startet er nächstes Jahr die Aktion „Suchen Sie sich Ihren neuen Nachbarn selbst aus“. Dem Hausfrieden und dem Umgang miteinander soll mehr Gewicht beigemessen werden. Wer „passende Mieter“ wirbt, erhält finanzielle Anreize ebenso wie der neue Mieter. Auch das ist für Fritzsche ein Weg, weiterhin im Wettbewerb mit dem zweitgrößten Anbieter, der Vereinigten Leipziger Wohnungsbaugenossenschaft, bestehen zu können. Sie hat um die 1200 Wohnungen in Schkeuditz. „Ich wünsche mir auch eine Handvoll Bewohner, die sich als Mietersprecher für die Mieterbelange einsetzen und sich vielleicht alle viertel Jahre mal mit uns zusammensetzen, um gemeinsam Probleme aus der Welt schaffen zu können“, schwebt Fritzsche vor.Dass es auch unzufriedene Mieter gibt, daraus macht er keinen Hehl. „Die gibt es genauso, wie es sehr zufriedene Mieter gibt. Wir versuchen ja im direkten Gespräch, die Probleme zu lösen und den Mietern entgegenzukommen. Doch da, wo es auf Kosten anderer Mieter und der Gesellschaft geht, stoßen wir an Grenzen“, so Fritzsche. In einem extremen Fall müsse nach jahrelangem Rechtsstreit eine Mieterin nun im Januar ihre Wohnung räumen, so sage dies zumindest ein Gerichtsurteil. Da es aber noch ein laufendes Verfahren ist, sagt Fritzsche dazu nichts weiter. Er sieht sich auf jeden Fall im Recht und durch ein Gerichtsurteil bestätigt. Die Mieterin und ihr Anwalt sehen das anders und gehen gegen die SWV vor.Die insgesamt zehn Angestellten der SWV betreuen 1571 Wohnungen inklusive 29 Gewerbeeinheiten. Der Sanierungsstand, sowohl voll- als auch teilsaniert, liegt bei 89 Prozent. Der Leerstand im sogenannten Kernbestand liegt bei 13 Prozent. „Das ist mir zu hoch, auch wenn es noch im Rahmen des Konsolidierungsplanes liegt“, so Fritzsche, der den Vermietungsstand unbedingt erhöhen will, was ja auch generell der wirtschaftlichen Entwicklung zugute käme. Bei seinem Amtsantritt vor fünf Jahren stand die SWV mit 43 Millionen Euro in den Miesen, jetzt sind es noch 38 Millionen. Konnten die Schulden anfangs im Jahr um bis zu 600000 Euro abgebaut werden, sind es laut Fritzsche jetzt schon bis zu einer Million Euro, die jährlich für die Tilgung fließen. Außerdem werden zur Werterhaltung und Qualitätserhöhung nun bis zu 850000 Euro im Jahr in den Wohnungsbestand investiert. Im Jahr 2004 waren es rund 400000 Euro, im Jahr 2008 schon 719000 Euro. Dabei gehen rund 80 Prozent der Aufträge an Firmen aus der Region. Für die wirtschaftliche Sanierung der SWV gibt es mit den Banken ein Konzept bis Ende 2013. „Was unserer Liquidität angeht, befinden wir uns im vorgegebenen Zielkorridor“, beschreibt Fritzsche den gegenwärtigen Stand der Dinge. Seine wichtigste Aufgabe sieht der 44-Jährige auch künftig darin, sowohl den Schuldenstand abzubauen als auch in die nachhaltige Bestandssicherung zu investieren.

Olaf Barth

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